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Wöchentliche Marktberichte

Sep 08, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Wie erwartet und doch überrascht

USD

EUR USD (1,2080)

Viel ist von dem eingetreten, was Marktteilnehmer von der Europäischen Zentralbank erwartet hatten und auch erwarten konnten. So kündigte EZB-Präsident Mario Draghi an, dass wahrscheinlich im Oktober der „Großteil der Entscheidungen“ [zum Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik] getroffen würde. Alles andere, der Leitzins, das Kaufprogramm für Staatsanleihen sowie der Einlagenzinssatz für Banken bleibe unverändert. Dennoch machte der Euro einen deutlichen Sprung und markierte dabei den höchsten Kurs seit Anfang Januar 2015. Aber derartige Reaktionen nach EZB-Sitzungen sind nicht außergewöhnlich. Dennoch scheint einigen Händlern klar geworden sein, in welcher Klemme sich Mario Draghi befindet. Denn die Wirtschaft im Euroraum dürfte in diesem Jahr, stärker als von der EZB ursprünglich vorhergesehen, wachsen – die Argumente für eine Normalisierung der ultralockeren Geldpolitik sind offensichtlich. Aber dieses positive fundamentale Umfeld darf sich nach Ansicht vieler Marktteilnehmer – die ja angeblich genau diesen Daten folgen – seltsamerweise nicht in einem höheren Wechselkurs des Euro niederschlagen. Tatsächlich trägt die EZB – auch wenn es nicht in das Konzept passt – der ökonomischen Datenlage Rechnung.

Sicherlich mag der feste Euro mit seinem, bezogen auf den Jahresanfang, vergleichsweise hohen Kurs den Wunsch der Zentralbanker nach mehr Inflation konterkarieren. Und, wie es Mario Draghi ausdrückte, eine Quelle der Unsicherheit darstellen, die hinsichtlich ihres Einflusses auf die Inflationsentwicklung beobachtet werden müsse. Dennoch hat es – verständlicherweise – keine konkrete verbale Intervention gegen den Euro gegeben. Zumal die derzeitige Dollarschwäche der Gemeinschaftswährung eben auch noch in die Karten spielt. Sei es, dass die Diskussion um den vorgestern abgewendeten so genannten “Government Shutdown“ im Oktober bei den Devisenhändlern den schalen Nachgeschmack hinterließ, dass die gleiche Diskussion vor Weihnachten erneut auf den Tisch des Hauses kommen könnte. Oder auch dass die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung im Dezember nunmehr auf 31 Prozent (CME FedWatch Tool) gesunken ist. Insofern würde die EZB bei einer absehbaren Zurückhaltung der Fed im Dezember Spielraum erhalten, um einen geldpolitischen Wechsel im Zweifel auf die lange Bank schieben zu können. Die gestrige Entwicklung des Euro zeigt, dass viele Akteure erneut auf dem falschen Fuß erwischt wurden, wodurch der Aufwärtstrend mit Kursziel 1,2140 noch einmal angeheizt wurde und oberhalb davon sogar eine Perspektive auf 1,2240 eröffnen könnte, ohne dass man bereits von einem überhitzten Trend sprechen müsste. Das Ganze unter der Voraussetzung, dass an der Unterseite nunmehr 1,1915 gehalten wird.

GBP

EUR GBP (0,9190)

Es war gestern sicherlich nicht das britische Pfund, das im Mittelpunkt der Handelsaktivitäten stand. Sonst wäre womöglich beispielsweise der stärker als erwartet ausgefallene Anstieg der Hauspreise (nach Angaben des Hypothekenkreditgebers Halifax) nicht völlig untergegangen. Tatsächlich setzte sich gestern ein neuer Euro-Impuls durch – das Pfund hat sich gegenüber einem Korb wichtiger Währungen sogar leicht befestigt –, der sich nun in Richtung 0,9365 fortsetzen kann. Natürlich unter der Voraussetzung, dass 0,9105/10 an der Unterseite nicht durchschlagen wird.

CHF

EUR CHF (1,1400)

Zwar hat der Euro gestern zulegen können, blieb aber wie von uns angedeutet nach Überschreiten der Oberseite seiner breiten Konsolidierung (1,1470) im weiteren Verlauf bei 1,1480 hängen, bevor es mit ihm wieder fast auf das Ausgangsniveau des Tages zurückging. Ein Test von 1,1535 wäre in einem erneuten Anlauf sicherlich möglich, aber in diesem Zusammenhang darf nun 1,1365 nicht mehr unterschritten werden, da ansonsten sogar ein Rücktest der Untergrenze der Konsolidierung bei 1,1260 angesagt wäre.

PLN

EUR PLN (4,2470)

Wenig verändert gestaltet sich die Lage beim polnischen Zloty. Nach wie vor drohen dem Euro erneute Verluste, nunmehr bis 4,2240, darunter auch bis 4,2130. Eine Stabilisierung ist erst oberhalb von 4,2700 möglich.


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