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Wöchentliche Marktberichte

Jul 18, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Gescheitertes Vorhaben

USD

EUR USD (1,1525) 

Es hat etwas gedauert, bis die Devisenhändler auf die als erneut gescheitert angesehene so genannte „Trumpcare“ reagierten und den Eurokurs mit bislang 1,1537 auf den höchsten Stand seit Mai 2016 trieben. Grund: Die Zahl der republikanischen Senatoren, die sich offen gegen den Plan zur Einführung eines neuen Systems zur Krankenversicherung ausgesprochen haben, ist gestern Nacht von zwei auf vier gestiegen. Damit fehlt wegen der knappen Mehrheitsverhältnisse im US-Senat offensichtlich die erforderliche Stimmenzahl, einen entsprechenden Gesetzentwurf durchzubringen. Gleichzeitig tauchten Überlegungen auf, ob damit nicht weitere Vorhaben (etwa die Steuerreform) des US-Präsidenten auf die lange Bank geschoben würden. Hinzu kommt, dass die US-Notenbank vor dem Dilemma steht, dass sie zwar liebend gerne (und zwar noch vor weiteren Zinsschritten) ihre durch Anleihekäufe aufgeblähte Bilanzsumme langsam zurückzufahren beginnen würde, aber die zuletzt schwachen US-Inflationsdaten dem eigentlich entgegenstehen. Gut möglich, dass es in diesem Jahr in den USA keine weitere Zinserhöhung gibt – die Wahrscheinlichkeit für einen derartigen Schritt ist unlängst unter 50 Prozent (CME FedWatch Tool) gesunken.
Auf der anderen Seite sind sich viele Analysten bezüglich des Ergebnisses der am kommenden Donnerstag stattfindenden Pressekonferenz der Europäischen Zentralbank ziemlich einig: Die EZB werde bestenfalls ein paar Wörtchen in ihrem Statement ändern, aber die eigentliche „Neuigkeit“ werde am 7. September verkündet, heißt es. Und zwar, dass der sogenannte Tapering-Prozess, das Zurückfahren der Anleihekäufe, im kommenden Jahr beginnen werde. Bis dahin, so die Logik vieler Analysten, dürfte die EZB weitere Hinweise zur Inflation – zumindest war die Revision der Juni-Daten der Eurozone gestern wie erwartet ausgefallen – bekommen. 

Damit hat der Euro heute früh sein Etappenziel bei 1,1510 erreicht. Die Gemeinschaftswährung hat nun das Zeug, ihren Aufwärtstrend auch noch bis 1,1620 fortzusetzen. Dieses Szenario bleibt gültig, solange 1,1240 nicht unterschritten wird.

GBP

EUR GBP (0,8800)

Der Aufwärtsimpuls des Britischen Pfundes aus der vergangenen Woche mag für viele Händler bei genauem Hinsehen wohl doch etwas zu deftig ausgefallen sein. Sollte tatsächlich ausgerechnet die Bank von England als nächste Zentralbank eine Zinswende in Angriff nehmen? Viele Akteure ziehen einen derartigen Schritt offensichtlich nicht in Betracht, zumal die Brexit-Verhandlungen von Großbritannien und der EU die Schlagzeilen bestimmen und somit im Gegensatz zu geldpolitischen Informationen leichter verfügbar sind – sie werden somit nicht nur von der Öffentlichkeit, sondern auch von Händlern bevorzugt wahrgenommen. Zumal das Kabinett in Sachen Brexit nicht gerade ein Bild von Einigkeit ausstrahlt. Wir gehen jedoch am Ende davon aus, dass die heute erwartete Revision der Inflationsdaten und die Geldpolitik der Notenbank mehr Interesse unter den Händlern als irgendwelche Polit-Storys wecken werden. Für den Euro bleibt daher nach wie vor Raum für Korrekturen bis 0,8710 und 0,8635. An der Oberseite müsste der Widerstand bei 0,8850 durchstoßen werden, um den Wechselkurs zu stabilisieren.

CHF

EUR CHF (1,1060)

Der temporäre Rücksetzer des Euro auf knapp 1,1000 sah im Konzert der Wechselkursentwicklungen des gestrigen Tages fast schon ein wenig hektisch aus. Dennoch bleibt unser Ziel bei 1,1085 erhalten, und ein Überschreiten dieses Widerstands würde dem Aufwärtstrend zusätzliche Dynamik, möglicherweise in Richtung 1,1160, verleihen. Die kritische Marke für den Trend liegt nun bei 1,0965.

PLN

EUR PLN (4,2000)

Nun hat sich mit Kamil Zubelewicz auch noch ein weiteres Mitglied des geldpolitischen Ausschusses der Polnischen Zentralbank in die Zinsdiskussion eingemischt. Er machte sich gegenüber Bloomberg dafür stark, sogar bereits in diesem Jahr vorsichtig die Zinsen anzuheben. Diese Äußerung hat dem Euro nicht geholfen, so dass weitere Kursverluste bis 4,1850 oder sogar 4,1640 drohen. Der beste nächstgelegene Angebotspunkt liegt bei 4,2250/60.


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