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Wöchentliche Marktberichte

Jul 31, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Franken probt alpinen Abfahrtslauf

USD

EUR USD (1,1735)

Ende Juni stellte EZB-Präsident Mario Draghi beim Zentralbankforum in Sintra erstmals einen möglichen Kurswechsel in den Raum. Mitte Juli gingen bereits 91 Prozent der Volkswirte, die bei einer Umfrage des Consensus Economics befragt wurden, davon aus, dass die EZB-Politik in den kommenden 12 Monaten restriktiver wird. Interessanterweise gab es bei der Frage nach der Angemessenheit für das eigene Land deutliche Unterschiede im Zustimmungsverhalten der Befragten. Während deutsche und niederländische Ökonomen eine Abkehr von der ultralockeren Geldpolitik zu 100 Prozent guthießen, lagen die Werte von Teilnehmern einiger Euro-Südstaaten bei 50 Prozent oder darunter. Kein Wunder, dass man seit Draghis Rede seitens der EZB nur von Ratsmitgliedern wie etwa Jens Weidmann und Ewald Nowotny tendenziell bestätigende Kommentare zu hören bekam. Ebenso wenig erstaunlich scheint, dass sich EZB-Direktorin Sabine Lautenschläger nun diesem Kreis anschließt. Am Wochenende zeigte sie im Interview mit dem "Mannheimer Morgen" unmissverständlich ihre Haltung. Sie möchte, dass der EZB-Rat jetzt eine entscheidende Frage beantwortet. Wissen wollte sie allerdings nicht, ob die Notenbank eine Rückkehr zur normalen Geldpolitik anstrebe, sondern wie der Kurswechsel gestaltet werden könne. Lautenschläger verlangt eine konkrete Benennung des zeitlichen Rahmens, der zu nutzenden Instrumente sowie der Abfolge ihrer jeweiligen Anwendung.

Die – gemessen an dem am Freitag veröffentlichten Economic Sentiment Indicator (ESI) – unerwartet starke Euroland-Wirtschaftsstimmung sowie die höheren Juli-Inflationsdaten für Deutschland und einige Euro-Südländer geben Notenbankern wie Lautenschläger Rückenwind. Euro-Pessimisten werden dies fraglos nur ungern zur Kenntnis nehmen. Wie freitags erwähnt, hatte der jüngste einprozentige Rückzug des Euro keine negativen Auswirkungen. Er besitzt weiterhin genügend Kraft, um auf unsere 1,1815/25 Zielmarke vorzupreschen. Unsere kritische Unterstützung, unter die er im Rahmen seines kurzfristigen Aufwärtstrends nicht mehr fallen darf, setzen wir nun wieder ein kleines Stückchen höher, auf 1,1540/50, an.

GBP

EUR GBP (0,8940)

Zahlreiche Marktteilnehmer, vor allem aber die Bürger der beteiligten Staaten beklagen sich zurecht, wenn sie meinen, dass die Brexit-Verhandlungen der vergangenen Wochen zwar eine Menge Fragen aufgeworfen haben, die zuständigen Politiker aber nicht in der Lage zu sein schienen, ihnen aufschlussreiche Antworten und Perspektiven zu geben. Akteure dürften vor allem die Statements britischer Offizieller als wenig kompromissbereit empfunden haben, was desillusionierend wirkt. Das Britische Pfund hat entsprechend gelitten. Der Euro steuert unbeirrt in Richtung 0,9025, dem Auslöser für eine Trendbeschleunigung bis auf 0,9110. Die 0,8850er Unterstützung hütet nach wie vor die Unterseite und schützt das Aufwärtsszenario.

CHF

EUR CHF (1,1365)

Am Freitag hat der Schweizer Franken seine rasante Talfahrt fortgesetzt und dabei die nächste Slalomstange bei 1,14 gestreift. Dies brachte den Euro auf das höchste Niveau zurück, seit die Schweizer Notenbank im Januar 2015 ihre Barriere bei 1,20 Franken fallen ließ. Der Bewegungsverlauf hat alle Kennzeichen einer Short-Squeeze und zeigt, dass in Sachen Timing und Ausmaß sehr viele Marktteilnehmer auf dem falschen Fuß erwischt wurden. Der Euro besitzt weiterhin die besten Voraussetzungen, bis auf 1,1420 und darüber sogar bis auf 1,1630 zu steigen. Da wir vermuten, dass sich kurzfristige Leerverkäufer im Durchschnitt spätestens bei Korrektur auf 1,1180 eindecken werden, setzen wir hier unsere Marke, die im Rahmen unseres bullishen Ausblicks nicht mehr unterlaufen werden sollte.

PLN

EUR PLN (4,2540)

Die jüngsten Reaktionen auf die politischen Ereignisse in Polen haben es erahnen lassen. Wegen der umstrittenen Justizreform hat die EU-Kommission nun wie angekündigt ein Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet und der Regierung einen Monat Zeit gegeben, darauf zu reagieren. Der Zloty bleibt daher angeschlagen. Der Euro hat hingegen die Chance, seine jüngsten Gewinne bis auf 4,2840 bzw. 4,3050 auszubauen. Diese Möglichkeit wahrt er, solange er nicht unterhalb von 4,2300 fällt.


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