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Wöchentliche Marktberichte

Aug 28, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Die Schweiger von Jackson Hole

USD

EUR USD (1,1920)

Ein Resümee, das man aus dem diesjährigen Notenbank-Symposium in Jackson Hole ziehen könnte, wäre: Die Schweiger hätten eigentlich viel zu sagen gehabt. Weder die Rede von Fed-Chefin Janet Yellen noch die von EZB-Präsident Mario Draghi enthielt geldpolitische Inhalte – nicht ein Sterbenswörtchen. Dieser Umstand hat zahlreiche Akteure enttäuscht. Der entsprechende Rückschluss, beide hätten zu diesem Thema keinen Äußerungsbedarf, trügt. Vielleicht sahen sie Jackson Hole schlicht als falsche Plattform oder sie fanden das Timing unpassend. Wie auch immer, wer unter solchen Umständen schweigt und sich entgegen vieler Erwartungen bedeckt hält, wird sicher gute Gründe dafür haben. Die Erwartungen des Finanzmarktes waren jedenfalls hoch. Aber schon kurz nach Beginn von Yellens Vortrag wurde jedem klar, dass man von ihr keinen Hinweis auf eine etwaige Zinserhöhung erhalten würde. Die Hoffnungen mancher Händler auf eine Dollar-Rallye vor dem Wochenende pulverisierten sich binnen Minuten, und eine beeindruckende Euro-Eindeckungswelle katapultierte die Gemeinschaftswährung auf das höchste Niveau seit Januar 2015. Aber auch ein anderes Indiz deutete am Freitag darauf hin, dass sich die Mehrheit der Akteure gegen den Euro positioniert hatte. Am Vormittag wurde berichtet, Marktteilnehmer würden „in großem Stil“ auf einen starken Euro setzen. Dies sei am Optionsmarkt „ablesbar“. Der Grund für diese Interpretation war die drastisch gestiegene Zahl von EUR/USD-Calls mit dreimonatiger Laufzeit. Solche Extremwerte müssten als „regelrechtes Warnsignal bzw. Kontra-Indikator“ gewertet werden, ließen Analysten wissen. Dass Händler solche Termingeschäfte auch aus Gründen der Verlustbeschränkung getätigt haben könnten und vielleicht noch weitere folgen, stand seltsamerweise nicht zur Debatte.

Die sehr einseitige Darlegung von Informationen einerseits und die ausgesprochen dynamische Vorstellung des Euro andererseits lassen indes den Schluss zu, dass es noch immer Schieflagen im Markt zu geben scheint. Unser Kursziel liegt bei 1,2035. Voraussetzung für sein Erreichen ist, dass die 1,1730er Marke (angehoben) hält.

GBP

EUR GBP (0,9255)

Brexit-Minister David Davis scheint sich auf die heute startende dritte Verhandlungsrunde über den EU-Ausstieg richtiggehend zu freuen. Ihm zufolge gingen die Gespräche in Brüssel „unglaublich gut“ voran. Woher Davis seinen Optimismus nimmt, bleibt schleierhaft. Die Ergebnisse der letzten beiden Gesprächsrunden lassen jedenfalls nicht darauf schließen. Zudem fällt das Pfund zum Euro seit Mitte April kontinuierlich auf neue Jahrestiefs. Unser Kursziel bei 0,9285 ist zum Greifen nahe. Widerstand ist aber erst bei 0,9355 zu sehen. Im Rahmen des bullishen Ausblicks darf das 0,9160er Niveau nicht mehr verletzt werden.

CHF

EUR CHF (1,1400)

Seit Mitte vergangener Woche bewegt sich der Euro zwischen unserem Widerstandsniveau bei 1,1425 und der 1,1340er Unterstützung. Unterhalb dieser Marke würde ein Rücktest der derzeit gültigen Konsolidierungsuntergrenze bei 1,1260 ausgelöst. Die Obergrenze liegt hingegen bei 1,1475/80. Sie stellt wiederum den Auslöser für Kursgewinne auf 1,1535 dar. Möglicherweise wird die heute anstehende Schweizer Beschäftigungsrate für das zweite Quartal den Franken in Bewegung bringen.

PLN

EUR PLN (4,2510)

Die Euro-Korrekturbewegung hat am Freitag genau bei unserer 4,2460er Unterstützung aufgesetzt. Darunter würden sich Kursverluste bis auf 4,2230 ausdehnen. Mit einem schnellen Ende ist derzeit jedoch nicht zu rechnen, da es für eine Neutralisierung Notierungen jenseits der 4,2870er Marke bedarf.


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