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Aug 25, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Er mag sie, er mag sie nicht

USD

EUR USD (1,1800)

„Warten auf die wichtigen Reden von Jackson Hole“ – das war vielerorts das Motto des gestrigen Devisenhandels. Und so wundert es auch nicht, dass sich die Euro-Händler kaum mit den gestern publizierten US-Immobiliendaten oder den Erstanträgen auf Arbeitslosengeld auseinandersetzen wollten. Vielen Akteuren hierzulande wird das Warten auf die Reden von EZB-Präsident Mario Draghi oder Janet Yellen ohnehin besonders lange gemacht, denn die Fed-Präsidentin spricht heute erst um 16:00 bzw. Mario Draghi sogar erst um 21:00 Uhr hiesiger Zeit. Gerade der Vortrag des EZB-Präsidenten dürfte somit selbst Händler in den USA eher davor abschrecken, noch zu später Handelszeit jedes Wort auf die Goldwaage zu legen. Zumal immer weniger Akteure davon ausgehen, dass es noch zu einer großen Überraschung kommen könnte.

Mindestens so interessant war indes gestern ein Artikel des Wall Street Journal, der sich mit der Zukunft Janet Yellens als Fed-Präsidentin beschäftigte, deren Amtszeit Anfang Februar kommenden Jahres ausläuft und deren Nachfolge bislang nicht geregelt ist. Wahrscheinlich ist es nicht, dass Janet Yellen in Jackson Hole überhaupt etwaige Fragen, ob sie sich eine zweite Amtszeit vorstellen könne, beantworten wird. Die entscheidende Rolle in der Nachfolgediskussion dürfte ohnehin US-Präsident Donald Trump spielen, der immerhin seinen ökonomischen Chefberater Gary Cohn als möglichen Nachfolger nannte, aber gelegentlich auch zum Ausdruck brachte, er stünde einer zweiten Amtszeit Yellens nicht abgeneigt gegenüber. Frei nach dem Motto: Er mag sie, er mag sie nicht, er mag sie ... Bislang hat übrigens jeder Präsident seit Ronald Reagan den bisherigen Fed-Chef zum Weitermachen aufgefordert. Und Janet Yellen wäre seit 1934 erst die dritte Persönlichkeit an der Spitze der Fed, die nur eine Amtszeit abgeleistet hätte. Am Ende könnte sie als Nicht-Republikanerin das Rennen machen, weil sie tendenziell eher als taubenhaft und somit als wirtschaftsfreundlich gilt, gleichzeitig aber auch über jahrzehntelange Erfahrung in der Fed verfügt.

Der Euro hat es auch gestern (den vierten Tag hintereinander) nicht geschafft, die wichtige Marke von 1,1825 zu überwinden und damit die Korrekturphase zu beenden. Diese kann sich immer noch einmal nach unten entfalten und träfe erst bei 1,1630 auf die erste, bei 1,1595/05 auf die zweite gute Unterstützung. Sollte indes das Kursziel bei 1,2035 nach Überschreiten von 1,1825 (10 Stellen Durchstoß) aktiviert werden, würden wir aufgrund der mittlerweile relativ hohen Gefahr eines Fehlsignals in der Folge bestenfalls Rücksetzer bis 1,1695 tolerieren.

GBP

EUR GBP (0,9210)

Für Pfund-Händler war es ein Segen, dass die Reaktion auf den gestern veröffentlichten Einzelhandelsbericht der Confederation of British Industry (CBI), obwohl dieser für August nicht nur negativ ausgefallen war, sondern auch noch weit unter den Erwartungen der Ökonomen lag, dennoch  moderat ausfiel. Netto 10 Prozent der Befragten aus der zugrundeliegenden Umfrage gaben für August einen Rückgang der Einzelhandelsumsätze an, während sich im Juli noch eine Mehrheit von Händlern mit einem Umsatzplus gemeldet hatte. Das nächste Kursziel bleibt wie gehabt bei 0,9285, wobei besserer Widerstand erst bei 0,9355 erkennbar ist. Für den Bestand des Kursziels darf nun 0,9140 nicht mehr verletzt werden. 

CHF

EUR CHF (1,1380)

Das von uns gestern identifizierte Widerstandsniveau bei 1,1425 hat Wirkung gezeigt, doch der Euro wurde bislang noch nicht unter die Marke von 1,1340 gedrückt, womit ein Rücktest der Untergrenze der derzeit gültigen Konsolidierung bei 1,1260 eingeleitet würde. Die Obergrenze dieses Feldes bleibt unterdessen bei 1,1475/80 (Auslöser für Kursgewinne auf 1,1535).

PLN

EUR PLN (4,2600)

Das gestern veröffentlichte Protokoll der jüngsten Sitzung der Polnischen Zentralbank hat offensichtlich für Zinserhöhungsfantasien gesorgt. Zumindest zeigte sich eine Mehrheit der Zentralbanker zuversichtlich, dass die Leitzinsen in den kommenden Quartalen stabil bleiben würden. In der Folge hat der Euro wie von uns befürchtet sogleich die Kursgewinne der vorvergangenen vier Handelstage auf einen Schlag zunichte gemacht und seinen Korrekturmodus in Richtung 4,2460, darunter 4,2220, wiederbelebt. Dieser bleibt solange erhalten, bis 4,2910 überwunden werden konnte.

HUF

EUR HUF (304,00)

Gegen den Trend Polens und Tschechiens signalisierte die Ungarische Nationalbank, sie sei zu weiteren monetären Lockerungsmaßnahmen bereit – vermutlich, um einer weiteren Aufwertung des Forint entgegenzuwirken, der zuletzt den höchsten Kurs seit Mai 2015 erreicht hatte. Die Reaktion des Euro fiel entsprechend heftig (plus ein Prozent) aus, blieb jedoch nach einem Test von zuvor 301,80 vor dem ersten Widerstand (305,00) hängen. Wir gehen davon aus, dass sich die Gemeinschaftswährung unterhalb davon (oder 307,20) seitwärts entwickeln wird.


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