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Wöchentliche Marktberichte

Jul 25, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Interventionswünsche

USD

EUR USD (1,1650)

Auch gestern waren es die Euro-Bären, die fleißig nach Argumenten suchten. Dabei spielten ihnen zumindest die Einkaufsmanager-Indices (Markit) der Eurozone und der USA in die Karten. Erstere fielen in der Summe überwiegend schlechter als erwartet aus (vor allem in Deutschland und Frankreich), während die US-Zahlen geringfügig auf der positiven Seite überraschten. Immerhin ergab sich dadurch eine leichte Schwäche des Euro gegenüber einem aus mehreren Valuten bestehenden Korb, während sich der Dollar-Index nicht von seinem 13-Monatstief lösen konnte. Aber auch die Statistiker meldeten sich zu Wort und gaben ihrer Befürchtung Ausdruck, dass der starke Anstieg einer Währung mit sinkenden Inflationsraten einhergehen dürfte. Und weil der Euro gegenüber dem US-Dollar in diesem Jahr bereits 11 Prozent an Wert gewonnen hat, geht man mancherorts davon aus, dass die Europäische Zentralbank nicht im September, sondern erst bei ihrer Oktober-Sitzung eine Verlangsamung ihres quantitativen Lockerungsprogramms ankündigen wird. Alternativ könnte die EZB mit Interventionen – derartige Rufe der Akteure werden lauter – gegen eine zu starke Gemeinschaftswährung vorgehen. Und so wäre es natürlich vielen Marktteilnehmern lieber gewesen, Mario Draghi hätte bei der Sitzung in der vergangenen Woche den Euro heruntergeredet. Doch die Lippen des EZB-Präsidenten blieben diesbezüglich versiegelt. Aber nicht nur viele Devisenhändler ärgern sich derzeit über einen viel zu festen Euro, auch den Börsianern passt das Szenario hierzulande nicht in den Kram.

Dennoch müssen wir für den Euro positiv bleiben, zumal vor 1,1720 oder 1,1815/25 kaum nennenswerte Widerstände zu erwarten sind. Kurzfristige Rückschläge sollten spätestens bei 1,1585 abgefangen werden, um das Aufwärts-Momentum nicht zu beeinträchtigen. Die Schlüsselunterstützung für den Aufwärtstrend bleibt unterdessen bei 1,1480/85.

GBP

EUR GBP (0,8940)

Die Situation der britischen Privathaushalte hat sich im Juli deutlich verschlechtert. Dies belegt der gestern veröffentlichte Household Finance Index (IHS Markit), wonach die Bereitschaft, größere Anschaffungen zu tätigen, auf den niedrigsten Stand seit Dezember 2013 gefallen ist. Dies dürfte sich auch negativ auf die Wachstumszahlen auswirken, deren erste Schätzung für das zweite Quartal am Mittwoch erwartet wird. Dennoch war Pfund Sterling gestern eher in eine passive Rolle gedrängt. Die Euro-Korrektur hielt sich allerdings in Grenzen, so dass sich der Wechselkurs deutlich oberhalb unserer wichtigen Marke von 0,8850 bewegte. Diese darf bekanntlich nicht unterlaufen werden, soll der Aufwärtstrend des Euro in Richtung der Zielmarke 0,9025 (darüber wären sogar Kursgewinne bis auf 0,9110 möglich) beibehalten werden.

CHF

EUR CHF (1,1030)

Die gestern veröffentlichten Sichtguthaben der Banken bei der Schweizerischen Nationalbank haben sich seit rund einem Monat nur unwesentlich verändert. Dies kann als Indiz dafür gewertet werden, dass die Nationalbank während dieser Zeit kaum aktiv zur Schwächung des Franken beigetragen haben dürfte. Denn seither hat sich der Euro von zutiefst 1,0830 auf vorübergehend 1,1085 befestigt. Dieses (mittlerweile abgeschwächte) Widerstands-Niveau muss nach wie vor überwunden werden, um den Trend in Richtung 1,1130 und 1,1200 voranzutreiben. Dies alles unter der Voraussetzung, dass die Unterstützung bei 1,0990 gehalten wird.

PLN

EUR PLN (4,2620)

Das angekündigte Veto gegen die Justizreform durch Polens Präsident Andrzej Duda hat gestern dem zuletzt deutlich unter Druck geratenen Zloty kurzzeitig eine Atempause verschafft. Genauso wie manche Stimme in Brüssel, die hinter dem Veto ein Scheinmanöver vermutet, um die Stimmung auf den Straßen zu beruhigen, scheinen auch die Devisenhändler Präsident Dudas Veto nicht „kaufen“ zu wollen. Der Euro schloss vielmehr fast auf dem Hoch vom Freitag und ist auf dem Weg in Richtung 4,2840 bzw. 4,3050. Das gestrige gute Nachfrageniveau an der Unterseite wurde nur kurzzeitig und ganz marginal unterschritten – es liegt heute bei 4,2300.


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