Wöchentliche Marktberichte

Aug 23, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Die Ruhe vor den Reden

USD

EUR USD (1,1760)            

Es waren gestern keine ökonomischen Daten, die den Euro im Laufe des Tages unter Druck geraten ließen. Zwar sind die Konjunkturerwartungen für Deutschland, gemessen am ZEW-Index, enttäuschend ausgefallen, aber man sollte diesen Indikator ohnehin nicht überbewerten, spiegelt er häufig doch nur die Stimmung der Börsianer wider. Deren Sentiment war während der vergangenen vier Wochen auch nicht durchweg optimistisch. Am Ende dürften für den Rückzug des Euro andere Faktoren entscheidend gewesen sein, mochten sich doch viele Händler anlässlich des Treffens der Notenbanker in Jackson Hole in Zurückhaltung üben. Dass dort Mario Draghi gewissermaßen einen verbalen Balanceakt begehen wird, ist für viele Akteure eine ausgemachte Sache. Denn auch nur eine leicht dahingeworfene Äußerung des EZB-Präsidenten – und sei es lediglich ein kleiner Hinweis auf mögliche Diskussionen in der kommenden Zentralbankratssitzung über einen bevorstehenden geldpolitischen Richtungswechsel – könnte genau das bewirken, wovor die EZB derzeit angeblich Angst hat: eine weitere Aufwertung des Euro. Und deswegen erwarten viele Akteure eher taubenhafte Kommentare. Aber nicht nur Mario Draghi (und neben ihm auch Bundesbankpräsident Jens Weidmann) werden in Jackson Hole ihre Visitenkarte abgeben. Auch Fed-Präsidentin Janet Yellen wird sich am Freitag zu Wort melden und könnte womöglich Hinweise auf die Rückführung der Bilanzsumme oder gar hinsichtlich eines Zinsschritts im Dezember geben. Ganz nebenbei bemerkt: Gerüchte über Fortschritte bei der US-Steuerreform, die zum gestrigen Aufschwung der dortigen Aktienmärkte beigetragen haben sollen, fanden im Devisenhandel keinen sichtbaren Niederschlag.

Seit gestern Vormittag verharrt nun der Euro in einer engen Bandbreite von 25 Stellen. Außerdem ist es ihm bislang nicht gelungen, seinen derzeitigen Korrekturmodus zu beenden. Stattdessen verzeichnet die Gemeinschaftswährung weitere korrektive Kursrückgänge, die immer noch bis 1,1640 (möglicherweise auch 1,1575) reichen können. Erstere Marke darf auch nicht unterschritten werden, falls das Kursziel 1,2035 nach Überschreiten der wichtigen Marke an der Oberseite bei 1,1825 (marginal adjustiert) aktiviert werden sollte.

GBP

EUR GBP (0,9165)            

Politische Positionspapiere scheinen die Pfund-Händler nicht zu interessieren. Das gilt auch für den gestern veröffentlichten Vorschlag zur Regelung von grenzüberschreitenden Zivilprozessen nach dem Brexit. Aber auch die deutlich besser als erwartet ausgefallenen und fast schon euphorisch anmutenden CBI-Erwartungen für Industrieaufträge vermochten dem britischen Pfund keine Verschnaufpause im Abwärtstrend zu verschaffen. Stattdessen krabbelt der Euro seit zwei Wochen jeden Tag ein kleines Stückchen höher und bringt die Bären, die auf eine kräftige Korrekturbewegung infolge des langsamen Aufwärtstrends setzen, schier zur Verzweiflung. Unser Kursziel liegt nach wie vor bei 0,9205 (darüber wäre auch ein Test von 0,9285 möglich), sofern die Unterstützung bei 0,9090 nicht unterschritten wird.

CHF

EUR CHF (1,1390)            

Der besser als erwartet ausgefallene Schweizer Handelsbilanzüberschusses hat per Saldo keine Auswirkungen auf den Wechselkurs gehabt. Der Euro zeigt sich gegenüber dem Vortag sogar marginal fester und bewegt sich in einer breiten Konsolidierungszone zwischen 1,1260 und 1,1475/80 mit einer leichten Tendenz zur Stärke.

PLN

EUR PLN (4,2730) 

Der Euro bleibt auf Korrekturkurs (Ausblick bis 4,2460), darunter sogar bis 4,2180. Kurzfristigen Widerstand erwarten wir an der anderen Seite bei 4,2910.


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