Wöchentliche Marktberichte

Aug 03, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Fed-Falken werden überhört

USD

EUR USD (1,1845)

Auch wenn der Euro gestern erneut ein Jahreshoch markierte (tatsächlich handelt es sich um das höchste Niveau seit Januar 2015), galt die Aufmerksamkeit dennoch mehr dem US-Aktienmarkt, wo der Dow Jones Index das erste Mal die 22.000er Marke überschritten hatte. Während sich US-Investoren in diesem Jahr über satte Aktienkursgewinne freuen können, gilt dies für ausländische Investoren in den USA nur unter einer Bedingung: Lediglich diejenigen, die sich etwa am Jahresanfang gegen einen Dollar-Absturz abgesichert haben, können sich jetzt zu den Gewinnern zählen. So müssen Europäer, die dieses Währungsrisiko als vernachlässigbar abgetan hatten, im US-Aktienmarkt für dieses Jahr sogar einen kleinen Verlust hinnehmen. Kurz gesagt: Ein aktives Währungsmanagement wäre keine schlechte Idee gewesen.

Immerhin haben mittlerweile einige Investoren auf den steigenden Euro-Trend reagiert und durch ihre stetigen Käufe bislang keine größeren Korrekturen zugelassen. In diesen Kontext passen auch zwei Reden von Mitgliedern des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC). Zum einen bestätigte die als Zinsfalke bekannte Chefin der Fed von Cleveland, Loretta Mester, ihren Standpunkt, sie halte drei Zinserhöhungen pro Jahr [und damit noch eine für dieses Jahr] für angemessen. Auf der anderen Seite hörten wir vom Chef der Fed von St. Louis, James Bullard, er sei angesichts des Inflationsausblicks gegen weitere Zinserhöhungen. Obgleich Frau Mester im Gegensatz zu Bullard derzeit im FOMC stimmberechtigt ist, hat sich der US-Dollar dennoch weiter abgeschwächt. Überhaupt: Weitere hawkishe Fed-Offizielle (Williams, Rosengren) wurden offenbar gar nicht erst wahrgenommen.

Unterdessen hat der Euro unsere nächste Zielmarke bei 1,1910 exakt getroffen. Wir gehen davon aus, dass der Euro jenseits davon – allerdings im Rahmen einer kurzfristigen Überhitzung – auch die 1,20er Marke (1,2020) in Angriff nehmen kann. Die Schlüsselmarke für den Aufwärtstrend heben wir nunmehr deutlich an: auf 1,1630/35.

GBP

EUR GBP (0,8960)

Dass es wohl nichts werden wird mit einer Zinserhöhung bei der heutigen Sitzung des Geldpolitischen Ausschusses (MPC) der Bank von England, darüber ist sich die Mehrheit der Investoren offenbar einig. Tatsächlich rechnet man vielerorts mit einem Abstimmungsergebnis von 6:2 dafür, die Zinsen unverändert zu lassen. Dies soll nicht heißen, dass sich im MPC mittlerweile eine taubenhaftere Stimmung – bei der vergangenen Sitzung des Komitees wurde bekanntlich ein Stimmenverhältnis von 5:3 festgestellt – durchgesetzt hätte. Vielmehr schied mit Kristin Forbes eine ausgewiesene Hardlinerin aus dem Komitee aus. Sie wird bekanntermaßen durch Silvana Tenreyro abgelöst, über deren geldpolitische Einstellung bislang wenig bekannt ist. Nach wie vor erwarten wir eine Aufwärtsbewegung des Euro in Richtung 0,9025, wo sich der Auslöser für weitere Kursgewinne bis auf 0,9110 befindet. Wie gehabt darf im Rahmen dieses Szenarios 0,8850 nicht unterschritten werden.

CHF

EUR CHF (1,1505)

Die äußerst positive Stimmung in der Industrie, die sich in einem besser als erwartet ausgefallenen SVME Einkaufsmanager-Index (60,9) für Juli widerspiegelt, aber auch die über den Prognosen liegenden Einzelhandelsumsätze des Monats Juni, haben den weiteren Verfall des Franken auf ein neues 2½-Jahrestief gegenüber dem Euro nicht aufhalten können: Dieser erreichte in der Spitze bislang 1,1520. Dabei kann sich der Trend noch weiter bis auf 1,1630 ausdehnen. Die Unterseite bleibt aufgrund der starken Aufwärtsbewegung der Vortage bis 1,1345 ausgesprochen verletzbar – die Schlüsselunterstützung für den Trend liegt nun bei 1,1245.

PLN

EUR PLN (4,2580)

Der Zloty tritt weiterhin auf der Stelle. Aus der derzeitigen mittlerweile sieben Tage andauernden Mini-Konsolidierung erwarten wir einen Ausbruch des Euro nach oben in Richtung 4,2840 bzw. 4,3050. Dieses mögliche Szenario bleibt intakt, solange 4,2300 nicht unterschritten wird.


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