Wöchentliche Marktberichte

Aug 01, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Gute Gründe, schlechte Gründe

USD

EUR USD (1,1830)

Auch gestern erhielt der Euro sowohl von ökonomischer als auch von politischer Seite gegenüber dem US-Dollar weitere Unterstützung. Dabei lag die Inflation in der Eurozone in einer ersten Schätzung mit einem Zuwachs von 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr etwa im Rahmen der Erwartungen – die Kernrate fiel mit 1,2 Prozent leicht höher als prognostiziert aus. Und wer noch mehr Begründungen für den Aufwärtstrend des Euro benötigte, brauchte nicht einmal nur auf die erheblich besser als erwartet ausgefallenen deutschen Einzelhandelsumsätze zu blicken. Denn in den USA enttäuschte auf der anderen Seite der Chicagoer Einkaufsmanager-Index. Die wohl eindrucksvollste Nachricht des Tages kam jedoch von politischer Seite, als bekannt wurde, dass der erst vor zehn Tagen von US-Präsident Donald Trump ernannte Kommunikationschef Anthony Scaramucci seinen Stuhl räumen muss. Auch wenn wir nicht davon ausgehen, dass diese Information zum Zeitpunkt der Veröffentlichung marktbewegend war, dürfte sie das Vertrauen in die Administration Trump kaum gestärkt haben. Obgleich die Entlassung Scaramuccis den Anschein politischen Großreinemachens erweckt, überwiegen bei den Akteuren die Zweifel, ob die einst vollmundig angekündigten wachstumsfördernden Vorhaben des US-Präsidenten wie etwa die große Steuerreform jemals realisiert werden.

Und so hat der Euro gestern mit Leichtigkeit unsere nächste Zielmarke (1,1815/25) erreicht und könnte sich auch noch höher in Richtung 1,1910, dem besten Widerstand im direkten Umfeld, schrauben. Die wichtige Schlüsselmarke für den Fortbestand des kurzfristigen Aufwärtstrends liegt nun an der Unterseite bei 1,1570/75.

GBP

EUR GBP (0,8940)

Die meisten Marktteilnehmer gehen davon aus, dass die Bank von England bei ihrer am Donnerstag stattfindenden Sitzung des Geldpolitischen Ausschusses nicht an der Zinsschraube drehen wird, zumal seit der vergangenen Zusammenkunft keine wesentlich neuen ökonomischen Erkenntnisse hinsichtlich Inflation und Wachstum bekannt wurden, die die Mitglieder des Komitees unter Zugzwang setzen könnten. Dass sich Pfund Sterling gegenüber dem Euro zuletzt so gut halten konnte, ist jedoch nicht einer inneren Stärke dieser Währung, sondern vor allen Dingen einem schwachen US-Dollar geschuldet. Dennoch dürfte der Euro am Ende die Nase vorn haben und in Richtung 0,9025 marschieren, dem Auslöser für weitere Kursgewinne bis auf 0,9110. An der Unterseite darf im Rahmen dieses Szenarios 0,8850 nicht unterlaufen werden.

CHF

EUR CHF (1,1435)

Auch am gestrigen Handelstag musste der Schweizer Franken weitere Verluste einstecken, und viele Marktteilnehmer zerbrechen sich den Kopf darüber, was die tatsächliche Ursache für dessen dramatischen Verfall sein könnte. Denn makroökonomisch haben sich die Rahmenbedingungen ganz bestimmt nicht derart verändert, um eine solche Aufwertung des Euro zu rechtfertigen. Der Schweizerischen Nationalbank (SNB) dürfte diese Aufwertung indes nicht ganz ungelegen kommen, verringert sie doch die Verluste der Interventionspositionen, die sie während der großen Stützungsaktion des Euro zur Verteidigung der 1,20er Marke bis zum Januar 2015 (und auch danach) angesammelt hatte. Mancherorts geht man übrigens davon aus, dass der durchschnittliche Einstandspreis dieser Interventionen bei rund 1,17 liegen könnte, weswegen sich die SNB erst ab diesem Niveau von ihren früheren Engagements ohne Verlust trennen könnte. Bleibt als einzige Erklärung, dass der jüngste Aufschwung des Euro Trendfolger und kurzfristig orientierte spekulative Engagements angezogen hat. Unterdessen hat die Gemeinschaftswährung ihr nächstes Ziel bei 1,1420 erfüllt und kann nun den Trend auch noch bis auf 1,1630 ausdehnen. Die Unterseite ist allerdings relativ schlecht geschützt, da außer Glattstellungen kurzfristiger Leerverkäufer bis 1,1220 (Schlüsselunterstützung für unseren bullishen Ausblick) vergleichsweise wenig Nachfrage zu erwarten ist.

PLN

EUR PLN (4,2580)

Der Wechselkurs scheint (trotz der leicht besser ausgefallenen polnischen Inflationsrate für Juli) wie festgenagelt. Aber der Euro hat dennoch das Zeug, seine Position bis auf 4,2840 bzw. 4,3050 auszubauen. Diese Möglichkeit bleibt bestehen, solange 4,2300 gehalten werden kann.


Erhalten Sie wöchentliche Devisenmarktberichte

Jeden Montag bietet unser Newsletter Trends und Marktinformationen sowie welche wichtigen Ereignisse die Märkte beeinflussen könnten.