Wöchentliche Marktberichte

Aug 07, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Nicht nur Dollarstärke

USD

EUR USD (1,1790)            

Da ist wohl am vergangenen Freitag einiges zusammengekommen. Zum einen ein US-Arbeitsmarktbericht, der mit einem Zuwachs im Nicht-Agrarbereich von 209.000 Stellen deutlich höher als erwartet ausgefallen war und keine nennenswerten Revisionen der beiden Vormonate enthielt. Der Arbeitsmarktbericht alleine wäre jedoch wohl kaum geeignet gewesen, dem Euro den zweitgrößten Tagesverlust dieses Jahres beizubringen. Vielmehr wurde ein Statement des Vorsitzenden des Nationalen Rats für Wirtschaftsfragen (National Economic Council) der USA, Gary Cohn, als verantwortlich für die heftige Korrektur ausgemacht. Cohn, der auch als heißer Kandidat für die Nachfolge auf Fed-Präsidentin Janet Yellen gehandelt wird, hatte nämlich geäußert, die US-Administration arbeite derzeit an einem Plan, über steuerliche Anreize außerhalb des Landes befindliche US-Unternehmensgewinne in die USA zurückzuholen. Auch wenn die meisten dieser Gewinne in US-Dollar anfallen sollten, würden in diesen Fall auch Fremdwährungen in Dollar zurückgetauscht werden müssen, wodurch dieser stärker nachgefragt würde, so die schnelle Schlussfolgerung der Händler. Allerdings ist derzeit völlig unklar, wie etwa eine Senkung des Unternehmenssteuersatzes von derzeit 35 auf, wie von Cohn vorgeschlagen, mindestens 23 Prozent finanziert werden soll. Interessant in diesem Zusammenhang: US-Aktien reagierten übrigens nicht auf Cohns Statement.

Tatsächlich befand sich der EUR/USD-Trend, wie von uns am Freitag angedeutet, ohnehin kurz davor, sich zu überhitzen, so dass für den Dollar positive Nachrichten auf fruchtbaren Boden fallen mussten. Der kurzfristige Aufwärtstrend des Euro – derzeit allerdings ohne neues Kursziel – ist dadurch jedoch nicht beeinträchtigt worden und wird sich fortsetzen, solange das wichtige Unterstützungsniveau bei 1,1660/65 nicht unterlaufen wird. Die Korrekturanfälligkeit bleibt heute jedoch unterhalb von 1,1890 bestehen.

GBP

EUR GBP (0,9035)            

Die heftige Dollar-Korrektur zeigte sich auch im Verhältnis zum Britischen Pfund, das ähnlich wie der Euro unter die Räder kam – eine vor allem technisch begründete Entwicklung, die man natürlich auch durch die jüngst als taubenhaft interpretierte Entscheidung der Bank von England vom vergangenen Donnerstag, die Zinsen unverändert zu belassen, erklären kann. Da der Euro außerdem erst zu jenem Zeitpunkt gegenüber GBP seinen Aufwärtstrend aus einer Konsolidierung wieder verstärkt hatte, fiel dessen Korrektur am Freitag jedoch entsprechend moderat aus. Wir rechnen weiter mit Kursziel 0,9110, wobei in diesem Zusammenhang 0,8930 nicht gebrochen werden darf. Das Schlüsselniveau für den Aufwärtstrend liegt indes tiefer bei 0,8850.

CHF

EUR CHF (1,1465)            

Erwartungsgemäß deutlich fiel am Freitagnachmittag auch die Erholung des Franken aus, die jedoch weniger aus dessen Stärke als aus der heftigen Korrektur des bis zuletzt sehr gefragten Euro resultierte. Immerhin hatte dieser mit 1,1538 einen neuen Höchstkurs gegenüber Januar 2015 markiert, bevor kräftiges Euro-Angebot auf relativ geringe Nachfrage traf. Diese erwarten wir kurzfristig bei 1,1405 – die Schlüsselunterstützung für den Trend mit Kursziel 1,1630 befindet sich nun bei 1,1275.

PLN

EUR PLN (4,2420)            

Während der Euro gegenüber einigen Valuten kräftig Federn lassen musste, blieb er gegenüber dem Zloty vergleichsweise unbewegt. Ohnehin glauben wir an einen stabilen Euro mit Ziel 4,2840 bzw. 4,3050, solange 4,2300 nicht unterschritten wird.

CZK

EUR CZK (26,12)              

Zweifel, dass die Tschechische Nationalbank (CNB) ihrer ersten Leitzinserhöhung seit mehr als neun Jahren eine weitere folgen lassen könnte, haben die Krone am Freitag etwas schwächeln lassen. Diese Zweifel sollen angeblich wegen des in der Pressekonferenz der Zentralbank vom Donnerstag entstandenen Eindrucks eines taubenhafteren Inflationsausblicks entstanden sein, der die Leitzinserhöhung – möglicherweise aus Angst der CNB vor Kapitalzuflüssen – im Nachhinein relativiert. Dennoch bleiben wir bei unserer Zielmarke von 25,75, unter der Voraussetzung, dass der Widerstand bei 26,21 nicht überschritten wird.


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