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Wöchentliche Marktberichte

Aug 02, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Unnütze historische Vergleiche

USD

EUR USD (1,1820)

Der Euro legte gestern fast so etwas wie einen Ruhetag ein. Daran konnte auch die erste Schätzung für das Wachstum in der Eurozone mit einem Plus von 0,6 Prozent im zweiten Quartal nichts ändern. In den USA sind die privaten Konsumausgaben unterdessen im Juni um 0,1 Prozent gestiegen – eine Zahl, die ebenfalls erwartet wurde. Interessant sind indes die Revisionen des von der US-Notenbank vorzugsweise beobachteten Indikators, wonach sich die Kerninflation auf Jahresbasis während der vergangenen Monate letztlich bei 1,5 Prozent stabilisiert hat. Diese Aufwärtsrevisionen könnten nach Ansicht einiger Marktbeobachter dazu führen, dass die Fed ihre Inflationseinschätzungen, die sogenannten Dot-Prognosen, nicht wie befürchtet im September nach unten korrigieren muss.

Weit mehr scheint die Akteure im Moment die Frage zu beschäftigen, wie weit der Euro seinen Aufwärtstrend noch fortsetzen kann. Dabei bemüht man (irrigerweise) immer wieder gerne die Historie des Euro gegenüber dem US-Dollar seit seiner Einführung vor gut 18 Jahren. Ob allerdings das Hoch vom 4. Januar 1999 bei 1,1905 oder das lokale Maximum von 2003 (1,1930) oder frühere Wendepunkte des Euro der Jahre 2010 und 2012 (1,1875 bzw. 1,2045) heute noch Bedeutung haben, darf indes bezweifelt werden. Auch wenn diese Wendepunkte damals wichtige Einstandspreisniveaus der Investoren dargestellt haben, kann nicht davon ausgegangen werden, dass Positionen aus jener Zeit noch existent sind und heutzutage das Marktgeschehen tatsächlich nachhaltig beeinflussen können. Wir gehen stattdessen davon aus, dass sich der Euro weiter in Richtung 1,1910 entwickeln kann – die Schlüsselmarke für den Fortbestand des kurzfristigen Aufwärtstrends bleibt für heute bei 1,1570/75.

GBP

EUR GBP (0,8950)

Der gestern etwas besser als erwartet ausgefallene Einkaufsmanager-Index für die Industrie (IHS Markit) hat sich zwar etwas aufgehellt, blieb jedoch ohne nachhaltige Wirkung auf den Wechselkurs. Auch wenn sich das Handelsgeschehen während der vergangenen drei Tage nur in einer engen Bandbreite von 55 Stellen abgespielt hat, sehen wir den Euro im Vergleich zum Pfund immer noch in der etwas besseren Position, um letztlich in Richtung 0,9025 zu ziehen, wo sich der Auslöser für weitere Kursgewinne bis auf 0,9110 befindet. Dabei darf an der Unterseite 0,8850 nicht unterlaufen werden.

CHF

EUR CHF (1,1425)

Der gestrige Feiertag hat den Franken etwas stabilisiert. Dabei ist es erstaunlich, welche Argumente herhalten müssen, um die jüngste Schweizerfranken-Schwäche zu erklären. So hält sich bei manchen Analysten die Ansicht, die Schweizerische Nationalbank hätte über Interventionen den jüngsten Aufwärtstrend des Euro verstärkt. Eine Story, die angesichts der auch in der vergangenen Woche (per 28. Juli) fast unveränderten Sichtguthaben der Geschäftsbanken bei der SNB fast schon ein wenig abstrus klingt. Auch ohne diese Schützenhilfe kann sich der Trend des Euro noch bis auf 1,1630 ausdehnen. Die Unterseite bleibt unterdessen aufgrund der starken Aufwärtsbewegung der Vortage bis zur Schlüsselunterstützung bei 1,1220 vergleichsweise ungeschützt.

PLN

EUR PLN (4,2580)

Von den von uns beobachteten drei osteuropäischen Währungen ist momentan der Zloty am trägsten und praktisch ohne Momentum. Daran änderte auch der etwas niedriger als erwartet ausgefallene Einkaufsmanager-Index für Polen (Markit) nichts. Aus der derzeitigen Mini-Konsolidierung erwarten wir dennoch einen Ausbruch des Euro nach oben in Richtung 4,2840 bzw. 4,3050. Dieses mögliche Szenario bleibt intakt, solange 4,2300 nicht unterschritten wird.

CZK

EUR CZK (26,14)

Zu einer Korrektur kam es gestern bei der Krone. Dies ist insofern ein wenig überraschend, als viele Marktteilnehmer von der Tschechischen Nationalbank (CNB) erwarten, dass sie am Donnerstag zum ersten Mal seit Anfang 2008 ihre Zinsen um 10 bis 20 Basispunkte erhöhen wird. Trotz der Korrektur bleibt das Kursziel für den Euro bei 25,75 erhalten. In diesem Zusammenhang darf die 26,24er Hürde nicht überschritten werden.


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