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Wöchentliche Marktberichte

Aug 31, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Unverhohlene Freude über Dollar-Erholung

USD

EUR USD (1,1875)

Auch wer gestern nicht direkt in einem Handelssaal saß, konnte bereits allein anhand der Marktkommentare so etwas wie ein hörbares Aufatmen vernehmen, als sich für den US-Dollar auf der ökonomischen Seite einige positive Überraschungen ergaben. Zum einen wurde die erste Revision des US-Bruttoinlandsprodukts – sie lag für das zweite Quartal mit 3,0 Prozent höher als die vielerorts erwarteten 2,7 – beklatscht, obwohl sich aus dieser die Vergangenheit betreffenden Zahl wenig für die Zukunft der Finanzmarktentwicklung ablesen lässt. Denn es ist noch längst nicht ausgemacht, wie sich die wirtschaftlichen Folgen des Wirbelsturms „Harvey“ zumindest auf die Wachstumszahlen des dritten Quartals auswirken werden. Hinzu kommt: Allein Texas würde möglicherweise mehr als 125 Mrd. Dollar von der US-Regierung benötigen, so die Einschätzung von dessen Gouverneur Abbott. Dies entspricht etwa den Kosten, die der Hurrikan „Katrina“ im Jahr 2005 verursachte. Zukunftsweisender könnte indes die von der Arbeitsmarktagentur ADP veröffentlichte Zahl der neu geschaffenen Stellen sein, die für den Monat August deutlich über den Erwartungen der Ökonomen lag. Kein Wunder, wenn hier und da die positiven Erwartungen für den Arbeitsmarktbericht am Freitag womöglich noch einmal nach oben geschraubt werden.

Tatsächlich geriet der Euro aber nicht erst mit Publizierung der US-Daten unter Druck, sondern gab bereits zu einem früheren Zeitpunkt nach, obwohl der Anstieg der deutschen Konsumentenpreise (auch die Spaniens) gemäß der ersten publizierten Schätzung im Jahresvergleich höher als erwartet ausfiel. Am Ende hat die Gemeinschaftswährung auch unsere 1,1910/20er Unterstützung unterlaufen, womit, wie von uns beschrieben, die erste Nachfrage-Schicht aus Short-Eindeckungen kurzfristig schiefliegender Marktteilnehmer abgeräumt wurde. Das nächste wichtige Nachfrageniveau sehen wir bei 1,1815/20, und selbst ein Versagen dieser Marke würde noch nicht das Ende des Aufwärtstrends bedeuten. Vielmehr könnte dieser mit Überschreiten von 1,1995 wieder an Fahrt gewinnen, zumal die Widerstandssituation danach bis 1,2120 relativ dünn bliebe.

GBP

EUR GBP (0,9185)

Die Reise der britischen Premierministerin Theresa May nach Japan dürfte kaum zur gestrigen Erholung von Pfund Sterling beigetragen haben. Zumal aus japanischer Sicht selbst die Vorbereitung eines Handelsabkommens für die Zeit nach dem Brexit kaum Zählbares hervorbringen dürfte. Denn ein Commitment der Japaner für einen derartigen Deal würde ohnehin erst Sinn machen, wenn die Konditionen für die Trennung Großbritanniens von der EU festgelegt sind. Und so ist der gestrigen Rücksetzer des Euro eher dessen korrektiver Schwäche als einer Pfund-Stärke zuzurechnen. Daran ändert auch das gestern leicht verbessert ausgefallene, aber insgesamt immer noch schlechte britische Verbrauchervertrauen (GfK) nichts. Heute früh ist nun auch unsere kurzfristig wichtige Unterstützung bei 0,9190 gefallen. Weitere Korrekturen treffen bei 0,9140/45 (gut) und 0,9080 auf Trendunterstützungen. Der erste stärkere Widerstand liegt bei 0,9245.

CHF

EUR CHF (1,1440)

Gegenüber dem Franken wäre der Euro gestern vermutlich auch stabil geblieben, wenn das Schweizer Konjunkturbarometer nicht schlechter als vielerorts prognostiziert ausgefallen wäre. Viel wichtiger dürfte für die Händler indes gewesen sein, dass die jüngste Eskalation der Krise zwischen Nordkorea und den USA von den Finanzmärkten bereits weggesteckt wurde. Überhaupt blieb der Franken diesbezüglich als so genannte Fluchtwährung erstaunlich wenig nachgefragt. Damit bleibt 1,1360 unser wichtigstes Nachfrageniveau, dessen Bestand Voraussetzung für weitere Kursgewinne des Euro in Richtung 1,1480 und 1,1535 ist.

PLN

EUR PLN (4,2530)

Der Euro zeigt sich gegenüber dem Vortag fast unverändert. Da für heute in Polen jedoch ökonomische Daten (Bruttoinlandsprodukt, Verbraucherpreise) zur Veröffentlichung anstehen, könnte bei diesem Währungspaar etwas mehr Bewegung entstehen. Wir rechnen nach wie vor mit Kursverlusten für die Gemeinschaftswährung, die sich bis 4,2230 relativ ungehindert entfalten können. Für eine Stabilisierung müsste indes 4,2840 überwunden werden.


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