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Sep 12, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Alles eine Frage des Bezugspunkts

USD

EUR USD (1,1955)

Den gestrigen Montag könnte man ohne weiteres unter das Motto stellen: Alles kam besser als erwartet. Gemeint sind zum einen die Schäden, die der Hurrikan Irma in Florida angerichtet hatte und die glücklicherweise bei weitem nicht so schlimm wie ursprünglich befürchtet ausgefallen sind. Zum anderen waren neuerliche Raketentests (ebenfalls entgegen einiger Befürchtungen) am Wochenende ausgeblieben, obwohl Nordkorea den Jahrestag seiner Gründung feierte (9. September). Und da der ökonomische Datenkalender der Eurozone und der USA gestern fast leer war, hätte sich der Handel auf einen schriftlich verbreiteten Redetext von Benoît Cœuré stürzen können, in dem der EZB-Direktor die derzeitige Euro-Stärke relativierte und darauf hinwies, dass diese zu einem guten Teil auch ökonomisch gerechtfertigt sei. Die Händler schien dies jedoch wenig zu interessieren, kam einigen von ihnen doch die Erholung des US-Dollar, der am Freitag noch so stark gelitten hatte, durchaus gelegen.

Überhaupt scheint man sich in Analystenkreisen nicht darüber einig zu sein, ob der Euro derzeit zu hoch, fair oder womöglich gar zu niedrig bewertet sei. Dabei als Anhaltspunkt den Kurs der Gemeinschaftswährung bei ihrer Einführung im Jahr 1999 von 1,1789 USD, wie in der vergangenen Woche in einem Artikel des Wall Street Journal erwähnt, zu wählen, klingt zwar naheliegend, aber irgendwo auch absurd. Denn während der vergangenen 18 Jahre hat sich schlichtweg ökonomisch zwischen den USA und der Eurozone zu viel ereignet, als dass man einfach den „Geburtskurs“ einer Währung als Maßstab für eine faire Bewertung nehmen könnte. Gemessen am Kurs des Euro zu Jahresanfang ist der Zuwachs für andere Akteure wiederum in Höhe von rund 13 Prozent gegenüber dem Greenback ganz einfach zu groß. Und dann liest man im gleichen Artikel, dass es Analysten gebe, die den fairen Wert des Euro sogar bei 1,33 sehen. Damit zeigt sich wieder einmal, dass die Begriffe „teuer“ und „billig“ relativer Natur und abhängig von Blickwinkeln und Bezugspunkten – häufig die Einstandspreise eigener Positionierung und Prognosen – sind. Unsere Perspektive für den Euro bleibt indes unverändert, solange die wichtige Unterstützung bei 1,1925 gehalten wird: Es handelt sich um das Kursziel von 1,2140, darüber sogar 1,2240.

GBP

EUR GBP (0,9080)

Überraschend war es nicht, dass ein Artikel in der Financial Times hervorhob, die Bank von England werde bei ihrer Sitzung am kommenden Donnerstag verstärkt Privathaushalte, Unternehmen und Investoren davor warnen, die Gefahr, dass der Leitzins schon bald steigen könnte, zu unterschätzen. Solch eine Warnung kursierte immer mal wieder unter den Händlern, aber dieses Mal trifft sie auf einen Markt, der, im Gegensatz zur vergangenen Sitzung des Geldpolitischen Ausschusses der Bank von England (MPC), mittlerweile eigentlich nicht mehr an eine falkenhafte Botschaft dieses Gremiums geglaubt hatte.

Außerdem hat das britische Parlament heute früh für das EU-Austrittsgesetz (European Union Withdrawal Bill) votiert. Allerdings stehen noch weitere Abstimmungen an, bevor dieses Gesetz endgültig verabschiedet werden kann. Per Saldo drückte Pfund Sterling den Euro unter die wichtige Unterstützung von 0,9105/10 und sorgte dafür, dass unser Kursziel bei 0,9365 nun seine Bedeutung verloren hat. Dennoch bleibt der Aufwärtstrend des Euro intakt, wird jedoch weiteren korrektiven Kursrückgängen, möglicherweise bis 0,9025/30, ausgesetzt sein. Ein Ende der Korrekturphase ist derzeit erst oberhalb von 0,9180 abzusehen.

CHF

EUR CHF (1,1405)

Wenig Bewegung zeigt der Euro gegenüber dem Franken, der durchaus das Zeug für Kurssteigerungen auf die Obergrenze der derzeitigen Konsolidierung, auf 1,1480, eventuell auch 1,1535 haben sollte. An der Unterseite bleibt die wichtigste Unterstützung bei 1,1360 – ein Versagen an dieser Stelle hätte einen Rücktest von 1,1260 zur Folge.

PLN

EUR PLN (4,2430)

Wenig tut sich derzeit beim Zloty, aber der Euro bleibt dennoch der Gefahr weiterer Schwäche in Richtung 4,2240 bzw. 4,2130 ausgesetzt. Der Stabilisierungspunkt liegt nun bei 4,2650.


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