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Wöchentliche Marktberichte

Jul 20, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Vorsichtshalber glattgestellt

USD

EUR USD (1,1510)

Eigentlich sind sich die meisten Ökonomen darin einig, dass die heute endende zweitägige Sitzung der EZB keine Entscheidungen mit sich bringen wird. Der gestrige leichte Rückzug des Euro zeigt jedoch, dass sich die Händler dessen vielleicht doch nicht ganz so sicher sind, und dass möglicherweise jedes Wort im Statement oder der sich anschließenden Pressekonferenz auf die Goldwaage gelegt und womöglich von den Märkten „falsch“ aufgefasst werden könnte. Immerhin hat sich jetzt auch noch der Wirtschaftsweise und Mitglied im Sachverständigenrat Peter Bofinger zu Wort gemeldet und eine grundlegende Änderung in der Strategie der EZB bezüglich der Beendigung ihrer ultralockeren Geldpolitik gefordert. Statt einer mengenmäßig im Voraus geplanten Verringerung der Anleihekäufe solle die Zentralbank vorzugsweise ein Renditeziel für langfristige Anleihen festlegen. Dies hätte den Vorteil, dass Kurse und Renditen im Gegensatz zu Volumenzielen für die Investoren wesentlich besser einschätzbar seien, erklärte Bofinger im heutigen Interview gegenüber der Börsenzeitung. Die Idee an sich ist nicht neu, hat doch die Bank von Japan (BoJ) im vergangenen Jahr ebensolche Renditeziele für Anleihen festgelegt und konnte – trotz dreier Interventionen zur Verteidigung dieser Ziele – so ihr Kaufprogramm für Anleihen deutlich reduzieren. Allerdings ist die EZB im Gegensatz zur BoJ für mehrere Länder mit eigenen Anleihemärkten verantwortlich, weswegen ein gewogener Durchschnittszins für langfristige Anleihen der jeweiligen Länder festgelegt werden müsste. Ein Ansatz, der jedoch nicht ganz unproblematisch erscheint, wenn sich etwa die Renditen im Falle einer Krise eines oder mehrerer Euro-Länder sehr stark bewegen würden.

Trotz der oben erwähnten Korrektur des Euro wartet die nächste Zielmarke bei 1,1620. Dabei darf die Unterstützung bei 1,1360 nicht mehr unterlaufen werden.

GBP

EUR GBP (0,8835)

Der Wechselkurs verbrachte gestern einen der ruhigeren Tage dieses Jahres (Handelsspanne ca. 40 Stellen). Daran änderte auch die Warnung von Theresa May nichts, keiner ihrer Minister sei unkündbar. Vielleicht auch, weil die Premierministerin andererseits nach den teils öffentlich gewordenen Querelen im Kabinett vom vergangenen Wochenende bemüht war, dessen Einigkeit zu demonstrieren. Aber vielmehr diskutieren Händler immer wieder mögliche Schritte der Bank von England. Dabei ist für die meisten klar, dass die Zentralbank eine mögliche Zinsentscheidung „datenabhängig“ treffen wird. Allerdings bleibt zu bedenken, dass die nächste Sitzung des Geldpolitischen Komitees (MPC) erst für den 3. August terminiert ist und zuvor noch die Sitzung von EZB und US-Notenbank stattfinden werden. Damit hat sich an der Seitwärtstendenz des Euro, deren Verlauf wir derzeit zwischen 0,8805 und 0,8925 sehen, nichts geändert.

CHF

EUR CHF (1,1000)

Der Euro hat sich gestern weiter von seiner Zielmarke von 1,1085 entfernt und kämpft momentan mit der Verteidigung von 1,1000. Allerdings liegt das Schlüsselniveau für den derzeitigen Aufwärtstrend erst bei 1,0960 (geringfügig modifiziert).

PLN

EUR PLN (4,2050)

Ein Bündel von gestern veröffentlichten Wirtschaftsdaten hat den Zloty etwas unter Druck gebracht. Zwar fiel die polnische Industrieproduktion besser als erwartet aus, aber sowohl der Produzentenpreisindex (1,8 Prozent im Jahresvergleich statt der im Durchschnitt erhofften 2,1 Prozent) als auch die Einzelhandelsumsätze enttäuschten. Allerdings hat der Euro seine erste Hürde an der Oberseite bei 4,2240 nicht einmal ansatzweise getestet und bleibt damit anfällig für Kursverluste bis 4,1850 und darunter sogar 4,1640. 

CZK

EUR CZK (26,07)

Spekulationen, die Tschechische Nationalbank könnte im nächsten Monat die Zinsen – und zwar zum ersten Mal seit fast zehn Jahren – anheben, haben den Euro gegenüber der Krone mit temporär 26,02 auf den niedrigsten Kurs seit November 2013 gedrückt. Damit bleibt der Abwärtstrend mit der modifizierten Zielmarke 25,75 zwar sehr langsam, aber dennoch stabil. Die Schlüsselmarke an der Oberseite liegt bei 26,28. 


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