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Aug 30, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Sterling droht Sturz auf Acht-Jahres-Tief

USD

EUR USD (1,1975)

Während sich Marktteilnehmer immer noch die Frage stellen, wann EZB-Präsident Draghi endlich neue geldpolitische Perspektiven aufzeigen oder gar konkrete Pläne zur Einleitung eines quantitativen Abbremsmanövers ankündigen wird, eilt der Euro den meisten Händlern weiterhin davon. Die Aufwärtsbewegung hat mittlerweile so stark an Fahrt gewonnen, dass sich manche Analysten fast schon nicht mehr wagen, Begründungen vorzutragen, die vor Kurzem noch plausibel und überzeugend klangen und eine Übertreibung oder Überhitzung der Rallye suggerierten. Gestern hat es einigen Skeptiker erneut die Sprache verschlagen, als die Einheitswährung die 1,20er USD-Marke wie Butter durchstieß und somit einen weiteren Meilenstein in der jüngsten Hausse setzte. Eine gewisse Irritation ließ sich aber auch bei einigen Kommentatoren erkennen. Nach dem nordkoreanischen Raketenflug über japanisches Territorium wurde ausgerechnet der japanische Yen als „sicherer Hafen“ für Investoren ausgemacht. Anstandshalber wurden auch Gold und der Schweizer Franken erwähnt. Nur vom US-Dollar, der in solchen Situationen meistens als erstes genannt wird, war nicht die Rede – vom Euro übrigens auch nicht. Letzterem mangelt es zwar derzeit nicht an Qualität, den meisten Akteuren ist er aber ohnehin bereits viel zu fest. Ihn auch noch verbal zu pushen, mochte wohl niemand.

Überhaupt sah es am gestrigen Handelstag danach aus, als ob die meisten Händler gar nicht nach Gründen für Kursausschläge suchen wollten, weil sie viel zu sehr mit Euro-Eindeckungen und Absicherungen beschäftigt waren. Für Letzteres spricht auch der gestrige Kursverlauf. Auf den morgendlichen Heißhunger folgte seitens der Euro-Käufer während des US-Handels abrupte Appetitlosigkeit. Kommentatoren schmückten die Dollar-Gegenbewegung zwar mit positiven US-Daten (starker Case-Shiller-Index, überraschend gute Verbraucherstimmung). Daten dieser Kategorie gab es jedoch in letzter Zeit schon sehr oft. Sie waren dem Greenback aber weder eine gute Stütze noch eine dauerhafte Hilfe.

Unser jüngstes Kursziel wurde gestern erreicht und sogar übertroffen, so dass nun weiteres Potenzial bis 1,2120 gegeben ist. Ein Abgleiten unter die 1,1910/20er Unterstützung wäre indes ein Zeichen dafür dass die treibende Kraft, die aus Short-Eindeckungen resultiert, kurzfristig abzuflauen droht.

GBP

EUR GBP (0,9260)

Dass Sterling derzeit nicht zum erlauchten Kreis der sicheren Anlagehäfen zählt, bedarf wohl keiner Erklärung. Der Euro trieb das Pfund auch gestern weiter vor sich her, stieg dabei fast mühelos auf bzw. über unser Kursziel und ist dadurch in der Position, seine Kursgewinne bis auf 0,9385 auszubauen. Eskortiert wurde die Pfund-Schwäche noch vom gesunkenen Optimismus britischer Unternehmer, die mittlerweile nicht mehr nur den Brexit fürchten. Laut Umfrage des Industrieverbands CBI sind sie nun zusätzlich besorgt, dass ihnen durch den geplanten EU-Austritt ausländisches Personal verloren gehen könnte. Seit dem Brexit-Votum ist die Zahl der Zuwanderer auf ein Drei-Jahres-Tief gefallen. Ein neues Acht-Jahres-Tief(!) würde hingegen dem Pfund jenseits der 0,9365er Marke drohen. Die Chance weiterer Euro-Kursgewinne bleibt gegeben, solange die kurzfristig bedeutsame 0,9190er Unterstützung Bestand hat.

CHF

EUR CHF (1,1440)

Zwar wurde der Euro gestern kurzzeitig auf sein wichtiges 1,1360er Nachfrageniveau gedrückt. Von dort aus nahm er aber wieder Fahrt in Richtung 1,1475/80 (darüber auf 1,1535) auf. Die zuvor genannte Unterstützung darf nach wie vor nicht unterschritten werden, um unseren Fokus weiter auf steigende Euro-Kurse zu richten.

CZK

EUR CZK (26,10)

Auf die Ankündigung des stellvertretenden Chefs der tschechischen Notenbank, Mojmir Hampl, er ziehe in Erwägung, beim nächsten Treffen für eine Zinserhöhung zu votieren, reagierte der Markt gestern unbeeindruckt. Der Euro bleibt gegenüber der Krone in der Defensive (25,75), solange er noch unterhalb von 26,27 notiert.

PLN

EUR PLN (4,2530)

Auch wenn die gestrige Euro-Erholung zeitweise deutlich ausfiel, drohen nach wie vor Kursverluste. Sie können sich bis 4,2230 ausdehnen, solange der Widerstand bei 4,2840 nicht neutralisiert wird.


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