Wöchentliche Marktberichte

Aug 10, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Gewöhnung an martialische Rhetorik

USD

EUR USD (1,1730)

Die so genannte „fire and fury“-Rede von US-Präsident Donald Trump und die prompte Antwort von Nordkoreas Führer Kim Jong Un, verbunden mit der Drohung, US-Militärbasen auf der Insel Guam anzugreifen, haben das gestrige Handelsgeschehen an den Finanzmärkten bestimmt. Hatten sich die Devisenhändler während der vorvergangenen Handelstage immer noch risikofreudig gezeigt, befanden sie sich schlagartig im sogenannten „Risk-off-Modus“. Dabei hat die Suche nach sicheren Häfen und die damit verbundene Aufwertung des Schweizer Franken auch Druck auf den Euro gegenüber dem US-Dollar ausgeübt. Als sich nämlich der Franken auf dem höchsten Punkt des Tages befand, testete der Euro seine Schlüsselunterstützung bei 1,1690/95. Dass der Greenback am Ende aber überhaupt nicht profitieren konnte, zeigt sich am Dollar-Index gegenüber einem Korb aus verschiedenen Währungen. Dass sich am Ende ausgerechnet der Yen in noch stärkerer Verfassung präsentierte als der Euro – er konnte sich diesem gegenüber sogar um ein Prozent befestigen –, scheint fast ein bisschen seltsam, da im Falle einer kriegerischen Auseinandersetzung der USA mit Nordkorea Japan besonders gefährdet wäre. Oder hatten die beschwichtigenden und relativierenden Äußerungen von US-Außenminister Rex Tillerson im Gefolge des US-nordkoreanischen Wortgefechts bereits Wirkung gezeigt? Nicht gegenüber Nordkorea, das seinerseits wiederum einen ausgesprochen konkreten Plan für den Angriff auf oben genannte Insel Guam präsentierte. Aber heute Morgen schienen sich die Händler in Fernost bereits an die Wortgefechte gewöhnt zu haben – so zeigte sich der Devisenhandel vergleichsweise ruhig.

Ach ja, gestern meldeten sich auch noch Mitglieder des Offenmarktausschusses der US-Notenbank zu Wort. Aber sowohl James Bullard als auch Charles Evans gaben sich erwartungsgemäß taubenhaft, wobei letzterer immerhin eine weitere Zinserhöhung im Dezember nicht ausschließen wollte. Per Saldo bleibt der kurzfristige Aufwärtstrend des Euro (ohne Kursziel) nach dem erfolgreichen Test des Schlüsselniveaus (1,1690/95) gerade noch erhalten. Um die derzeitige Abwärtskorrektur jedoch zu beenden, muss die Gemeinschaftswährung 1,1850 überwinden – ein Vorhaben, das angesichts der dünnen Widerstände auf dem Weg nach oben nicht unmöglich scheint. Die mittelfristige Auffanglinie für den Euro liegt nun bei 1,1560.

GBP

EUR GBP (0,9030)

Das niedrigste Wachstum britischer Hauspreise seit mehr als vier Jahren offenbarte die jüngste Umfrage der Royal Institution of Chartered Surveyors (RICS), deren Index im Juli deutlich gefallen ist und damit sogar noch die pessimistischen Prognosen der Ökonomen übertraf. Allerdings hat diese Entwicklung die Händler wenig beeindruckt, da man angesichts der Brexit-Verhandlungen nichts anderes erwartet hatte. Der Euro hat sich sogar minimal gegenüber Pfund Sterling abgeschwächt. Unser Kursziel bei 0,9110, für dessen Gültigkeit nunmehr 0,8980 nicht unterschritten werden darf, hat nach wie vor Bestand, und das Schlüsselniveau für den Aufwärtstrend liegt nun bei 0,8870.

CHF

EUR CHF (1,1330)

Die gestern in Fernost begonnene Fluchtbewegung in sogenannte sichere Häfen hat dem Franken den höchsten Tagesgewinn seit fast zweieinhalb Jahren beschert. Dabei ist auch die Schlüsselunterstützung für den kurzfristigen Aufwärtstrend bei 1,1330 (Tagestief: 1,1260) zwischenzeitlich gefallen. Immerhin: Die jüngste Entwicklung im Konflikt zwischen den USA und Nordkorea hat den Druck auf den Euro nicht weiter verstärkt. Dennoch befindet sich die Gemeinschaftswährung in einem relativ schlecht unterstützten Umfeld und ist daher weiteren Abwärtsimpulsen ausgesetzt, die möglicherweise bis 1,1190 reichen können. Die unsichere Situation für den Euro kann auf der anderen Seite lediglich nach Überschreiten von 1,1505 stabilisiert werden.

PLN

EUR PLN (4,2690)

Der Euro bewegt sich nicht, er kriecht förmlich in Richtung seiner Kursziele bei 4,2840 bzw. 4,3050. Nach wie vor darf in diesem Zusammenhang 4,2300 nicht unterschritten werden.


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