Wöchentliche Marktberichte

Sep 04, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Tschechien noch nicht Euro-reif?

USD

EUR USD (1,1890)

Seit nunmehr zwei Monaten verfolgt die Welt die jüngste Serie von Provokationen aus Nordkorea. Die internationalen Börsen und sogenannte „sichere Häfen“, wie Gold oder der Schweizer Franken, haben mal mehr, mal weniger auf die streitsüchtigen Handlungen des Machthabers Kim Jong Un reagiert. Trotz diverser Raketentests und verbaler Drohgebärden sowie einigen, von US-Präsident Donald Trump abgefeuerten Einschüchterungsversuchen, die sich meist via Twitter ihren Weg nach Pjöngjang bahnten, wirkten speziell die globalen Aktienmärkte nie allzu lange nervös. Marktanalysten betonten bei fast jeder Erholung, dass politische Börsen „kurze Beine“ hätten. Trotzdem wunderten sich viele Akteure, wie leichtfüßig sich einerseits die US-Börsen von den August-Korrekturtiefs erholten, sich andererseits europäische Aktien nur mit Mühe von selbigen lösen konnten. Edelmetallhändler scheinen indes eine ganz andere Meinung zu haben – Gold notiert am Jahreshoch. Anleiherenditen reflektierten in den vergangenen zwei Monaten zwar auch eine Krisengrundstimmung, jedoch verlief dieser Kursverfall stets übersichtlich und in kontrollierten Bahnen. Die Signale der Märkte sind somit alles andere als eindeutig. Zurecht blicken Akteure auf den US-Dollar und fragen sich, wann dieser gedenkt, sein traditionell krisenkonformes Verhalten an den Tag zu legen, das bislang völlig ausgeblieben ist. Eventuell ausgelöst durch die neuste nordkoreanische Kampfansage, den Atomwaffentest des vergangenen Wochenendes? Der am Freitag veröffentlichte US-Arbeitsmarktbericht hatte jedenfalls nicht das Zeug dazu, eine solche Initialzündung zu entfachen. Obgleich er innerhalb des Tages für reichlich Auf und Ab sorgte – zuerst preschte der Euro in Richtung 1,20er Marke, dann erholte sich der US-Dollar wieder –, wirkten die Daten eher zweitrangig, da schwache August-Arbeitsmarktzahlen saisonbedingt kein Novum sind. Gedanken macht sich der Devisenmarkt wohl eher darüber, welche Notenbank – die EZB oder die Fed – den nächsten geldpolitischen Schritt vollzieht. Vor allem aber, in welchem Umfang sie dieses tun werden.

Nachdem unser Kursziel am Freitag überwunden wurde, bietet die 1,1815/20er Marke auch weiter den besten Schutz für einen Anstieg auf 1,2140. Selbst ein Ausrutscher auf 1,1750 wäre kein dauerhaftes Problem.

GBP

EUR GBP (0,9180)

Eine überraschend positive Veränderung der Stimmung innerhalb der britischen Industrie im Monat August konnte das Pfund am Freitag zwar etwas stärken, aber nicht stabilisieren. Für Händler waren die Zahlen eine willkommene Abwechslung, da von den Brexit-Austrittsverhandlungen nicht viel Neues kam. Das EU-Haushaltsministerium betonte am Freitag erneut, die Briten müssten bis 2023 ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen. Brexit-Minister David Davis bezeichnete unterdessen die Kritik der EU am Vorgehen Großbritanniens als „albern“. Die Euro-Korrektur darf sich zwar noch bis 0,9090 ziehen, könnte aber jederzeit auch vorher beendet werden, um sich bis auf 0,9365 bzw. darüber zu bewegen. Widerstand liegt bei 0,9220.

CHF

EUR CHF (1,1410)

Die SNB hält den Abbau einer Überbewertung des Schweizer Franken noch nicht für abgeschlossen. Franken-Händler scheinen dies ähnlich zu beurteilen, da es derzeit eher nach einem Anstieg des Euro bis auf 1,1480 und 1,1535 aussieht. Jedenfalls, solange er sich oberhalb von 1,1360 halten kann.

CZK

EUR CZK (26,04)

Der Euro hat in Tschechien anscheinend nicht das beste Standing. Knapp zwei Monate vor der Parlamentswahl poltert Umfragefavorit und Gründer der Protestpartei ANO, Andrej Babis, der Euro brächte Tschechien keine Vorteile und sein Land solle sich lieber darauf konzentrieren, die illegale Einwanderung zu stoppen und die Grenzen zu sichern. Tatsächlich stieg die Krone am Freitag etwas an. Wir sehen ohnehin Gefahr weiterer Euro-Rückschläge bis auf 25,81, zumal eine Stabilisierung erst jenseits von 26,25 zu bewerkstelligen wäre.

PLN

EUR PLN (4,2530)

Polens Einkaufsmanagerindex zeigte sich im Monat August gegenüber dem Acht-Monats-Tief im Juli ein wenig erholt. Nun richtet sich der Fokus der Akteure aber wieder auf die Notenbanksitzung am kommenden Mittwoch. Der Euro setzte am Freitag auf unsere erste Unterstützung bei 4,2350 auf, Risiko besteht aber weiter bis 4,2260. Zur Stabilisierung bedarf es Kurse jenseits von 4,2790.


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