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Wöchentliche Marktberichte

Jul 14, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Wendepunkt in Jackson Hole

USD

EUR USD (1,1400)
Die Euro-Korrektur der vergangenen beiden Handelstage hat einigen Kommentatoren offensichtlich zu denken gegeben. Doch fallen die Begründungen für die Euro-Schwäche etwas dürftig aus. So war zu hören, dass die Europäische Zentralbank möglicherweise Janet Yellens Sorgen wegen der schleppenden Inflationsentwicklung teilt. Falls dies zutrifft, könnte die Abkehr von der ultralockeren Geldpolitik in der Eurozone doch viel mehr Zeit in Anspruch nehmen als zunächst angenommen. Dazu passt auch ein Artikel des Wall Street Journal, in dem (unter Berufung auf EZB-Vertreter) geäußert wird, dass es bei der Sitzung der Zentralbank in der kommenden Woche noch keine Ankündigung über Veränderungen in der Geldpolitik geben wird. Dies bliebe vielmehr Mario Draghi vorbehalten, denn der EZB-Präsident könnte die diesjährige Konferenz in Jackson Hole vom 24. bis 26. August – es wäre sein erster Auftritt an diesem Ort seit drei Jahren – für die Ankündigung eines Richtungswechsels der EZB nutzen. Begründung: Seine Rede an gleicher Stelle im August 2014 wurde seinerzeit als Ankündigung des Anleihekaufprogramms der Zentralbank gesehen. Und so wäre beim Treffen von Notenbankern und Ökonomen in Jackson Hole in diesem Jahr ein ähnlicher Rahmen für eine richtungsweisende Rede gegeben. Was für eine „Symmetrie“!
Unterdessen dürfte die US-Notenbank an ihrem Vorhaben (Rückführung der Bilanzsumme nebst einem Zinsschritt im Dezember) trotz der von Akteuren zuletzt als taubenhaft empfundenen Worte Janet Yellens nichts geändert haben. Mehr Klarheit könnte in diesem Zusammenhang die für heute erwartete Veröffentlichung des US-Konsumentenpreisindex geben.

Tatsächlich sehen wir derzeit nichts anderes als eine Reduktion von Euro-Positionen, deren Volumina gerade angesichts der bullishen Neueinschätzung manches Strategen zuletzt ein wenig zu hoch gewesen sein mögen. Aber es bleibt dabei: Solange das Schlüsselniveau bei nunmehr 1,1230 nicht verletzt wird, halten wir im Rahmen des intakten Aufwärtstrends an unserem Etappenziel bei 1,1510 (darüber 1,1620) fest.

GBP

EUR GBP (0,8800)
Von Händlern weitgehend unbeachtet blieb die gestrige Veröffentlichung der Gesetze („Repeal Bill“) der britischen Regierung, mit denen der Auszug aus der EU vollzogen werden soll. Pfund Sterling zeigten sich unterdessen den zweiten Tag hintereinander erstaunlich stabil. Auch der gestern veröffentlichte schwache RICS-Hauspreisindex, der angesichts der unsicheren politischen Situation in Großbritannien im Juni abermals gefallen war, konnte der britischen Währung nichts anhaben. Das Interesse konzentrierte sich vielmehr auf einen Vertreter des Geldpolitischen Komitees der Bank von England (MPC), Ian McCafferty, der sich für eine frühzeitige Rückführung des quantitativen Lockerungsprogramms der Zentralbank aussprach. Obgleich es sich bei McCafferty ohnehin um einen der drei Zinsfalken im MPC handelt, wurde dies von den Akteuren gerne als Pfund-Kaufargument genommen. Da sich der Euro gleichzeitig in der Rückwärtsbewegung befand, verlor er gegenüber dem Pfund binnen zweier Tage nun rund 1,6 Prozent an Wert. Solange jedoch an der Unterseite 0,8765 unverletzt bleibt, halten wir weiterhin erneute Kursgewinne auf 0,8970 oder höher für möglich.

CHF

EUR CHF (1,1030)
Möglicherweise wegen des etwas schlechter als erwartet ausgefallenen Produzentenpreisindex der Schweiz könnte der Wechselkurs bereits einen Boden gefunden haben. Auch wenn mancherorts die derzeitige Franken-Schwäche als temporär gesehen wird, rechnen wir nach wie vor mit Aufwärtsbewegungen des Euro bis auf 1,1085 und nach Überschreiten dieses Niveaus mit einer Fortsetzung des Trends in Richtung 1,1160. Die kritische Marke für den Aufwärtstrend liegt nun etwas höher bei 1,0940.

PLN

EUR PLN (4,2230)
Wir erwarten immer noch einen leichten Kursanstieg in Richtung 4,2540 bzw. 4,2790, vorausgesetzt, unser wichtiges Nachfrageniveau bei 4,2070 wird nicht unterschritten.


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