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Sep 15, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Ein Hauch von Inflation weht über den Atlantik

USD

EUR USD (1,1910)

Im Hurrikan-lädierten Amerika haben die US-Verbraucherpreise gestern zwar nicht für neuen Wirbel gesorgt, sind aber immerhin mit 1,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat ein wenig höher ausgefallen, als vom Markt erwartet. Damit war zumindest ein Hauch von Inflation zu spüren. Wichtig ist sicherlich auch, dass sich die Teuerung nun nur noch knapp unterhalb der Zwei-Prozent-Marke befindet. Ein Wert, der von Notenbankern als die Konstante einer soliden Preisniveaustabilität erachtet wird. Die Datenveröffentlichung hat jedoch nicht dazu geführt, dass Akteure sofort Zinserhöhungsgedanken hegten und sich auf den US-Dollar stürzten. Im Gegenteil, der Euro wurde während des US-Handels auf sein Tageshoch gehievt. Seinen Boden hatte er aber schon ein wenig früher gefunden, als die britische Notenbank die Möglichkeit einer baldigen Straffung ihrer Geldpolitik in Aussicht stellte und die Gemeinschaftswährung kurz einen Rückschlag erlitt, der aber von unserer 1,1840er Marke bravourös aufgefangen wurde.

Gesteigerte Aufmerksamkeit schenkten Marktteilnehmer dem Euro zudem, weil sich am Nachmittag Bundesbankpräsident Jens Weidmann zum Thema ultralockere Geldpolitik äußerte. Er warnte bei einer Rede in Frankfurt einmal mehr vor den Folgen eines dauerhaften Nullzinsumfeldes und versuchte, den Zuhörern außerdem noch einen weiteren Umstand vor Augen zu führen. Was, wenn die Eurozone auf einen wirtschaftlichen Abschwung oder gar eine neue Wirtschaftskrise zusteuern würde? Wieviel Spielraum – oder wie Weidmann es ausdrückte; „Wie viel Wasser unter dem Kiel“ hätte die Geldpolitik, um in einem solchen Fall helfend entgegenwirken zu können? Außerdem bereitet ihm Sorge, dass der extreme geldpolitische Kurs selbst die „sehr konservativen Deutschen“ in riskante Anlageformen treibt. Es wäre nicht das erste Mal, dass Weidmanns Warnungen sich positiv auf den Euro niederschlügen. Allerdings sollte es in diesem Fall eher den Aktienmarkt nachdenklich stimmen. Unabhängig davon könnte der Euro seine Abwärtskorrektur bereits beendet haben und daher schlimmstenfalls noch ein Ausrutscher auf 1,1755 folgen. Doch bereits ein Überschreiten von 1,1965 würde neue Jahreshochs (1,2115) signalisieren.

GBP

EUR GBP (0,8890)

Geldpolitische Straffungsaktionen werden von einigen führenden Notenbanken zwar nach wie vor gerne auf die lange Bank geschoben. Die Bank von England versucht aber seit gestern, aus dem Kreis der „Ultralockeren“ langsam herauszutreten. Im geldpolitischen Ausschuss (MPC) votierten zwar immer noch sieben Mitglieder gegen und nur zwei für eine unmittelbare Anhebung der Leitzinsen. Viel interessanter ist aber, was die Mehrheit im MPC denkt. Mittlerweile erachtet man es dort nämlich tatsächlich als denkbar, dass in den kommenden Monaten ein neuer geldpolitischer Kurs in Form einer Straffung eingeschlagen werden könnte. Das Pfund machte gestern einen weiteren Satz nach oben und ließ den Euro sogar unter unsere letzte kurzfristige Unterstützung fallen. Nun bleiben noch zwei Marken, die den mittelfristigen Aufwärtstrend zu verteidigen in der Lage sind: 0,8820 und 0,8750, wobei die tiefere die letzte Bastion darstellt. Aktivität nach oben ist frühestens wieder jenseits von 0,9050 zu erwarten.

CHF

EUR CHF (1,1480

Die Schweizer Notenbanker agierten gestern mit der gleichen zinspolitischen Zurückhaltung wie jüngst die EZB. Das einzige, was die SNB zu bieten hatte, war ein minimal verändertes Wording. Der Franken wird nun nicht mehr als „deutlich überbewertet“, sondern nur noch als „hoch bewertet“ eingestuft. Überschwängliche Reaktionen gab es bei den Händlern daher nicht, obgleich die SNB auch weiterhin Deviseninterventionen und Negativzinsen nutzen kann, um den Franken bei Bedarf abzuwerten. Das tut er aber ohnehin von ganz alleine, denn der Euro bewegt sich derzeit in Richtung 1,1535 bzw. 1,1565. Einzig ein schneller Rückfall in seine frühere Konsolidierungszone – speziell unterhalb der 1,1390er Unterstützung könnte ihn daran hintern, sich seinen Weg nach oben zu bahnen.

PLN

EUR PLN (4,2770)

Gestern berührte der Euro sein Aufwärtspotenzial bei 4,2880. Darüber winken mittelfristig sogar weitere Kursgewinne bis 4,3320. Die Unterseite hat sich bei 4,2550 nun deutlich verbessert.


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