Wöchentliche Marktberichte

Aug 22, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Nur nichts Falsches sagen

USD

EUR USD (1,1805)

Zwei wichtige Ereignisse überschatteten in dieser Woche den Devisenmarkt, hieß es. Dabei handelt es sich nicht um die Nachwirkungen der gestrigen totalen Sonnenfinsternis in den USA, sondern um irdische Konferenzen. Die wichtigere davon findet in den Rocky Mountains in Jackson Hole statt, wo sich ab Donnerstag die Elite der Geldpolitik treffen wird. Das andere große Treffen ist das der Wirtschaftswissenschaftler in Lindau am Bodensee, unter ihnen viele Nobelpreisträger dieses Fachs, das heute mit einem gemeinsamen Abendessen beginnt. Bei beiden Zusammenkünften wird Mario Draghi (in Lindau Morgen zur Eröffnungsrede) sprechen. Obgleich bereits aus sogenannten Kreisen der EZB verlautbart wurde, ihr Präsident werde seinen Auftritt in Jackson Hole nicht im Vorgriff auf die kommende Sitzung im September für die Ankündigung eines geldpolitischen Kurswechsels der Zentralbank nutzen, gibt es immer noch Kommentatoren, die insgeheim doch noch mit einer Überraschung rechnen. Würde Mario Draghi, wenn schon nicht in Jackson Hole, die Bühne in Lindau nutzen, um doch noch den ein oder anderen geldpolitischen Hinweis zu geben? Oder bereitet der feste Euro dem EZB-Präsidenten auf dem gegenwärtigen Niveau mehr schlaflose Nächte als vielen Ökonomen, die für Ende 2018 eine geradezu aufregende, vielfach geänderte Euro-Prognose von 1,17 USD abgegeben hatten? Ja, das Wording eines Draghi-Statements ist für manche Beobachter so wichtig, dass sich ein Ökonom die Mühe machte, interessierten Marktteilnehmern für den Fall der Fälle Interpretationen etwaiger Ausführungen Draghis hinsichtlich eines zu festen Euros an die Hand zu geben. Ein Wörterbuch sozusagen, das vor allen Dingen diejenigen interessieren dürfte, denen ein Euro-Anstieg nicht so recht in den Kram passen würde. Wollen wir hoffen, dass Mario Draghi nichts Falsches sagt.

Unterdessen kämpft der Euro seit gestern Nachmittag mit seinem Auslöser für Kursgewinne bei 1,1820, der immer noch nicht ausreichend (10 Stellen) überwunden wurde, um den Korrekturmodus zu beenden. Wie gehabt, ergäbe sich darüber ein neues Kursziel bei 1,2035, wobei in solch einem Falle die gute Unterstützung (auch für den derzeitigen Korrekturmodus) bei nunmehr 1,1645/50 nicht verletzt werden darf.

GBP

EUR GBP (0,9165)

Das neue Positionspapier des Brexit-Ministeriums zum Handel, wonach man in London am liebsten alles beim Alten belassen würde und demzufolge britische Ex- und Importe vom Brexit nicht betroffen sein würden, hat die Händler nicht zu neuen Pfund-Fans gemacht. Dies ist auch nicht weiter verwunderlich, hat doch die EU-Kommission, die zu den britischen Vorschlägen keine Stellung bezog, einen ganz anderen Fahrplan im Sinn. Denn deren Chefunterhändler Michael Barnier pocht darauf, dass zuerst Fortschritte bei den drei wichtigsten Fragen des EU-Austritts [Rechte der EU-Bürger in Großbritannien, die Abrechnung der so genannten „Scheidungskosten“ zwischen EU und UK sowie das Verhältnis zwischen der Republik Irland und Nordirland] erzielt werden müssten. Am Ende hat sich der Euro gestern weiter befestigt und sich seinem Kursziel bei 0,9205 (danach wäre auch ein Test von 0,9285 möglich) weiter angenähert. In diesem Zusammenhang darf nun die Unterstützung bei 0,9090 nicht mehr unterschritten werden.

CHF

EUR CHF (1,1370)

Obwohl US-Präsident Donald Trump nach seiner Rede gestern Nacht die US-Truppen in Afghanistan anscheinend entgegen früherer Äußerungen und gegen den bisherigen Trend jetzt doch aufstocken möchte und gleichzeitig 17.500 US-Soldaten im Rahmen einer Militärübung in Südkorea aufmarschiert sind, blieb der Franken fast unbewegt. Vieles spricht sogar dafür, dass der Euro nach Überschreiten von 1,1380 eine recht breite Konsolidierungszone zwischen der Basis 1,1260 und 1,1475/80 ausbilden wird. Von ökonomischer Seite steht für heute die Veröffentlichung der Schweizer Handelsbilanz an, von der wir uns jedoch keine nachhaltigen Kursimpulse versprechen.

PLN

EUR PLN (4,2770)

Der Euro bleibt auf Korrekturkurs mit Perspektive bis 4,2460, darunter sogar bis 4,2180. Kurzfristigen Widerstand erwarten wir an der anderen Seite bei 4,2910.


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