Wöchentliche Marktberichte

Aug 29, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Nation ohne Führung

USD

EUR USD (1,1975)            

Wollte man für den gestrigen Handelstag ein Resümee ziehen, könnte man sagen, es sei klar, warum der Euro steigt – allein, es gefällt den meisten nicht. Die Gründe sind relativ schnell aufgezählt. Sei es, dass die Fed-Präsidentin Janet Yellen das Thema Geldpolitik in Jackson Hole am vergangenen Wochenende ausgelassen hatte oder auch die Verwüstungen, die der Wirbelsturm „Harvey“ verursacht hat. Und so gibt es nicht wenige, die angesichts der fürchterlichen Bilder aus Texas und Louisiana einen Vergleich mit dem Hurrikan „Katrina“ im Jahr 2005 ziehen, weil das US-Wachstum seinerzeit im Folgequartal um die Hälfte einbrach. Andererseits könnte man natürlich auch argumentieren, dass die Reparatur der Schäden zu einem späteren Zeitpunkt das Wachstum wieder erhöhen wird. Wird US-Präsident Donald Trump womöglich ein Sonderprogramm ankündigen?, mag sich der eine oder andere fragen.

Aber das Vertrauen in den US-Präsidenten, nicht nur hinsichtlich seiner ökonomischen Vorhaben, scheint von Tag zu Tag zu sinken. So machte unlängst ein Artikel (Bloomberg) die Runde, wonach die größte private finnische Pensionskasse Varma die Aktiengewichtung ihres 45 Mrd. Euro schweren Portfolios im zweiten Quartal dieses Jahres um 5 Prozent – überwiegend US-Papiere – zurückgefahren haben soll. Sicherlich ist unklar, ob die im gleichen Zuge erhöhte Kassehaltung des Fonds in Euro oder in US-Dollar vorgenommen wurde. Aber alleine das Zitat des CEO von Varma, Risto Murto, „es scheint, als gäbe es keinen Präsidenten in der USA“ („It seems as if there is no president in the U.S.“) spricht nicht nur Bände, sondern dürfte auch repräsentativ für die Haltung anderer Investoren sein. Angesichts dieser negativen Rahmenbedingungen für den Greenback bedarf es nicht vieler Argumente für ein Engagement im Euro. Und da sich EZB-Präsident Mario Draghi am vergangenen Wochenende entgegen mancher Hoffnung auch nicht dazu hinreißen ließ, dem Anstieg des Euro zumindest verbal etwas Einhalt zu gebieten, ist der Weg nach oben vorgezeichnet. Daran hat selbst der neuerliche Abschuss einer Rakete Nordkoreas gestern Nacht, sogar über den Norden Japans hinweg, nichts geändert. Unser Kursziel liegt bei 1,2035 und darüber wäre auch noch mehr (1,2115) denkbar. Rückschläge dürfen in diesem Zusammenhang nun nicht mehr unter 1,1805 führen.

GBP

EUR GBP (0,9250)            

Trotz des gestrigen Feiertags in Großbritannien begann die dritte Runde der Brexit-Gespräche in Brüssel. Aber es hat den Anschein, als würden EU-Chefunterhändler Michel Barnier und sein Gegenüber Brexit-Minister David Davis aneinander vorbeireden. Während dieser einforderte, die EU brauche mehr "Flexibilität" und "Fantasie", forderte Barnier seinen Kollegen auf, endlich ernsthaft zu verhandeln, statt sinnlos Zeit zu vergeuden und wichtige Themen, etwa eine Einigung über die so genannten „Scheidungskosten“ des Brexit, nicht wirklich in Angriff zu nehmen. Keine große Bewegung gab es auch beim Wechselkurs, so dass unser Kursziel 0,9285 auf seine Erfüllung wartet. Darüber kann sich der Aufwärtstrend des Euro relativ ungehindert bis 0,9385 entfalten. Zum Erhalt des bullishen Szenarios darf nun 0,9180 nicht unterschritten werden.

CHF

EUR CHF (1,1400)            

Dem Euro gelang es immerhin nach drei ergebnislosen Versuchen in der Vorwoche, seinen Widerstand bei 1,1425 zu knacken, aber der abermalige Abschuss einer ballistischen Rakete Nordkoreas mit Flugrichtung über Japan warf ihn umgehend bis kurz vor seine neue Unterstützung bei 1,1360 zurück. Damit hat der kleine Aufwärtsimpuls in Richtung 1,1475/80 (möglicherweise auch 1,1535) zumindest kurzfristig einen Dämpfer bekommen. Die Unversehrtheit vorgenannter Unterstützung ist nun Voraussetzung für erneute Avancen der Gemeinschaftswährung.  

PLN

EUR PLN (4,2450)            

Der Euro steht weiterhin unter Druck und seine Kursverluste können sich nunmehr auch bis 4,2230 ausdehnen. Das schwache Szenario der Gemeinschaftswährung bleibt erhalten, solange 4,2840 nicht überwunden werden kann.


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