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Wöchentliche Marktberichte

Jul 07, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

USD

EUR USD (1,1415)            

Der gestrige Donnerstag war für Euro-Skeptiker gleich in zweifacher Hinsicht kein besonders erfreulicher Tag. Erstens holte die Einheitswährung praktisch am Stück, ohne sich eine Pause zu gönnen, die gesamten Verluste der ersten Wochenhälfte auf. Als ob dies der Aufregung nicht schon genug gewesen wäre, kam noch hinzu, dass Pessimisten sich – was mögliche Ursachen für den Kurssprung anging – in Erklärungsnot befanden. Der Anstieg war über den ganzen Tag hinweg gleichmäßig verteilt und verlief graduell. Es gab keine besondere Nachricht oder zwingende Aussage von offizieller Seite, mit der Skeptiker den Kursanstieg hätten rechtfertigen können. Weder der Datenkranz aus den USA – darunter die aufgehellte Stimmung der Dienstleister, die gestiegenen Erstanträge auf Arbeitslosen­hilfe und die moderat erhöhte Privatbeschäftigung – noch Nachrichten aus der Eurozone hatten das Format, einen so deutlichen Kursgewinn des Euro gegenüber dem US-Dollar zu rechtfertigen. Alles, was blieb, war somit das gestern veröffentlichte Protokoll der EZB zur Juni-Zinssitzung. Tatsächlich fanden sich darin Hinweise, dass über eine mögliche Veränderung der Kommunikation hinsichtlich des Wertpapierkaufprogramms diskutiert wurde. Allerdings ist EZB-Präsident Draghi schon weiter gegangen, als dort vereinbart wurde: Er hat den kommenden Wandel bereits ausgesprochen! Diesen Umstand wollen einige Akteure einfach nicht wahrhaben. Im Gegensatz zu Euro-Händlern scheinen Investoren im Rentenmarkt Draghis Bemerkungen hingegen wesent­lich feinfühliger aufgenommen, analysiert und verarbeitet zu haben. Seit seiner Rede in Sintra vor anderthalb Wochen haben sich die Renditen deutscher Bundesanleihen mehr als verdoppelt. Sie stiegen fast täglich und praktisch ohne Pause. Versteht der Rentenhandel die EZB am Ende etwa besser als der Rest des Marktes?

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass Analysten gestern früh, nach Anfangsgewinnen des Euro, noch zu erklären versuchten, die höheren Rentenrenditen würden ihm „ein bisschen auf die Beine helfen“. Am Nachmittag ortete man selbige dann als Euro-Belastungsfaktor.

Es war richtig, sich nicht vom kurzfristigen Korrekturgebaren abschrecken zu lassen und am positiven Ausblick für den Euro – ein Anstieg bis 1,1510 und darüber gar bis 1,1600 – festzuhalten. Der erneute Anstieg hat jedoch zur Folge, dass wir unser kurzfristiges Schlüsselniveau auf 1,1205 hochsetzen.

GBP

EUR GBP (0,8800)  

Gestern Abend drehten einige Sterling-Händler das Radio lauter. Grund dafür war ein Interview, das der britische Notenbanker Ian McCafferty mit dem Sender LBC führte. Dort äußerte er sich unter anderem zur Teuerungsrate; ein starker Anstieg der Inflation könne laut McCafferty „nicht ignoriert werden“. Auf das Thema Zinsen angesprochen, meinte er, sie würden auf weit tieferem Niveau verharren als nach vergangenen Finanzkrisen. Zudem ließ er wissen, dass die Bank von England die Bewegungen am Devisenmarkt bei ihren Entscheidungen mit einbezieht. Seine Ausführungen waren zwar vielfältig, führten aber kaum zu Marktreaktionen. Wir setzen unterdessen weiter auf Euro-Stärke, die sich bis 0,8970 fortsetzen sollte, solange die 0,8730er Unterstützung hält. Mit kurzfristigem Angebot ist bei 0,8830 zu rechnen.

CHF

EUR CHF (1,0965)             

Gestern gelang es dem Euro im zweiten Anlauf, die seit Mai währende Konsolidierung nach oben zu verlassen und genau bis auf unseren 1,0990er Widerstand zu marschieren. Er hat nun die Möglichkeit, aus der riesigen Handelsspanne der vorletzten Juniwoche des vergangenen Jahres (1,0610 bis 1,1015), in der er seitdem gefangen ist, auszubrechen, was zu Kursgewinnen bis 1,1085 führen würde. Neue Unterstützung findet sich nun bei 1,0930 und wie gehabt bei 1,0895 (kritisch für den Aufwärtstrend).

PLN

EUR PLN (4,2370)            

Marktteilnehmer sehen laut jüngsten Reuters-Umfragen auf 12-Monats-Sicht kaum Veränderungen im Euro-Zloty-Kurs. Im Schnitt liegen die Markterwartungen bei 4,19 nach 4,20 im vergangenen  Jahr. Wir erwarten kurzfristig hingegen weiterhin leichte Kursgewinne in Richtung 4,2540 und 4,2790, jedenfalls solange, wie unser wichtiges Nachfrageniveau bei 4,2070 unversehrt bleibt.


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