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Wöchentliche Marktberichte

Aug 14, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Zu wenig Inflation

USD

EUR USD (1,1820)

Nach der Veröffentlichung der US-Konsumentenpreise am vergangenen Freitag, die im Juli sowohl im Monats- als auch im Jahresvergleich unter den Erwartungen der meisten Ökonomen blieben, scheint man sich mehr und mehr damit abzufinden, dass es in diesem Jahr wohl keine weitere Leitzinserhöhung in den USA mehr geben wird. Lag die Wahrscheinlichkeit (vgl. CME FedWatch Tool) dafür Anfang Juli noch bei 56 Prozent, ist diese am Freitag auf 37 Prozent gefallen. Des weiteren könnte man auch die jüngste Umfrage der Fed von Philadelphia unter Ökonomen anführen, von denen nun die meisten davon ausgehen, dass die Inflation in diesem Jahr nicht mehr das angestrebte 2-Prozent-Ziel erreichen wird. Ins gleiche Horn stießen die beiden stimmberechtigten Mitglieder des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC), Neel Kashkari (Minneapolis) und Robert Kaplan (Dallas), die sich beide bezüglich eines weiteren Zinsschritts in diesem Jahr (erwartungsgemäß) taubenhaft äußerten.

Auch wenn US-Präsident Donald Trump seine Drohungen gegenüber Nordkorea fortgesetzt hat, scheinen die Devisenhändler zumindest momentan fast schon dagegen immun zu sein. Der Euro konnte sich dabei befestigen, hat aber bislang seinen Stabilitätspunkt bei 1,1840 noch nicht richtig überwunden. Jenseits davon wäre die Abwärtskorrektur im Aufwärtstrend als beendet zu betrachten. Gleichzeitig würden wir ein neues Kursziel bei 1,2010/15 eröffnen. In diesem Zusammenhang dürfte dann 1,1735/40, das neue Schlüsselniveau für den kurzfristigen Aufwärtstrend, nicht mehr unterlaufen werden – die mittelfristige Auffanglinie liegt nunmehr bei 1,1590/95.

GBP

EUR GBP (0,9085)

Die positive Tendenz des Euro hat auch dafür gesorgt, dass der Aufwärtstrend gegenüber Pfund Sterling wieder etwas an Fahrt gewonnen hat. Und das trotz eines hawkishen Interviews von Michael Saunders, Mitglied des Geldpolitischen Komitees der Bank von England (MPC). Saunders, der zu den beiden Vertretern des MPC gehörte, die bei dessen vergangener Sitzung für eine Zinserhöhung votierten, sieht die Zentralbank in der Pflicht, etwas aktiver [in Form eines Zinsschritts] zu werden, falls das Wirtschaftswachstum positiv überraschen sollte. Andererseits sieht Saunders die Brexit-Unsicherheiten offensichtlich recht gelassen. Zwar könne der Brexit das Wirtschaftswachstum in Großbritannien um ein paar Prozent (5 Prozent über 15 Jahre verteilt) drücken, doch die Verbraucher hätten ihre Konsumausgaben wider Erwarten nicht so drastisch zurückgefahren wie ursprünglich befürchtet.

Dennoch hat der Euro sein Kursziel bei 0,9110 sogar leicht überschritten, so dass wir nunmehr eine zusätzliche Zielmarke bei 0,9205 ins Auge fassen können. Letztere bleibt so lange gültig, wie 0,9030 nicht unterschritten wird. Das Schlüsselniveau für den Aufwärtstrend haben wir abermals, nun auf 0,8895/00, angehoben.

CHF

EUR CHF (1,1410)

Dafür dass der Schweizer Franken derzeit als Fluchtwährung bei den Händlern gilt, blieb das Handelsgeschehen mit einer Bandbreite von einem Prozent am Freitag vergleichsweise überschaubar. Heute Morgen in Fernost befestigte sich der Euro (nach einem Schlusskurs von 1,1370) gegenüber dem Franken im Vergleich zu anderen Valuten sogar auffallend auf 1,1410, ohne bislang jedoch neue Trend-Impulse zu setzen. Die Untergrenze einer möglichen Seitwärtsentwicklung liegt mit Unterstützung bei 1,1245 (oder auch 1,1185) immer noch relativ weit entfernt. Für eine nachhaltige Stabilisierung müsste der Euro indes 1,1465 überschreiten.

PLN

EUR PLN (4,2860)

Der Euro hat am Freitag sein Kursziel erwartungsgemäß im zweiten Anlauf genommen und sollte nun 4,3060 und darüber 4,3170 in Angriff nehmen. In diesem Zusammenhang darf 4,2570 nun nicht mehr unterschritten werden.


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