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Aug 21, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Euro-Rallye birgt Überraschungspotenzial

USD

EUR USD (1,1750)

Eine interessante Entwicklung ließ sich am vergangenen Wochenende in Übersee verzeichnen, betrifft aber nicht etwa den schon fast regelmäßigen Austausch von Trump-Regierungsvertretern. Solche Ereignisse werden von Finanzmarktteilnehmern mittlerweile lediglich zur Kenntnis genommen. Reaktionen im Markt sind aber – vermutlich aufgrund der hohen Drehzahl des Personalkarussells – nicht mehr erkennbar. Sie fallen dem Gewöhnungseffekt zum Opfer. Die von uns eingangs angesprochene Entwicklung ist aber ohnehin nicht politischer, sondern technischer Natur und betrifft die Positionierung von Akteuren an der US-Börse CME. Dort hatten Investoren in den vergangenen Wochen massiv auf eine Abwertung des US-Dollar gesetzt – insbesondere gegenüber dem Kanadischen Dollar und dem Euro. Mitte August hat sich diese ausgeprägte Negativhaltung zum US-Dollar aber deutlich reduziert. Sprich, ein Großteil der Dollar-Short-Positionen wurde eingedeckt. Kanada-Dollar bzw. Euro wurden indes verkauft. Dieses Verhalten deckt sich mit der Augustkorrektur, die den Euro um 250 Stellen von seiner jüngsten Spitze drückte. Wenn aber tatsächlich Gewinnmitnahmen Grund für diese Korrekturbewegung waren, dann könnte diese Phase durchaus jetzt schon weitestgehend abgeschlossen sein.

Eine weitere interessante Nachricht kam aus Deutschland. Sie bezieht sich auf den Warnruf, den Ende vergangener Woche einige EZB-Mitglieder ausstießen, weil sie befürchten, dass ein starker Euro die wirtschaftliche Erholung in Europa gefährden könne. Erstaunlicherweise ängstigt deutsche Ökonomen dieses Szenario derzeit nicht besonders, wie sich anhand des jüngsten Ökonomen-Barometer von €uro am Sonntag und dem Nachrichtensender n-tv erkennen lässt. Zudem halten sie das weitere Euro-Aufwertungspotenzial für begrenzt. Im Schnitt rechnen die befragten Volkswirte bis Mitte 2018 mit einem Kurs von 1,17 USD. Mit anderen Worten: Eine Fortsetzung der Rallye wäre für etliche Marktteilnehmer eine (negative) Überraschung.

Wir halten den Euro für stark genug, seine Korrektur bald zu beenden. Die Unterseite wirkt bereits bei 1,1620 gut abgesichert, und weitere Nachfrage reicht bis 1,1550. Ein Überschreiten von 1,1820 würde hingegen erneut die Oberseite bis 1,2035 eröffnen.

GBP

EUR GBP (0,9125)

Der schleppende Verlauf der Brexit-Verhandlungen führt zu immer weiteren Spekulationen über den Zeitplan für die nächsten Gesprächsrunden. Vergangenen Freitag berichtete der Tagesspiegel unter Berufung auf EU-Verhandlungskreise, neue Verhandlungen würde es frühestens im Dezember geben. Unterdessen bahnt der Euro sich weiter den Weg in Richtung Parität. Wir fokussieren uns allerdings auf kurze Sicht auf unser Kursziel bei 0,9205, das gültig bleibt, solange die 0,9060er Marke hält.

CHF

EUR CHF (1,1350)

Im Rahmen seiner jüngsten Abwärtskorrektur hat der Euro am Freitag wie erwartet unsere 1,1260er Unterstützung berührt. Von dort aus konnte er sich wieder kräftig erholen. Bei einem fortgesetzten Anstieg auf 1,1470 könnte sich eine neue Konsolidierungszone bilden. Jedoch nur, wenn bis dahin nicht unsere zuvor erwähnte Unterstützung gebrochen wird. Ansonsten würden weitere Verluste bis auf 1,1190 drohen.

CZK

EUR CZK (26,05)

Wir behalten unser bearishes Szenario mit Kursziel bei 25,75 bei, solange der Schlüsselwiderstand bei 26,19 Bestand hat. Zwischenunterstützung findet sich heute bei 25,97.

PLN

EUR PLN (4,2740)

Polnische Wirtschaftsdaten (Industrieproduktion und Einzelhandelsumsätze lagen unter, Produzentenpreise über den Erwartungen) sorgten am Freitag für Kursausschläge nach beiden Seiten. Am Ende befand sich der Euro aber wieder dort, wo er den Tag begonnen hatte. Unverändert bleibt auch unsere Erwartungshaltung. Wir rechnen mit einem Korrekturkurs auf 4,2460. Darunter könnte der Euro sogar bis 4,2180 fallen. Kurzfristiger Widerstand findet sich nach wie vor bei 4,2910.


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