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Wöchentliche Marktberichte

Sep 06, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Streit mit EU käme Großbritannien teuer

USD

EUR USD (1,1910)

Seit dem vergangenen Wochenende liefen verhältnismäßig viele (geo-)politische Nachrichten und Kommentare rund um Nordkorea über die Ticker. Hinzu kamen gestern Wirtschaftsdaten aus der Eurozone (stagnierende Unternehmensstimmung, Umsatzrückgang im Einzelhandel) und den USA (rückläufige Auftragseingänge der Industrieunternehmen). Dennoch zeigten sich Devisenmarktteilnehmer mit ihren Interpretationen zurückhaltend. Der Euro schaffte es seit Wochenbeginn nicht einmal, aus dem Schatten seiner Handelsspanne vom vergangenen Freitag herauszutreten.

Die Lethargie der Händler ließ andererseits etwas Raum für Detailbeobachtungen. So konnte man gestern beispielsweise erkennen, wie sehr sich der Fokus der Marktteilnehmer verschob und wie sehr sich – trotz der weiter andauernden Bedrohung durch Nordkorea – Überlegungen zur Notenbankpolitik immer stärker in den Vordergrund drängten. Dabei richtet sich das Hauptaugenmerk derzeit, in Anbetracht der Ratssitzung am Donnerstag, auf die EZB. Die Gretchenfrage lautet natürlich: Wird die EZB lediglich eine Drosselung ihrer quantitativen Maßnahmen für das kommende Jahr ankündigen oder diese vielleicht sogar schon kurzfristig einleiten? Den Investoren brennen aber noch weitere Fragen unter den Nägeln: Wird die EZB die Anleihekäufe auf niedrigerem Niveau fortsetzen und wenn ja, für wie lange? Und wird sie am Ende sogar eine geldpolitische Kursänderung einleiten? Das allerdings können sich nur wenige Händler vorstellen, während sie die Bekanntgabe einer QE-Reduzierung für deutlich plausibler halten.

Mitten in diese Gedankenspiele mischte sich gestern noch eine andere Aussage, die die Händler beschäftigte. So äußerte Fed-Mitglied Neel Kaskari die Befürchtung, dass US-Leitzinsanhebungen der Wirtschaft schaden könnten. Im Nu waren die Akteure von der kommenden EZB-Sitzung abgelenkt. Neutralisieren sich die Notenbanken mit ihren Aussagen am Ende etwa gegenseitig? Und gilt am Ende das Gleiche auch für das Verhältnis von Euro und US-Dollar?

Wir bezweifeln dies, setzen auf wiederkehrende Volatilität und visieren weiter unser 1,2140er Kursziel an. Unterstützung findet sich indes bei 1,1815/20 und 1,1775. Letztere Marke schützt unser positives Szenario.

GBP

EUR GBP (0,9140)

Die Brexit-Verhandlungen pausieren derzeit, und so hatten Akteure gestern die Möglichkeit, sich mit einer interessanten These des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) zu befassen. IW-Chef Michael Hüther sagte, falls Großbritannien die EU im Streit verließe, müssten sich britische Verbraucher auf Preissteigerungen einrichten. Denn Handelshemmnisse würden Preisdruck erzeugen, der von Unternehmen wiederum schnurstracks an Konsumenten weitergegeben würde. Händler verbanden mit der Aussage vermutlich nur eines: Höhere Teuerung gleich höhere Zinsen. Das Pfund bäumte sich gestern abermals auf. Seit seiner Spitze Ende August ist der Euro nun schon an drei Handelstagen deutlich unter Druck geraten. Trotzdem wäre es falsch, daraus den Schluss zu ziehen, die Euro-Hausse sei beendet. Es handelt sich nach wie vor nur um eine Korrektur, die sich allerdings oberhalb von 0,9105/10 abspielen sollte, um sich nach Überwinden des Zwischenwiderstandes von 0,9220 weiter in Richtung 0,9365 aufwärts bewegen zu können.

CHF

EUR CHF (1,1375)

Die gestern veröffentlichten Schweizer Wachstumszahlen des zweiten Quartals ließen kaum Zweifel: Die Wirtschaft bleibt schwach und weist die niedrigste Wachstumsrate der vergangenen acht Jahre auf. In Hinblick auf die Zinssitzung der Schweizer Notenbank in der kommenden Woche zogen Händler daraus den Schluss, dass sich die SNB unter diesen Umständen kaum von ihrer ultra-lockeren Geldpolitik abwenden kann. Der Euro bewegt sich unterdessen in der oberen Hälfte einer breiten Konsolidierung, die zwischen 1,1260 und 1,1470 verläuft. Wir setzen nach wie vor auf ein leichtes Überschreiten dieser Zone (1,1480) und darüber hinaus auf einen Test des August-Hochs (1,1535). Hierzu darf aber kurzfristig die 1,1350/55er Marke nicht mehr unterlaufen werden.

PLN

EUR PLN (4,2310)

Je näher die Sitzung der polnischen Zentralbank rückt, desto mehr gerät der Euro unter Druck. Bis zu unserer angepeilten 4,2260/70er Unterstützung fehlten nur noch ein paar Stellen. Darunter drohen gar weitere Verluste bis 4,2130. Eine Stabilisierung erfordert indes das Überwinden der 4,2730er Marke.


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