Wöchentliche Marktberichte

Aug 11, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Noch einmal nachgelegt

USD

EUR USD (1,1775)            

Während gestern die Spannungen zwischen den USA und Nordkorea schwer auf den Aktienmärkten lasteten, scheinen sie mittlerweile – obwohl US-Präsident Donald Trump in Sachen Nordkorea verbal noch einmal nachlegte – für Devisenhändler kurzzeitig in den Hintergrund getreten zu sein. So hat etwa der breitgestreute US-Aktienindex S&P 500 gestern mit einem Minus von 1,4 Prozent den zweitgrößten Tagesverlust des Jahres hingelegt und damit innerhalb von nicht einmal drei Handelstagen den (wenn auch kleinen) Kursgewinn der davorliegenden vier Wochen zunichtegemacht. Dessen ungeachtet konzentrierten sich Devisenhändler weitgehend auf zwei Ereignisse. Zum einen war dies der US-Produzentenpreis-Index, der im Juli gegenüber dem Vormonat einen Rückgang von 0,1 Prozent zeigte und genauso wie die Kernrate (-0,1 Prozent) unter den Erwartungen der Ökonomen lag. Tatsächlich handelt es sich um den ersten Rückgang bei diesem Index seit elf Monaten. Damit haben zumindest diejenigen, die in diesem Jahr keinen weiteren Zinsschritt der US-Notenbank erwarten, etwas Oberwasser erhalten. Das andere Ereignis, das die Aufmerksamkeit der Händler fand, war die gestrige Rede des Chefs der Fed von New York, William Dudley, der als enger Vertrauter der Fed-Präsidentin Janet Yellen gilt. Er hält es zwar für möglich, dass die Inflation mittelfristig das angepeilte Ziel von 2 Prozent erreicht, jedoch nicht in den kommenden sechs bis zehn Monaten. Gut möglich, dass diese beiden Ereignisse für die gestrige Dollarschwäche verantwortlich waren, doch könnte vor allem die jüngste Entwicklung am US-Aktienmarkt ebenfalls dazu beigetragen haben. Um ein abschließendes Bild über die US-Inflation zu erhalten, wird man jedoch die heute zur Veröffentlichung anstehende Entwicklung der Konsumentenpreise abwarten müssen.

Der Euro konnte sich unterdessen etwas stabilisieren, wird aber die Korrekturphase in seinem derzeitigen Aufwärtstrend erst nach Überschreiten von nunmehr 1,1840 hinter sich lassen können. Die Schlüsselunterstützung des kurzfristigen Aufwärtstrends (marginal adjustiert) liegt für heute bei 1,1685/95, während die mittelfristige Auffanglinie nun bei 1,1575/80 anzusetzen ist.

GBP

EUR GBP (0,9065)            

Für Großbritannien gab es gestern von ökonomischer Seite unterschiedliche Signale. Während die Industrieproduktion über den Erwartungen der Analysten lag, hat sich die gesamte Handelsbilanz genauso wie die Warenbilanz abermals nicht verbessern können. Außerdem fielen die jeweiligen Defizite deutlich größer aus, als sie prognostiziert worden waren. Zusammen mit der von uns gestern erwähnten ungünstigen Entwicklung der britischen Hauspreise zeigen sich somit immer wieder Folgen des Brexit; hinzu kommt die damit verbundene politische Unsicherheit, auch aufgrund des Ausgangs der Wahlen in diesem Jahr. Gerade die jüngste RICS-Umfrage verdeutlicht, dass die Immobilienmakler auch außerhalb Londons, etwa im Südosten des Landes, unter dem Strich mit nachgebenden Immobilienpreisen rechnen. Im Falle Londons gehen per Saldo 48 Prozent von ihnen davon aus, dass die Hauspreise fallen werden.

Am Ende hat der Euro gegenüber Pfund Sterling leicht profitiert, dessen Kursziel wir ohnehin bei 0,9110 sehen und für dessen Gültigkeit 0,8970 (adjustiert!) nicht unterschritten werden darf. Das Schlüsselniveau für den Aufwärtstrend haben wir leicht angehoben: auf 0,8875/80

CHF

EUR CHF (1,1310)            

Die Fluchtbewegung in den Schweizerfranken als so genanntem „sicheren Hafen“ hat sich während der vergangenen 48 Stunden – trotz erneuter Verbalattacken Donald Trumps gegen Nordkorea – gegenüber dem Euro erstaunlicherweise nicht fortgesetzt. Dennoch befindet sich die Gemeinschaftswährung im Verhältnis zum Franken in einem nach wie vor schlecht unterstützten Kursumfeld, im Rahmen dessen erneute Abwärtsimpulse möglicherweise bis 1,1190 reichen können. Auf der anderen Seite kann sich der Euro erst nach Überschreiten von 1,1505 stabilisieren.

PLN

EUR PLN (4,2800)            

Der Euro hat gestern sein erstes Kursziel bei 4,2840 ganz knapp verfehlt. Dieser dort befindliche Widerstand sollte jedoch im nächsten Anlauf überwunden werden und den Euro in Richtung 4,3050 und dann auch auf 4,3170 führen. Die Schlüsselunterstützung für diesen Aufwärtsimpuls liegt nun höher, bei 4,2480.


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