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Wöchentliche Marktberichte

Jul 06, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

USD

EUR USD (1,1340) 

Nicht zum ersten Mal weisen wir in dieser Woche darauf hin, dass sich Marktteilnehmer Nachrichten derzeit gerne so zurechtlegen, wie sie in ihre Sicht der Dinge passen. Der Grund für dieses Verhalten: Sie können mit der starken Phase des Euro nur wenig anfangen und sind daher auf der Suche nach Ereignissen, die ihre eigene – teils marktgegenläufige – Positionierung bekräftigen. So ist nachvollziehbar, dass jeder noch so kleine Rücksetzer im Euro-Aufwärtstrend gefeiert und weitflächig mit Nachrichten und Aussagen untermauert wird, während Ereignisse, die den Preisaufschwung bestätigen, als „Missverständnisse“ oder „Überreaktionen“ eingestuft oder bagatellisiert werden. Auch werden Hinweise der EZB besonders auffällig hervorge¬hoben, die – zumindest auf den ersten Blick – eine negative Botschaft für die Gemeinschaftswährung enthalten. Gestern war dies beispielsweise der Fall, als EZB-Direktor Benoît Cœuré anmerkte, der Euro habe als internationale Währung „weiter an Boden verloren“, da der Anteil an Fremd-währungsschulden und -krediten im vergangenen Jahr leicht rückläufig gewesen sei. Der Markt nahm diese Information freudig auf. Dass der Euro mit Abstand die zweitwichtigste Reservewährung nach dem US-Dollar bleibt und diese Position sogar noch ein wenig ausbauen konnte, ging indes fast unter. Dabei ist dies ein überaus positiver und wichtiger Aspekt. Ähnlich sah es mit der Interpretation des Einkaufmanagerindex aus. Statt auf das stärkste Quartalswachstum der vergangenen sechs Jahre zu verweisen, mäkelten Händler lieber über den halben Punkt, den der Index im Juni eingebüßt hatte.
Recht bescheiden fielen auch die Marktreaktionen auf das Fed-Protokoll zur jüngsten Zinssitzung im Juni aus. Der US-Handel war sich gestern Abend offenbar nicht einig darüber, wann der Bilanz-Abbauprozess gestartet wird bzw. welchen Zeitpunkt die Fed-Offiziellen genau mit "in einigen Monaten" meinen. Starten sie bereits im Herbst oder lassen sie sich noch bis zum Winter Zeit? 

Die laufende Abwärtskorrektur des Euro mag die Stimmung einiger Akteure diese Woche zwar etwas verbessert haben. Wir halten aber weiter am Aufwärtspotenzial bei 1,1510 fest und sehen sogar Platz bis 1,1600. Rücksetzer sollten bei 1,1285 auf Nachfrage treffen. Unser Schlüsselniveau bleibt vorerst bei 1,1175.

GBP

EUR GBP (0,8765) 

Die enttäuschende Einkaufsmanagerindex-Serie setzte sich gestern in Großbritannien fort. Diesmal war es die Stimmung der Dienstleister, die sich im Juni deutlicher eintrübte, als der Markt ursprüng¬lich erwartet hatte. Dennoch bewegten sich EUR/GBP ausschließlich innerhalb der Spanne der ersten Wochen¬hälfte – fast so, als weigere sich das Währungspaar, sich deutlich in eine bestimmte Richtung zu bewegen. Die geringe Volatilität schmeckt einigen Händler gar nicht. Für den Aufwärtstrend des Euro hingegen, bedeutet diese Ruhe keine Gefahr. Er hat nach wie vor Bestand und kann sich bis 0,8970 fortsetzen. Davor wartet aber noch kurzfristiges Angebot – vor allem bei 0,8830. Auf der Unterseite darf indes 0,8730 nicht mehr unterlaufen werden.

CHF

EUR CHF (1,0945) 

Aus der neuen Konsolidierung, die sich seit Anfang Mai zwischen 1,0835 und 1,0960 etabliert hat, hat der Euro gestern vorsichtig über die Oberkante gelugt und dabei unseren 1,0965er Widerstand berührt. Danach ist die Einheitswährung sofort wieder in besagte Zone zurückgefallen. Solange der Euro sich oberhalb von 1,0890 (kritisch) hält, ist ein erneuter Ausflug in höhere Gefilde bis 1,0990 möglich.

PLN

EUR PLN (4,2280) 

Gestern unterstrich der polnische Notenbank-Gouverneur Adam Glapinski zum Ausklang der Zentralbanksitzung noch einmal deutlich, dass er bis Ende 2018 keine Änderung der Leitzinsen anstrebt. Genau diese Botschaft hatte der Markt erwartet, so dass diese Aussage nur geringe Reaktionen nach sich zog. Der Euro kann sich somit weiterhin in Richtung 4,2540 und 4,2790 bewegen. In diesem Zusammenhang belassen wir unser wichtiges Nachfrageniveau an der Unterseite unverändert bei 4,2070.


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