Wöchentliche Marktberichte

Aug 15, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Zurück ins Risiko

USD

EUR USD (1,1770)

Da der ökonomische Datenkalender gestern weder für die Eurozone noch für die USA Interessantes anzubieten hatte, konnte sich der Handel weitestgehend auf politische Nachrichten konzentrieren. Bereits am Wochenende hatte sich die Stimmung in der Krise zwischen den USA und Nordkorea deutlich verbessert, nachdem sowohl CIA-Direktor Pompeo als auch NSA-Chef McMaster betonten, dass es keinerlei Anzeichen dafür gäbe, dass ein Kriegsausbruch bevorstünde. Und nachdem auch noch China gestern früh einen Importstopp für bestimmte Güter (beispielsweise Kohle, Eisenerz und Blei sowie Fisch und Meeresfrüchte) aus Nordkorea verhängt hatte, fanden die Devisenmärkte vielfach wieder zur Risikofreude zurück. Dabei fällt auf, dass der Euro zumindest im Verhältnis zum US-Dollar und der Safe-Haven-Währung Yen (im Gegensatz zu EUR/CHF, vgl. unten) davon nicht profitieren konnte. Später meldete sich der stellvertretende Fed-Chef William Dudley noch einmal zu Wort. Im Gegensatz zu einigen seiner Kollegen, die man während der vergangenen Handelstage häufig hören konnte, sprach er sich für einen weiteren Zinsschritt in diesem Jahr aus. Damit hat Dudley die Inflationsdaten vom vergangenen Freitag praktisch ignoriert, doch zeigte sich der Dollar gegenüber dem Euro davon unbeeindruckt.

Da der Euro gestern seinen Stabilitätspunkt bei 1,1840 nicht überwinden konnte, bleibt der Korrekturmodus der Gemeinschaftswährung erhalten. Dabei hat sich die Widerstandssituation an der bislang recht offenen Oberseite verstärkt, während die Unterseite durchlässiger geworden ist. Die Konsequenz: Mit Überschreiten von 1,1840 können wir zwar wie geplant ein Kursziel bei 1,2010/15 eröffnen, allerdings ist dies mit dem Nachteil verbunden, dass zurzeit Rückschläge bis 1,1660/65 toleriert werden müssten, da das Schlüsselniveau bei nunmehr 1,1740 durch die jüngste Kursentwicklung stark aufgeweicht wurde. Die mittelfristige Auffanglinie für den Aufwärtstrend liegt nun etwas höher bei 1,1600.

GBP

EUR GBP (0,9080)

Wenig Veränderung gab es für Pfund Sterling, doch könnte sich das rasch ändern, da heute die Veröffentlichung einiger Inflationsdaten ansteht. Dabei dürfte das Hauptaugenmerk auf den Konsumentenpreisen liegen, bei denen die Ökonomen im Durchschnitt mit einem Zuwachs von 2,6 Prozent (Kerninflation 2,5 Prozent) auf Jahressicht ausgehen. Deswegen bewegte sich der Euro nur in einer Handelsspanne von 30 Stellen, wobei wir jedoch das Kursziel von 0,9205 im Auge behalten. Dieses bleibt so lange gültig, wie 0,9035 nicht unterschritten wird. Das Schlüsselniveau für den Aufwärtstrend liegt nun bei 0,8905.

CHF

EUR CHF (1,1465)

Die Beruhigung im Konflikt zwischen den USA und Nordkorea hat dazu geführt, dass der Franken als sicherer Hafen wieder an Bedeutung verloren hat. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass sich die Schweizerische Nationalbank, der die vorübergehende massive Befestigung des Franken in der vergangenen Woche nicht geschmeckt haben dürfte, mit Interventionen zugunsten des Euro zurückgehalten hat. Diesen Eindruck vermittelt zumindest die Entwicklung der Sichtguthaben bei der Nationalbank, die sich in der Woche zum 11. August kaum verändert haben. Heute früh hat sich der Euro nunmehr so weit stabilisiert, dass zumindest ein Test von 1,1535 (darüber 1,1690) angezeigt ist. In diesem Zusammenhang darf an der Unterseite 1,1360 nicht unterlaufen werden.

PLN

EUR PLN (4,2820)

Die in Polen gestern veröffentlichten Inflationsdaten für den Monat Juli entsprachen mit einem Plus von 0,8 Prozent (Kern-Inflation) im Jahresvergleich nicht nur dem Wert der beiden Vormonate, sondern auch den Erwartungen der Ökonomen. Immerhin konnte sich der Zloty von seinem bisherigen Tiefpunkt etwas erholen, aber am Ende blieb der Euro jedoch gegenüber dem Vortag fast unbewegt und sollte in der Lage sein, nun die Ziele bei 4,3060 und darüber 4,3170 anzuvisieren. Dabei sollte nach wie vor 4,2570 nicht mehr unterschritten werden.


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