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Wöchentliche Marktberichte

Sep 05, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Weg von der breiten Diversifikation

USD

EUR USD (1,1900)

US-Feiertage wie der gestrige dämpfen naturgemäß die Volatilität an den Devisenmärkten. In diesem Zusammenhang spielt auch die EZB-Sitzung am kommenden Donnerstag sicherlich eine wesentliche Rolle. Es gilt zwar vielerorts als ausgemacht, dass der Rat die Akteure in irgendeiner Form auf die Rückführung der Anleihekäufe ab dem Jahr 2018 einstimmen wird. Doch befindet sich nach Ansicht vieler Beobachter die Zentralbank dabei in einer Zwickmühle, denn ein zu starker Euro könnte eine mögliche Reduzierung der Anleihekäufe schwierig erscheinen lassen. Da aber die EZB demnächst auch noch bei einigen Papieren immer näher an die selbst verordnete Begrenzung rückt, wonach das Eurosystem nicht mehr als 33 Prozent der Anleihen eines Emittenten oder einer Emission halten darf, erwartet man vielerorts eine Entscheidung über den Fortgang des Anleihekaufprogramms für die Sitzung am 26. Oktober. Allein aus diesem Zwang heraus hoffen vor allen Dingen (schiefliegende) Euro-Pessimisten inniglich, Mario Draghi werde zu einer verbalen Intervention gegen den Euro ausholen. Andererseits sollte nicht vergessen werden, dass die Kaufkraftparität des Euro von einigen Analysten bei einem Wechselkurs von 1,23 USD pro Euro geschätzt wird, so dass allein aus dieser Perspektive kein Statement der Besorgnis eines überbewerteten Euro zu erwarten sein dürfte.

Auch aus Dollar-Sicht dürfte der Euro mehr Unterstützung als Gegenwind erfahren, denn der Greenback scheint nicht nur als sicherer Hafen wenig gefragt zu sein, sondern die berechnete Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der US-Notenbank im Dezember beträgt angesichts des jüngsten Arbeitsmarktberichts nur noch rund 41 Prozent (vergleiche CME-FedWatch-Tool). Und so steuern wir nach wie vor das nächste Kursziel bei 1,2140 an, unterstützt von zwei Nachfrageniveaus bei 1,1815/20 und 1,1765/70 (angehoben), wovon die zweite Marke für den Erhalt des positiven Szenarios nicht unterschritten werden darf.

GBP

EUR GBP (0,9205)

Der britische Einkaufsmanager-Index für das Baugewerbe, erhoben vom Chartered Institute of Procurement and Supply (CIPS), blieb für August hinter den Erwartungen der Analysten zurück und mag für die gestrige leichte Pfund-Schwäche mitverantwortlich gewesen sein. Daran hat auch eine Ankündigung des norwegischen Staatsfonds nichts geändert, die es eigentlich in sich hatte. Denn der beinahe eine Billion USD schwere und damit weltgrößte Fonds hatte der Regierung seines Landes empfohlen, statt seine Anleihekäufe auf 23 verschiedene Länder zu verteilen, diese nur noch auf US-Dollar, Euro und – ein wenig überraschend – Pfund Sterling zu konzentrieren. Offensichtlich geht man davon aus, dass sich das Pfund von seiner anhaltenden Schwächephase erholen wird. Da jedoch auch der Euro (möglicherweise sogar stärker) von dieser Entscheidung, die allerdings noch vom Finanzministerium abgesegnet werden muss und auch danach nicht zu schlagartigen Umschichtungen führen wird, profitieren würde, bleiben wir bei unserem freundlichen Ausblick für die Gemeinschaftswährung. Deren Korrektur darf nunmehr 0,9105/10 nicht mehr unterschreiten, um sich nach Überwinden des Zwischenwiderstandes von 0,9220 in Richtung 0,9365 aufwärts zu bewegen. 

CHF

EUR CHF (1,1380)

Fast konnte man beim gestrigen Rücksetzer des Euro und abermals heute Früh in Fernost den Eindruck gewinnen, der Schweizerfranken sei doch noch als Fluchtwährung gesucht. Aber auch wenn die Gemeinschaftswährung seit drei Tagen nicht so recht auf die Füße kommen möchte, bleiben die Kursrückgänge graduell. Wir setzen weiterhin auf eine Euro-Entwicklung in Richtung 1,1480 und 1,1535. Zumindest, solange 1,1350/55 (leicht modifiziert) nicht unterlaufen wird.

PLN

EUR PLN (4,2410)

Vor der morgen stattfindenden Sitzung der polnischen Zentralbank, von der keine geldpolitischen Beschlüsse erwartet werden, hat sich der Zloty etwas befestigt. Ohnehin besteht weiterhin das Risiko für den Euro, in Richtung 4,2260 abzugleiten. Für eine Stabilisierung ist dagegen immer noch ein Überwinden des Widerstands bei 4,2790 vonnöten.


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