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Wöchentliche Marktberichte

Aug 09, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Schnell in den „sicheren Hafen“

USD

EUR USD (1,1740)

Wer sich gestern – die im Juni auf den niedrigsten Stand seit fast zwei Jahren gefallenen deutschen Exporte wurden vielfach als „Ausrutscher“ abgetan – auf einen ruhigen Euro-Handelstag eingestellt hatte, wurde am Ende eines besseren belehrt. Denn der normalerweise nicht so stark beachtete sogenannte JOLTS-Report des US-Statistikamts BLS (Bureau of Labour Statistics) hatte es angeblich in sich. Die Zahl der offenen Stellen stieg im Juni nicht nur auf den höchsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2000, sondern übertraf zudem die Erwartung der Ökonomen bei weitem. Und da dieser Bericht zu den Lieblingsindikatoren der US-Notenbankpräsidentin Janet Yellen zählt, rechneten Händler vermutlich mit einem positiven Einfluss auf eine mögliche Zinserhöhung der Fed. Richtigerweise stellten jedoch Kommentatoren fest, dass die Zahl der Neueinstellungen bei den Unternehmen trotz des starken Anstiegs bei den offenen Stellen stagniert – und das praktisch seit dem Jahr 2014.

Überhaupt ist interessant, dass der US-Anleihemarkt von der Veröffentlichung dieser Zahlen vergleichsweise unbeeindruckt blieb. Die relativ kurzzeitige Reaktion des EUR/USD-Kurses nach 16:00 Uhr ME(S)Z auf zutiefst 1,1715, ähnlich wie am vergangenen Freitag, könnte Händlern zufolge auch einer größeren Optionsfälligkeit zuzuschreiben sein. Dafür spricht auch die spätere „Fire and Fury“-Rede („Feuer und Zorn“) von US-Präsident Donald Trump, nachdem bekannt geworden war, dass Nordkorea mit der Entwicklung einer Atomrakete weiter vorangekommen sei, als bislang angenommen wurde. Der Euro reagierte nämlich gegenüber dem US-Dollar, vor allem auch angesichts der typischen Fluchtbewegung in den Schweizer Franken als „Safe Haven“-Währung, praktisch überhaupt nicht.

Unterdessen bleibt der kurzfristige Aufwärtstrend (ohne spezifisches Kursziel) des Euro intakt, solange das wichtige Unterstützungsniveau bei nunmehr 1,1690/95 nicht unterlaufen wird. Darunter verläuft nicht allzu weit entfernt bei 1,1540 auch die Auffanglinie des mittelfristigen Aufwärtstrends. An der Oberseite befinden sich unterdessen relativ wenige Hürden für den Euro, der nach Überschreiten von 1,1860 seine aktuelle Korrekturphase beenden würde.

GBP

EUR GBP (0,9055)

Dass die britische Regierung in den kommenden Wochen ein Positionspapier zum Brexit vorlegen will, hat die Pfund-Händler gestern kaum beeindruckt. Da außerdem keine wichtigen Wirtschaftsdaten zur Veröffentlichung anstanden, trat der Euro praktisch auf der Stelle. Das Kursziel bei 0,9110, für dessen Gültigkeit 0,8950 nicht unterschritten werden darf, bleibt unterdessen gültig; das Schlüsselniveau für den Aufwärtstrend liegt immer noch bei 0,8850.

CHF

EUR CHF (1,1360)

Die jüngsten Entwicklungen in der Auseinandersetzung zwischen den USA und Nordkorea haben heute Nacht zu einer deutlichen „Safe Haven“-Bewegung in den Schweizer Franken geführt. Die dadurch bedingte Euro-Schwäche mag durch die relativ schlechte Nachfragesituation im Rahmen des steilen Aufwärtstrends der beiden vergangenen Wochen begünstigt worden sein. Dabei ist zuletzt auch die Schlüsselunterstützung für den Aufwärtstrend (Kursziel 1,1630) bei nunmehr 1,1330/35 heute Früh in Fernost bereits getestet worden. Durch die jüngste Entwicklung wird die derzeit vorherrschende korrektive Euro-Schwäche aus heutiger Sicht so lange Bestand haben, bis auf der anderen Seite 1,1470 wieder überwunden werden kann.

PLN

EUR PLN (4,2620)

Den Euro zieht es langsam, aber sicher in Richtung seiner Kursziele bei 4,2840 bzw. 4,3050. Nach wie vor darf in diesem Zusammenhang 4,2300 nicht unterschritten werden.


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