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Wöchentliche Marktberichte

Jul 27, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Schlechte Dollarstimmung

USD

EUR USD (1,1760)

Das Statement des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC) für sich alleine genommen hätte normalerweise kaum ausgereicht, um den Euro auf ein neues Jahreshoch (1,1775) zu katapultieren. Denn es waren eigentlich nur zwei kleinere „Überraschungen“, mit denen der Ausschuss aufwartete, die im Grunde keine sind. Dass die Notenbank die Zinsen nicht erhöhen würde, war ohnehin klar. Und dass man mit dem Bilanzabbau „relativ bald“ anfangen würde, sollte genauso wenig für Verwirrung sorgen wie das leicht veränderte Wording hinsichtlich der Inflation, die nun „unter“ statt „etwas unter“ der Zielvorgabe der Fed liegt. Tatsächlich hat sich die Notenbank lediglich an die Realität angepasst. Wenn man nach einem Grund sucht für den gestrigen Anstieg des Euro, der sich zuletzt zu großen Teilen einer Dollarschwäche verdankte, könnte man in der US-Politik fündig werden. Aber tatsächlich war auch der dritte gescheiterte Anlauf der Republikaner zur Beseitigung von Obamacare im Senat – 55 von 100 Senatoren (also 48 Demokraten plus sieben Republikaner) stimmten gegen den Vorschlag – nicht wirklich eine Überraschung. Aber der negative Eindruck vieler Marktteilnehmer, in den USA würde die Umsetzung fiskalpolitischer Versprechen wie die in Aussicht gestellte Steuerreform immer unwahrscheinlicher, dürfte sich damit keineswegs verringert haben.

Tatsächlich ist es ein typischer Trendverlauf, der den Euro immer weiter nach oben treibt: Vor wichtigen Ereignissen werden kurzfristige Euro-Engagements vorsichtshalber glattgestellt, die später wieder teurer zurückgekauft werden müssen. Dieses auch gestern beobachtete Verhaltensmuster hat zur Erfüllung eines weiteren Kursziels (1,1720) geführt, weswegen wir nunmehr 1,1815/25 anpeilen. Kurzfristige Korrekturen sollten nun idealerweise bei 1,1675 abgefangen werden. Das Schlüsselniveau für den derzeitigen Trend haben wir unterdessen auf 1,1530/35 angehoben.

GBP

EUR GBP (0,8940)

Das britische Wachstum hat sich nach erster Schätzung im zweiten Quartal wie von vielen Ökonomen prognostiziert sowohl gegenüber dem Vorquartal als auch im Jahresvergleich abgeschwächt (BIP: 0,3 Prozent bzw. 1,7 Prozent). Was für Analysten wie eine Punktlandung aussieht, könnte jedoch innerhalb des Geldpolitischen Ausschusses der Bank von England eher für Enttäuschung gesorgt haben. Denn deren BIP-Prognose von 1,9 Prozent für dieses Jahr dürfte bei einem derzeit kumulierten Wert von rund 0,5 Prozent per Jahresmitte nur schwerlich erreichbar sein – vorausgesetzt, es ergeben sich für das 2. Quartal nicht noch Aufwärtsrevisionen. Trotzdem hat sich Pfund Sterling recht gut gehalten, wobei wir den Euro letztlich doch im Vorteil sehen: Er kann jederzeit weiter in Richtung 0,9025, darüber sogar bis auf 0,9110 steigen. Nach wie vor darf in diesem Zusammenhang die 0,8850er Unterstützung nicht unterlaufen werden.

CHF

EUR CHF (1,1165)

Wirtschaftsdaten scheinen für den Franken derzeit keine Rolle zu spielen, wie etwa die im Vergleich zum Vormonat deutlich höher ausgefallenen ZEW-Erwartungen zeigen. Stattdessen scheint der Franken vielmehr nach Ansicht vieler Akteure seinen Charakter als Krisenwährung zu verlieren und unter Kapitalabflüssen zu leiden. Und so hat der Euro im Rahmen seines Aufwärtstrends nicht nur die nächste Zielmarke bei 1,1135 spielend übersprungen, sondern mit temporär 1,1175 den höchsten Stand seit 18 Monaten erreicht. Der Trend kann sich wie bereits erwähnt in Richtung 1,1200, möglicherweise auch noch auf 1,1255 beschleunigen. Die Schlüsselmarke für den Aufwärtstrend liegt an der Unterseite nunmehr bei 1,1035.

PLN

EUR PLN (4,2530)

Die Drohung der EU-Kommission, wegen der umstrittenen Justizreform Strafmaßnahmen gegen Polen einzuleiten und möglicherweise dem Land das Stimmrecht zu entziehen, hat den Wechselkurs des Zloty nur geringfügig beeinflusst, zumal Händler bereits mit einer derartigen Ankündigung gerechnet hatten. Der Euro bleibt somit auf Kurs in Richtung 4,2840 bzw. 4,3050. Dabei darf wie gehabt an der Unterseite 4,2300 nicht verletzt werden.


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