Wöchentliche Marktberichte

Jul 26, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

(Fast) keine Chance auf US-Zinserhöhung

USD

EUR USD (1,1645)

Unbeeindruckt von den seit Wochen zahlreich vorhandenen Mahnern bahnte sich der Euro gestern seinen Weg zu einem weiteren Jahreshoch. Dabei übersprang er die 1,17er Marke und erreichte den höchsten Punkt seit August 2015. Es scheint, als wären bei der gestrigen Bewegung noch einmal Stopp-Loss-Käufe verarbeitet worden. Diese Welle wurde vermutlich von kurzfristig agierenden Händlern angetrieben, die sich vom starken ifo-Index überrascht sahen oder rechtzeitig vor der heute anstehenden US-Notenbanksitzung den Markt verlassen wollten, vielleicht sogar mussten. Für diese These spricht zumindest der schnelle Rückzug vom Tageshoch, der von geringer Kauflaune begleitet wurde. Da half es auch nichts, dass einige „Experten“ (darunter ironischerweise auch diejenigen, die den jüngsten Anstieg unterschätzt hatten) bereits kurz nach der Bekanntgabe warnten, in der nächsten Umfrage könnte der ifo-Index einen Dämpfer erleiden. Vermutlich lag es am heute anstehenden FOMC-Meeting, dass der Markt sich gestern mehr mit dem US-Zinsentscheid als mit den deutschen Einfuhrpreisen beschäftigte. Dabei wären Letztere eine Diskussion wert gewesen, da sie sowohl auf Monats- als auch auf Jahresbasis deutlich schwächer ausfielen und sich auch hier Ökonomen und Händler verschätzt hatten. Die stark steigende heimische Währung einerseits und ein Ausbleiben importierter Inflation andererseits könnten für die EZB immerhin ein Hemmnis darstellen, den Fuß vom monetären Rennwagen zu nehmen, mit dem sie seit langem unterwegs ist. Eine Verringerung der Geschwindigkeit wäre aber für einen Spurwechsel unbedingt zu empfehlen, wenn sie sich rechtzeitig für die Ausfahrt einordnen will, die den Weg zur geldpolitischen Normalität weist.

Aber auch mit dem anstehenden Zinsentscheid der Fed setzen sich Akteure nicht sonderlich auseinander. Kaum einer der Euro-Bären glaubt noch an Schützenhilfe vom US-Dollar, da das FedWatch-Tool der CME Group derzeit nur eine winzige Wahrscheinlichkeit von gerade einmal 3,1 Prozent für eine heutige Zinserhöhung anzeigt. Letztere wiederum können sich viele Marktteilnehmer – rund 50 Prozent – jedoch Mitte Dezember vorstellen.

Die letzten 10 Stellen bis zu unserer 1,1720er Marke (darüber sogar bis 1,1815/25) können weiterhin jederzeit erobert werden, solange kurzfristige Rückschläge zwischen 1,1480 (wichtig) und 1,1540 enden.

GBP

EUR GBP (0,8940)

Bislang versprach Handelsminister Liam Fox immer, es werde beim Austritt der Briten aus der EU allenfalls eine Übergangsphase von wenigen Monaten geben. Nun überraschte er mit der Aussage, dass sich alles deutlich verzögern könne. Zögerlich wirkten gestern auch die Pfund-Händler, denn sie formten eine der kleinsten Handelsspannen des laufenden Monats. Der Euro kann somit jederzeit weiter in Richtung unserer Zielmarke von 0,9025 steigen. Darüber wären Gewinne bis auf 0,9110 möglich. Unser positives Szenario erfordert aber, dass die 0,8850er Unterstützung nicht unterlaufen wird.

CHF

EUR CHF (1,1090)

Kurz vor der Veröffentlichung des UBS-Konsumindikators sowie der ZEW-Erwartungen hat der Euro beharrlich das restliche Angebot unseres 1,1085er Niveaus abgenagt. Nun kann der Aufwärtstrend weiter in Richtung 1,1135 und 1,1200 fortschreiten, solange die 1,1000er Marke hält.

PLN

EUR PLN (4,2630)

Regierungsmitglieder, die die Justizreform mit aller Macht durchzupeitschen versuchen, lassen sich derzeit weder vom Veto des polnischen Präsidenten Andrzej Duda noch von Massendemonstrationen polnischer Bürger oder Warnungen aus Brüssel beeindrucken. Zloty-Händler scheinen dies zu antizipieren. Der Euro sitzt weiter nah am Hoch des vergangenen Freitags und bleibt somit auf dem Weg in Richtung 4,2840 bzw. 4,3050. Unsere Schlüsselunterstützung bei 4,2300 darf derweil nicht verletzt werden.


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