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Jul 13, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Euro leidet nach Yellen-Statement am meisten

USD

EUR USD (1,1440)
Die Bühne des gestrigen Handelstages gehörte Janet Yellen. Die Fed-Präsidentin gab sich allerdings bei ihrem Auftritt taubenhafter, als vielerorts erwartet wurde. Zwar verwies Yellen zunächst darauf, dass die US-Ökonomie stark genug sei, um sowohl weitere Zinsschritte nach oben als auch einen langsamen Abbau der aufgeblähten Notenbank-Bilanz [infolge der Anleihekäufe der vergangenen Jahre] zu verkraften. Womit Yellen im Großen und Ganzen das wiederholte, was sie bereits bei der Pressekonferenz nach der vergangenen Notenbanksitzung geäußert hatte. Doch – und das gab vor allen Dingen den Aktienmärkten einen kräftigen Schub – bereitet der Fed-Chefin die schleppende Inflationsentwicklung Sorge. Es war dieser explizite Hinweis auf das Risiko einer zu langsamen Inflationsentwicklung, der die Akteure an den Finanzmärkten das schriftlich vorverfasste Humphrey Hawkins Testimony als taubenhaft interpretieren ließ. Deswegen wurde auch das gestern von der US-Notenbank veröffentlichte so genannte Beige Book – darin bezeichnet die Fed das Wachstumstempo als leicht bis moderat – von den Akteuren ignoriert.

Interessanterweise hatte das Statement Yellens zwar den US-Dollar ein wenig geschwächt, aber am Ende den Euro viel stärker unter Druck gebracht. Ursächlich hierfür sollen vor allen Dingen durch das volatile Handelsgeschehen ausgelöste Euro-Stopp-Loss-Verkäufe kurzfristiger Händler, vor allem auch gegenüber anderen Valuten, gewesen sein. Trotz dieser deutlichen Korrektur, die möglicherweise noch nicht ganz ausgestanden ist, bleiben die avisierten Ziele im Rahmen des intakten Aufwärtstrends (die Schlüsselmarke hierfür liegt bei 1,1220) bei 1,1510 (darüber 1,1620) erhalten.

GBP

EUR GBP (0,8870)
Nun hat sich der stellvertretende Chef der Bank von England (BoE), Ben Broadband, doch noch hinsichtlich der Leitzinsen in Großbritannien geäußert. Die Zentralbank sei noch nicht bereit, derzeit eine Erhöhung der Zinsen zu unterstützen. Damit scheinen die Rollen im geldpolitischen Komitee (MPC) der Bank von England wieder wie bei der vergangenen BoE Sitzung verteilt zu sein, so dass das Abstimmungsverhältnis wahrscheinlich 5:3 zugunsten der Zinstauben beträgt. Allerdings gaben die gestern veröffentlichten Wirtschaftsdaten Pfund Sterling etwas Auftrieb, denn die Arbeitslosenquote fiel mit 4,5 Prozent etwas niedriger und der Zuwachs bei den Löhnen (ohne Bonuszahlungen) mit +2,0 Prozent im Jahresvergleich höher als erwartet aus. Die Reallöhne sind dennoch aufgrund der deutlich höher liegenden Inflationsrate negativ. Deswegen braucht man kaum auf Wachstumsimpulse der privaten Verbraucher zu setzen. Trotzdem gab es für den Euro einen deutlichen Rücksetzer, aber wir gehen von weiteren Kursgewinnen auf 0,8970 oder gar 0,9040 aus. An diesem Ausblick ändert sich nichts, solange an der Unterseite 0,8765 unverletzt bleibt.

CHF

EUR CHF (1,1020)
Gerne wird derzeit von einigen Analysten auf einen engen Zusammenhang zwischen der steigenden Rendite 10jähriger deutscher Bundesanleihen und einem schwächeren Schweizer Franken hingewiesen. Erstere haben gestern zwar das höchste Niveau seit Ende 2015 markiert, mussten aber im Verlaufe des Tages den zunächst erreichten kompletten Gewinn wieder abgeben. Damit mussten gleichzeitig die zuletzt starken bullishen Ambitionen des Euro einen Dämpfer hinnehmen, doch rechnen wir nach wie vor mit Aufwärtsbewegungen bis auf 1,1085 (guter Widerstand), jenseits davon möglicherweise auch mit einem Test von 1,1160. Die kritische Marke für den Aufwärtstrend liegt nun etwas höher bei 1,0940.

PLN

EUR PLN (4,2300)
An ökonomischen Überraschungen gab es gestern in Polen wenig zu berichten, zumal die Kerninflationsrate mit einem Plus von 0,8 Prozent im Jahresvergleich wie von den Ökonomen erwartet ausfiel. Und so verlief das Handelsgeschehen in ganz engen Bahnen, so dass wir immer noch einen leichten Kursanstieg in Richtung 4,2540 und auch einen Test von 4,2790 erwarten. Dies weiterhin unter der Voraussetzung, dass unser wichtiges Nachfrageniveau bei 4,2070 nicht unterschritten wird.


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