Wöchentliche Marktberichte

Aug 17, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Flüsterer sind unterwegs

USD

EUR USD (1,1780)

Wieder einmal waren es die so genannten Quellen aus Kreisen der Europäischen Zentralbank, die den Devisenhändlern – trotz der Ferien – etwas zuflüsterten. Demzufolge soll Mario Draghi nicht, wie vielfach erwartet, seinen Auftritt in Jackson Hole Ende August für die Ankündigung eines geldpolitischen Kurswechsels der Zentralbank nutzen wollen. Gemessen an der Erwartungshaltung vieler Akteure hatte diese Information dann jedoch lediglich eine maßvolle Euro-Korrektur mit einem im Vergleich zum Vortag marginal niedrigeren Tagestief zur Folge.
Aber auch aus den USA gab es Notenbank-Neuigkeiten, da das Protokoll zur vergangenen Sitzung des Offenmarktausschusses der Fed (FOMC) veröffentlicht wurde. Interessanterweise gab es bei der Juli-Sitzung offenbar einen Dissens darüber, ob die zuletzt zu niedrige Inflation ein nur temporäres oder länger anhaltendes Phänomen sei. Diese unterschiedliche Auffassung könnte letztlich dazu führen, dass sich das Tempo hinsichtlich weiterer Zinserhöhungen verlangsamt. Am Ende geriet der US-Dollar aber nicht wegen des Fed-Protokolls entscheidend unter Druck, sondern durch eine weitere aufsehenerregende Maßnahme von US-Präsident Donald Trump, der gestern kurzerhand zwei seiner Beraterteams einfach aufgelöst hatte, zu deren Mitgliedern mehrere bedeutende Konzernchefs gehörten. Zuvor hatten bereits einige Wirtschaftsexperten aus Protest gegen die Haltung Trumps während der Ausschreitungen in Charlotteville ihre Mitwirkung in den Gremien aufgekündigt.

Nach einer weiteren Korrektur konnte sich der Euro am Ende abermals eindrucksvoll erholen und machte gegenüber dem Vortag etwas Boden gut. Damit hat sich eine Konsolidierungszone innerhalb seines Aufwärtstrends zwischen 1,1680 und 1,1840 etabliert, wobei ein Überschreiten der Obergrenze des Feldes ein Kursziel bei 1,2010/15 eröffnen würde. Zusätzlich ist die Unterseite heute bei 1,1620 abgesichert.

GBP

EUR GBP (0,9130)

Nicht nur die Arbeitslosenquote in Großbritannien, die mit 4,4 Prozent auf den tiefsten Stand seit 42 Jahren gefallen ist, hat die Erwartungen der Ökonomen, wenn auch geringfügig, übertroffen. Auch die Entwicklung der Löhne erwies sich marginal besser als prognostiziert. Ob dies allerdings ausreicht, nun noch einen Zinsschritt vor dem Jahresende einzupreisen, scheint indes fraglich. Zumindest ist die Entwicklung des Wechselkurses unauffällig geblieben, weswegen wir für den Euro nach wie vor das Kursziel von 0,9205 vorhalten. Im Rahmen des bullishen Szenarios darf nunmehr 0,9060 nicht mehr unterschritten werden.

CHF

EUR CHF (1,1360)

Während wir schreiben, kämpft der Euro mit seiner 1,1360er Unterstützung, mit deren Unterschreiten die Gemeinschaftswährung nicht nur wichtige Aufwärts-Dynamik verlieren, sondern auch ein Test der jüngsten Kursspitze bei 1,1535 verschoben würde. Stattdessen drohen für diesen Fall abermalige Korrekturen bis auf den bei Beginn der US-Korea-Krise entstandenen Boden bei 1,1260.

CZK

EUR CZK (26,05)

Die tschechischen Wachstumsdaten haben die Erwartungen der Ökonomen deutlich übertroffen. Nach ersten Schätzungen übertraf die Wirtschaftsleistung gegenüber dem Vorquartal mit einem Plus von 2,3 Prozent nicht nur die Analystenprognosen (0,8 Prozent) bei weitem, sondern markierte sogar ein Rekordhoch seit dem Beginn vergleichbarer Aufzeichnungen vor mehr als 20 Jahren. Gegenüber dem Vorjahresquartal ergab sich sogar ein Plus von 4,5 Prozent. Damit geriet der Euro, nach wie vor mit Kursziel 25,75, wieder unter Druck.  Immer noch gilt: Im Rahmen dieses Szenarios darf 26,21 nicht überschritten werden.

PLN

EUR PLN (4,2650)

Auch die polnischen Wachstumszahlen lagen über den Erwartungen der Ökonomen und haben den Zloty so weit gestärkt, dass die bestehenden Kursziele des Euro an der Oberseite nunmehr ihre Gültigkeit verloren haben. Damit ist der Aufwärtstrend des Euro zwar nicht gebrochen, aber weiteren Korrekturen (4,2460) ausgesetzt. Um die frühere Kraft zurückzugewinnen, müsste die Gemeinschaftswährung nunmehr 4,2900 überwinden.


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