Wöchentliche Marktberichte

Jul 19, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Devisenhändler sehen Markt mit anderen Augen

USD

EUR USD (1,1540)            

Wenn sowohl Händler als auch Kommentatoren plötzlich fadenscheinige Argumente anbringen, um unerwartete Kursbewegungen zu rechtfertigen, ist dies oft ein Hinweis, dass der Markt sich nicht allein in Erklärungsnot befindet. Meist drückt der Schuh an anderer Stelle. In der Regel sind es die Positionen dieser Akteure, die sich in die falsche Richtung entwickeln. Auch gestern war dieses Verhalten zu beobachten. Die Beschleunigung der Euro-Aufwärtsbewegung wurde mit dem Unvermögen der US-Regierung begründet, das von Ex-US-Präsident Obama eingeführte Krankenversicherungssystem zu kippen. Zugegebener­maßen stellen die knappen Mehrheitsverhältnisse im US-Senat für den amtierenden Präsidenten Trump ein schwieriges Unterfangen dar, was auch perspektivisch zu Handlungsblockaden führen könnte. Andererseits besteht diese Regierungskonstellation nicht erst seit gestern. Und es ist auch nicht das erste Mal, dass Trump mit der Durchsetzung seiner Ideen merkliche Probleme hat. Warum die Marktteilnehmer aber gerade jetzt dieses Argument anführen, hat wohl einen viel trivialeren Grund, als es auf den ersten Blick erscheint: „Trumpcare“ war die Erklärung, die gerade am besten verfügbar war!

Man könnte meinen, eine in ihrem Entscheidungsspielraum eingeschränkte US-Regierung sollte nicht nur schlecht für den Dollar, sondern auch negativ für den amerikanischen Aktienmarkt sein. Doch dieser zeigt sich davon vollkommen unbeeindruckt, sondern eilt im Gegenteil zu neuen Rekorden. Sind dessen Akteure etwa auf dem politischen Auge blind? Und was ist mit dem US-Anleihemarkt? Niemand scheint zu hinterfragen, warum auch dieser nicht auf den fehlgeschlagenen "Trumpcare“-Versuch reagiert hat. Lediglich was den Dollar angeht, ist man sich einig. Liegt es vielleicht daran, dass Schieflagen, die EUR/USD-Händlern offensichtlich zunehmend Kopfzerbrechen bereiten, in den anderen Märkten momentan nicht existieren?

Die erwähnten Schieflagen bilden den Nährboden der laufenden Euro-Hausse, deren Ende noch nicht in Sicht ist. Unsere nächste Zielmarke wartet bei 1,1620. Die jüngste Beschleunigung erfordert aber, dass sich kurzfristig keine größeren Rücksetzer mehr ereignen. Der Euro darf daher nicht mehr unter 1,1360 rutschen.

GBP

EUR GBP (0,8850)            

Die gestern veröffentlichten britischen Inflationsdaten haben zahlreiche Akteure über­rascht und heftige Reaktion des Pfundes ausgelöst. Für die Bank of England kommen diese Zahlen hingegen wie gerufen, denn sie kann nun ein wenig durchatmen. Das zweiprozentige Inflationsziel der Währungshüter wurde zwar erneut überboten. Die deutliche Revision der Teuerung nach unten bietet den Notenbankern jedoch die Möglichkeit, vorerst von einer Straffung ihrer Geldpolitik abzusehen. Akteure hatten in den vergangenen Wochen immer wieder befürchtet, dass schon bald eine Leitzinserhöhung anstehen könnte. Der Euro hat sich schnell wieder stabilisieren können. Unterstützung findet sich nun bei 0,8805, Angebot indes bei 0,8925.

CHF

EUR CHF (1,1025)            

Der Euro wurde gestern abermals 15 Stellen vor unserer 1,1085er Zielmarke am Steigen gehindert. Ein Überschreiten dieses Widerstands bleibt nötig, damit der Aufwärtstrend zusätzliche Fahrt in Richtung 1,1160 gewinnt. Die kritische Marke für den Trend liegt weiterhin bei 1,0965.

PLN

EUR PLN (4,1990)            

Die polnischen Arbeitsmarktdaten entsprachen gestern größtenteils den Erwartungen – zumindest wenn man nur auf die Beschäftigungszahlen achtete. Was die Löhne betrifft, so rechneten die meisten im Juni mit einem Anstieg von fünf Prozent. Heraus kamen aber sechs, was von einigen Akteuren mit den Begriffen Inflation und Zinserhöhung in Einklang gebracht wurde. Wir setzen derzeit auf Kursverluste des Euro bis 4,1850 und darunter sogar bis 4,1640. Die erste Angebotshürde liegt hingegen bei 4,2240.


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