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Wöchentliche Marktberichte

Aug 08, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Abkühlung

USD

EUR USD (1,1810)

Dass man gestern den Eindruck gewinnen konnte, den Währungsmärkten sei etwas die Luft ausgegangen, mag am mageren ökonomischen US-Datenkalender liegen. Dieser wird erst am Donnerstag bzw. Freitag mit der Veröffentlichung neuer Inflationsdaten wieder interessanter und könnte dann für neuen Diskussionsstoff sorgen. Kaum Beachtung fanden auch die Reden zweier Mitglieder des Offenmarktausschusses der US-Notenbank – sowohl Neel Kahskari als auch James Bullard äußerten sich erwartungsgemäß taubenhaft. Die im Juni in Deutschland gegen die Erwartungen der Ökonomen (+0,2 Prozent) mit -1,4 Prozent überraschend deutlich gesunkene Industrieproduktion wurde vom Handel ignoriert. Interessant ist übrigens, dass der am Freitag noch vom Handel hochgejazzte Vorschlag von Gary Cohn (Vorsitzender des National Economic Council), für steuerliche Anreize zu sorgen, um außerhalb der USA befindliche Unternehmensgewinne wieder ins Land zurückzuholen, gestern kaum mehr diskutiert wurde. Möglicherweise haben sich über das Wochenende die Gemüter diesbezüglich etwas abgekühlt, nachdem schnell klargeworden sein dürfte, dass der von Cohn ins Spiel gebrachte Unternehmenssteuersatz deutlich unter dem OECD-Durchschnitt von 23 Prozent liegen müsste. Die einst von US-Präsident Donald Trump geforderte Senkung der Unternehmenssteuern etwa auf einen Satz von 15 Prozent scheint jedoch weder mehrheitsfähig, geschweige denn finanzierbar zu sein. Stattdessen wurde zu Wochenbeginn auch über den sogenannten Schuldendeckel diskutiert, der bis spätestens 29. September vom Kongress genehmigt sein muss. Da die Abgeordneten des Repräsentantenhauses erst am 5. September aus der Sommerpause zurückkehren, müssten sie dieses Problem in nur zwölf Sitzungen lösen, was ihnen womöglich nicht gelingen könnte.

Unterdessen bleibt der kurzfristige Aufwärtstrend (ohne spezifisches Kursziel) des Euro intakt, solange das wichtige Unterstützungsniveau bei nunmehr 1,1680/85 nicht unterlaufen wird. Unter 1,1760 steigt die Korrekturanfälligkeit – mehr Dynamik an der Oberseite erwarten wir dagegen erst oberhalb von 1,1890.

GBP

EUR GBP (0,9055)

Die britischen Konsumenten haben laut einem Bericht von IHS Markit und Visa im Juli den dritten Monat hintereinander ihre Ausgaben zurückgefahren. Dies ist per se nicht weiter erstaunlich, da die Inflation stärker als das Durchschnittseinkommen steigt – dessen Wachstum dürfte sich nach den jüngsten Prognosen der Bank von England sogar noch weiter verringern. Interessant in diesem Zusammenhang: Ausgaben in Hotels, Restaurants und Bars stiegen im Vergleich zum Vorjahr immerhin um 6 Prozent, was möglicherweise dadurch verursacht wurde, dass sich durch den gesunkenen Wechselkurs von Pfund Sterling viele Menschen ganz einfach keinen Auslandsurlaub mehr leisten konnten. Wenig zur Verringerung der Brexit-Ängste dürfte auch die monatlich ermittelte Entwicklung der Mieten in London beigetragen haben, die im Juli gegenüber dem Vorjahr zum vierten Mal hintereinander gefallen sind. Der Euro hat sich leicht befestigt und zieht in Richtung unseres Kursziels bei 0,9110, für dessen Gültigkeit 0,8935 nicht unterschritten werden darf. Das Schlüsselniveau für den Aufwärtstrend bleibt indes bei 0,8850.

CHF

EUR CHF (1,1490)

Die Entwicklung des Landesindex der Konsumentenpreise ist im Juli im Vergleich zum Vorjahr zwar nur um 0,3 Prozent gestiegen, aber selbst der Rückgang von 0,3 Prozent gegenüber dem Vormonat lag am oberen Ende der Analystenerwartungen. Dennoch blieben die Auswirkungen auf den Wechselkurs marginal. Während im Rahmen des größeren Trends nach wie vor das Kursziel bei 1,1630 angesetzt bleibt, erwarten wir kurzfristig erste gute Nachfrage bei 1,1385 (adjustiert!) – die Schlüsselunterstützung für den Trend liegt nun deutlich höher bei 1,1305.

PLN

EUR PLN (4,2520)

Etwas fester zeigte sich der Euro gegenüber dem Zloty, dem wir nach wie vor ein Erreichen von 4,2840 bzw. 4,3050 zutrauen, solange 4,2300 nicht unterschritten wird.


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