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Aug 04, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Bank von England: Mit 6:2 dagegen

USD

EUR USD (1,1880)

Da die Bühne gestern während des europäischen Handels vornehmlich der Bank von England gehörte, wundert es nicht, dass der EUR/USD-Handel in vergleichsweise ruhigen Bahnen verlief. Am Ende des Tages machten die Akteure zwei Gründe dafür aus, dass sich der US-Dollar erneut nicht erholen konnte. Zum einen war der ISM-Einkaufsmanager-Index der Dienstleister deutlich schlechter als erwartet ausgefallen. Der andere Grund, die Einberufung einer Grand Jury durch den Sonderermittler Robert Mueller in der Russland-Affäre um US-Präsident Donald Trump, scheint zwar schwerwiegend zu sein, doch bedeutet dieser Schritt noch nicht, dass tatsächlich Anklage erhoben wird.

Obgleich der US-Arbeitsmarktbericht in der jüngeren Vergangenheit für die Devisenmärkte längst nicht mehr die herausragende Rolle gespielt hat, die er einst innehatte, wird er von den Kommentatoren dennoch zum richtungsweisenden Ereignis hochstilisiert. Dabei liegen die Erwartungen für den Zuwachs der Stellen im Nicht-Agrarbereich (Nonfarm Payrolls) zwischen 170.000 und 185.000. Dieses Datum müsste jedoch schon sehr deutlich über den Erwartungen liegen, um die Marktteilnehmer davon zu überzeugen, dass die Fed in diesem Jahr noch einmal den Leitzins erhöht – die Wahrscheinlichkeit für einen derartigen Schritt wird derzeit (vgl. CME FedWatch Tool) ohnehin unter 50 Prozent gesehen.

Nach wie vor gilt, dass der Euro jenseits von 1,1910 (im Rahmen einer kurzfristigen Überhitzung) weiter in Richtung 1,2020 vordringen kann. Die Schlüsselmarke für den Aufwärtstrend liegt nun bei 1,1650.

GBP

EUR GBP (0,9040)

Wie von vielen Marktteilnehmern und Analysten erwartet, sprach sich der Geldpolitische Ausschuss der Bank von England (BoE) mit einem 6:2 Votum gegen eine Leitzinserhöhung aus. Der Inflationsbericht der Bank von England, aber auch die gesenkte Wachstumsprognose scheinen einige Händler überrascht zu haben. Offensichtlich wiegen die Inflationssorgen der Zentralbanker nicht so schwer wie die mit den Brexit-Verhandlungen einhergehende ökonomische Unsicherheit. In der Folge konnte sich der Euro zügig in Richtung seines nächsten Kursziels (0,9025) bewegen und nimmt bereits Kurs auf 0,9110. Obgleich die Schlüsselunterstützung für den Aufwärtstrend nach wie vor bei 0,8850 verharrt, würde ein Rücksetzer des Euro unter 0,8925/30 für die Gültigkeit des nächsten Kursziels nicht tolerierbar sein.

CHF

EUR CHF (1,1500)

Zum ersten Mal seit sechs Handelstagen konnte der Euro gegenüber dem Franken kein neues Hoch markieren. Bislang sind aber auch größere Abwärtskorrekturen der Gemeinschaftswährung ausgeblieben, was für deren Aufwärtstrend spricht. Denn trotz des nächsten Kursziels, das wir bei 1,1630 sehen, bleibt die Unterseite aufgrund der starken Shortsqueeze der Vortage und der damit möglicherweise ausbleibenden Nachfrage im Falle eines Rücksetzers bis 1,1385 verletzbar. Die Schlüsselunterstützung für den Trend liegt weiterhin bei 1,1245.

PLN

EUR PLN (4,2400)

Es scheint nicht ganz klar, ob sich der Zloty wegen einer Reuters-Umfrage – danach wurden die 12-Monatsprognosen der Analysten für den Euro gegenüber der vorherigen Umfrage von 4,19 auf 4,13 PLN gesenkt – nach sieben Tage des Stillstands etwas befestigt hat. Zumindest hat die Nachrichtenlage nicht mehr hergegeben. Wir halten jedoch am stabilen Euro in Richtung 4,2840 bzw. 4,3050 fest, solange 4,2300 nicht unterschritten wird.

CZK

EUR CZK (26,01)

Dass die Tschechische Nationalbank ihren Leitzins, den zweiwöchigen Repo-Satz, zum ersten Mal seit über neun Jahren erhöhen würde, war unter Händlern eigentlich eine ausgemachte Sache. Möglicherweise hat jedoch das Ausmaß dieses Zinsschritts in Höhe von 20 Basispunkten, wodurch der seit November 2012 bei 0,05 Prozent verharrende Leitzins auf nunmehr 0,25 Prozent angehoben wurde, einige Akteure auf dem falschen Fuß erwischt. Allerdings sackte der Euro lediglich für ein paar Minuten auf ein neues Jahrestief von 25,89 ab, bevor ihn eine Korrektur wieder über die 26er Linie hievte. Dennoch bleiben wir bei unserer Zielmarke von 25,75, unter der Voraussetzung, dass der Widerstand bei 26,22 nicht überschritten wird.


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