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Wöchentliche Marktberichte

Aug 24, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Nichts Neues vom Bodensee

USD

EUR USD (1,1800)            

Gestern waren es vor allen Dingen die positiven ökonomischen Überraschungen, die dem Euro wieder etwas Auftrieb gaben. So lagen die ersten Schätzungen der Einkaufsmanager-Indices (Markit PMI) für das produzierende Gewerbe sowohl in Deutschland als auch in der Eurozone teils deutlich über den Erwartungen – der Index für die Eurozone markierte den höchsten Stand seit April 2011. Bei den Einkaufsmanager-Indices für die Dienstleister wurden die Prognosen der Volkswirte zwar leicht verfehlt, aber zumindest Deutschland erfüllte sein ihm zugedachtes Soll innerhalb der Eurozone. Für die USA, für die ebenfalls entsprechende Zahlen publiziert wurden, ergab sich genau das umgekehrte Bild: Der PMI für die Industrie enttäuschte, während die Zahlen für die Dienstleister das Vorhersage-Mittel genau erfüllten.

Zuvor hatte die Rede Mario Draghis zur Eröffnung der Konferenz der Wirtschaftswissenschaftler in Lindau anfangs ein gewisses Interesse unter den Kommentatoren hervorgerufen. Doch als klar wurde, dass der EZB-Präsident im Rahmen dieses wissenschaftlich orientierten Symposiums lediglich den Erfolg der quantitativen Lockerungspolitik der EZB hervorhob, aber keinerlei Hinweise auf eine künftige Zentralbank-Strategie gab, zog der Euro schließlich etwas an. Immerhin mahnte Jens Weidmann in einem Zeitungsinterview (Börsenzeitung) an, die Zeit für einen Ausstieg aus der ultra-lockeren Geldpolitik sei reif. Da der Bundesbankpräsident jedoch als einer der stärksten Gegner einer lockeren Geldpolitik innerhalb des EZB-Rates zählt, verhallte auch dieses Statement im Markt weitgehend ungehört.

Unklar blieb, ob US-Präsident Donald Trump, der mit der Drohung einer Zwangsschließung öffentlicher Behörden aufwartete, sollte der Kongress seinem Finanzierungswunsch einer von ihm versprochenen Grenzmauer zu Mexiko nicht nachkommen, für die neuerliche Schwäche des Greenback verantwortlich war: Für den Euro jedenfalls eröffnet sich nach Überwinden von 1,1825 (gestern erneut getestet) immer noch ein Kursziel von 1,2035. Sowohl für den derzeitigen Korrekturmodus als auch für den Bestand besagten Kursziels nach dessen Aktivierung ist an der Unterseite die Marke von 1,1635 das Maß aller Dinge.

GBP

EUR GBP (0,9230)            

Waren vorgestern noch die CBI-Erwartungen für Industrieaufträge in Großbritannien erstaunlich positiv ausgefallen, gab es gestern einen herben Dämpfer. So ergab eine Umfrage der Recruitment and Employment Confederation (REC), dass die britischen Arbeitgeber sich zunehmend Sorgen wegen der Konjunkturentwicklung infolge des Brexit machen. Der Index für die ökonomischen Rahmenbedingungen war gegenüber dem Vormonat nicht nur in den negativen Bereich abgesunken – netto gab es 3 Prozent mehr pessimistische als optimistische Unternehmer –, sondern auch noch auf den tiefsten Stand des Jahres gefallen. Mag sein, dass diese Unsicherheit auch die Pfund-Händler befallen hat, denn der Euro, der sich bislang stetig, aber dennoch moderat befestigt hatte, nahm plötzlich Anlauf (möglicherweise verursacht durch eine Shortsqueeze, ausgelöst durch bearishe Euro-Positionierungen gegen den Trend) und überschritt sogar unsere nächste Zielmarke an der Oberseite bei 0,9205. Wie bereits gestern angedeutet, steht nun ein Test von 0,9285 an, besseren Widerstand erwarten wir sogar erst bei 0,9355. Für die Gültigkeit des Kursziels darf nun an der Unterseite 0,9130 nicht mehr verletzt werden.

CHF

EUR CHF (1,1400)            

Der Euro bewegt sich weiterhin innerhalb seiner Konsolidierungszone zwischen 1,1260 und 1,1475/80. Dabei hat sich trotz aller Stabilität mit 1,1425 ein recht störrisches Widerstandsniveau entwickelt, das derzeit nicht ohne Bedeutung ist. Solange es nämlich nicht überwunden wird, ist an der Unterseite die Marke von 1,1340 besonders verletzlich – ein Versagen, dieses Niveau zu halten, würde nämlich im weiteren Verlauf zu einem Rücktest der Zonenuntergrenze führen.

PLN

EUR PLN (4,2815)           

Der Euro hat sich zwar etwas befestigt, doch die schlechte Unterstützungssituation (4,2460, darunter nur 4,2200) bleibt solange erhalten, bis 4,2910 überwunden worden ist.


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