Wöchentliche Marktberichte

Sep 13, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Britische Inflation beflügelt Sterling

USD

EUR USD (1,1985)

Es war wirklich nicht viel, was gestern den Kurs des Euro hätte bewegen können. Der eigentliche Impuls kam letztlich zunächst vom US-Dollar, möglicherweise beeinflusst durch die Rede von Steven Mnuchin. Der US-Finanzminister hatte nämlich betont, die geplante Steuerreform besitze für ihn absolute Priorität. Zwar wollte er nicht sagen, ob eine Absenkung der Unternehmenssteuer auf 15 Prozent, wie ursprünglich einmal von Präsident Donald Trump geplant, tatsächlich erreichbar sei, aber auf jeden Fall solle es ein wettbewerbsfähiger Steuersatz sein. Obgleich die Finanzierung der Steuerreform alles andere als klar ist, plant Mnuchin anscheinend eine rückwirkende Änderung der Unternehmensbesteuerung zum 1. Januar 2017. Und sollten die Stimmen hierfür bei den Republikanern nicht reichen, ist man wie bereits bei der Verschiebung des Schuldendeckels auf Dezember bereit, mit den oppositionellen Demokraten zu verhandeln. Dies ist vor allen Dingen hinsichtlich einer Zustimmung des Senats von Bedeutung, da die Administration Trump dort eine Mehrheit von 60 Stimmen benötigen würde. Aber auch hinsichtlich der Besetzung des Vorsitzes der US-Notenbank zeigte sich Mnuchin konziliant, da für ihn die amtierende Fed-Präsidentin Janet Yellen – ihre Arbeitszeit würde im Februar 2018 enden – keineswegs aus dem Rennen um den Vorsitz der Notenbank sei.

Gestern hat der Euro seine wichtige Unterstützung bei 1,1925 fast punktgenau getestet und sich danach wieder deutlich von diesem Niveau abgestoßen, dessen Bestand Voraussetzung für den Erhalt des Kursziels von 1,2140 (darüber sogar 1,2240) ist.

GBP

EUR GBP (0,9000)

Eine leicht höher als erwartet ausgefallene Konsumentenpreis-Inflation und etwas deutlichere Überraschungen in dieselbe Richtung bei den Produzentenpreisen haben die Spekulationen auf eine falkenhaftere Gangart der Bank von England bei ihrer Sitzung am Donnerstag angeheizt. Ob allerdings angesichts des unbefriedigenden Wachstums tatsächlich mehr als eine Warnung an die Investoren herauskommen wird, die Gefahr einer Leitzinserhöhung nicht zu unterschätzen, wird von vielen Akteuren immer noch bezweifelt. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung noch in diesem Jahr ist aber gemäß den Erwartungen der Marktteilnehmer auf 30 Prozent gestiegen (FT).

Immerhin: Die Zinsentscheidung des Geldpolitischen Komitees (MPC) wird zum ersten Mal seit Mai wieder von einem neunköpfigen Gremium gefällt werden, da mit Dave Ramsden ein neues Mitglied als stellvertretender Gouverneur für Märkte und Bankwesen Anfang des Monats seinen Dienst angetreten hat. Allerdings scheint nicht ganz sicher zu zu sein, welche ökonomische Position Ramsden bei einer Zinsabstimmung einnehmen wird – von vielen wird er dem Lager der Tauben zugerechnet. Bei der vergangenen Sitzung des MPC sprachen sich immerhin zwei Mitglieder für eine Zinserhöhung aus. Zumindest war es für die Händler eine ausgemachte Sache, dass Pfund Sterling von solchen Spekulationen profitieren müsse. Damit geriet auch der Euro spürbar unter Druck und korrigierte sogar deutlicher als von uns ursprünglich angenommen (0,8981). Im Rahmen weiterer Korrekturen liegt derzeit die beste Unterstützung bei 0,8890. Im Gegenzug müsste nun 0,9130 überwunden werden, um den Euro wieder zu stabilisieren.

CHF

EUR CHF (1,1495)

Geradezu zügig ging es gestern mit dem Euro nach oben, der nun auch noch die Obergrenze seiner Konsolidierung bei 1,1480 überwunden hat und Kurs auf 1,1535 gegebenenfalls auch 1,1565 nehmen sollte. Leider ist die Unterseite erst bei 1,1365 ordentlich unterstützt, so dass Chancen und Risiken in der jüngsten Aufwärtsbewegung ungleichmäßig verteilt sind. Damit bleibt auch offen, ob der gestrige Impuls am Ende zu einem neuerlichen Aufwärtstrend des Euro führen wird.

PLN

EUR PLN (4,2550)

Bevor heute in Polen neue Inflationsdaten bekannt gegeben werden, hat der Euro gestern seinen Stabilisierungspunkt marginal überschritten. Damit ist zwar Spielraum an der Oberseite bis 4,2880 entstanden, doch ist die Dynamik des jüngsten Aufwärtsimpulses wenig überzeugend, so dass eher von der Entwicklung einer neuen Konsolidierungszone ausgegangen werden kann, deren Untergrenze im Bereich von 4,2290/00 zu finden sein könnte.


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