Jetzt starten!

Wöchentliche Marktberichte

Jul 11, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

USD

EUR USD (1,1390)            

Dass die Europäische Zentralbank bei ihrem Treffen am 20. Juli wohl eine Debatte über den Ausstieg aus der ultra-lockeren Geldpolitik anstoßen wird, könnte man aus den jüngsten Interviews einiger Ratsmitglieder schließen. Zuletzt hatte sich der Chef der Banque de France, François Villeroy de Galhau, diesbezüglich zu Wort gemeldet. In einem Interview forderte er eine baldige Entscheidung über die Anpassung der Geldpolitik der EZB bereits in diesem Herbst. Trotz dieser Meldung, der bereits ein eher taubenhaftes Statement von EZB-Chefvolkswirt Peter Praet vorausgegangen war, hat der Euro gestern nicht einmal eine Handelsbandbreite von 40 Stellen zustande gebracht. Überhaupt hat es sich beim gestrigen Montag, gemessen an den Eurodollar Futures (Bloomberg), um den mit Abstand umsatzärmsten Tag des Jahres gehandelt. Immerhin gab es in den USA eine interessante Personalie zu vermelden. So schlug US-Präsident Donald Trump Randal Quarles als obersten Bankenaufseher der Notenbank vor. Quarles gilt als so genannter Falke, also als Befürworter einer harten Geldpolitik. Aber er zeichnet auch für eine relativ weiche Gangart gegenüber den Geschäftsbanken. Der Investment-Manager würde gleichzeitig den bislang vakanten Posten eines zweiten Stellvertreters – neben Stanley Fischer – der Fed-Präsidentin Janet Yellen einnehmen.

Aufgrund der niedrigen Volatilität hat sich naturgemäß am positiven Ausblick für den Euro nichts geändert, für den wir einen Anstieg bis 1,1510 und darüber gar bis 1,1600 sehen. Das kurzfristige Schlüsselniveau für diesen derzeitigen Aufwärtstrend verbleibt bei 1,1205.

GBP

EUR GBP (0,8845)             

Mehrere Umfragen haben gezeigt, dass führende britische Unternehmen ihre Investmentpläne im zweiten Quartal dieses Jahres abermals deutlich zurückgestutzt haben. Aber auch die privaten Konsumenten haben gemessen an ihren Kreditkartenumsätzen (vgl. Visa UK) den zweiten Monat hintereinander weniger Geld ausgegeben. Wenn man bedenkt, dass es sich gleichzeitig um das schwächste Quartal seit fast vier Jahren handelt, muss man sich die Frage stellen, ob die Bank von England tatsächlich in den kommenden Monaten ihre Leitzinsen erhöhen wird. Wie gehabt erwarten wir Kursgewinne bis 0,8970 (Zwischenwiderstand bei 0,8895). Solange die 0,8745er Unterstützung (adjustiert) nicht gebrochen wird, halten wir an diesem positiven Ausblick fest.

CHF

EUR CHF (1,1015)            

Nun ging alles doch viel schneller als gedacht, und der Euro überschritt nicht nur unseren Widerstand, bei 1,0990, sondern markierte außerdem gegenüber dem Franken seinen höchsten Stand seit September 2016. Damit bewegt sich der Wechselkurs nunmehr am oberen Rand seiner großen Handelsspanne (1,0610 bis 1,1015), die sich im Juni des Vorjahres gebildet hatte und die er seitdem nicht mehr verlassen hat. Unterdessen gehen wir nach wie vor von Kursgewinnen bis auf 1,1085 aus. Die kritische Marke für den Aufwärtstrend bleibt bei 1,0905.

PLN

EUR PLN (4,2370)            

Im Verhältnis zu den aktuellen Fundamentaldaten ist der Zloty für den Geschmack der Polnischen Zentralbank derzeit zu schwach und hätte das Zeug, sich längerfristig ein wenig zu befestigen. Dies geht aus dem gestern veröffentlichten Inflationsbericht mit den neuesten Projektionen für Wachstum (gegenüber März erhöht) und Inflation hervor, den die Nationalbank dreimal im Jahr publiziert. Darüber hinaus teilte das Arbeitsministerium seine erste Schätzung für die Arbeitslosenquote im Juni mit, die gegenüber Mai von 7,4 auf 7,2 Prozent gefallen ist. Allerdings hatten all diese neuen ökonomischen Informationen praktisch keinen Einfluss auf den Wechselkurs, dessen Handelsspanne sogar noch geringer als am Vortag ausfiel. Trotzdem erwarten wir kurzfristig immer noch einen leichten Kursanstieg in Richtung 4,2540 und sogar 4,2790 erscheint möglich. Allerdings nur unter der Prämisse, dass unser wichtiges Nachfrageniveau bei 4,2070 nicht unterschritten wird.


Erhalten Sie wöchentliche Devisenmarktberichte

Jeden Montag bietet unser Newsletter Trends und Marktinformationen sowie welche wichtigen Ereignisse die Märkte beeinflussen könnten.