Wöchentliche Marktberichte

Jul 04, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Tag der Einkaufsmanager

EUR USD (1,1355) 

Der US-Dollar konnte sich gestern auf breiter Front erholen und setzte auch dem Euro zu, der bereits zur Mittagszeit auf sein Tagestief von 1,1355 gefallen war. Fast schien es so, als ob die dazugehörigen Fundamentaldaten nachgereicht wurden, als später in den USA der ISM-Einkaufsmanager-Index der Industrie auf der positiven Seite – mit einer starken Arbeitsmarktkomponente – überraschte. Auf der anderen Seite fangen Analysten schon an zu zählen, wie lange wohl die aktuelle Rallye der Ölpreise noch andauern wird, denn das schwarze Gold verbuchte den achten Handelstag hintereinander ein Plus. Interessanterweise wurde diese Erholung als Kaufargument an den Aktienmärkten genannt, obwohl ein anhaltender Aufwärtstrend des Öls letztlich einen positiven Einfluss auf die Inflationsrate (inklusive Nahrung und Energie) hätte. Auch wenn die Zentralbanken diese so genannte Headline-Inflation vorgeblich nicht wirklich interessiert, dürfte sich zumindest ein Zins-Falke psychologisch ermutigt fühlen. Was jedoch die EZB angeht, versuchen Zentralbankkreisen zufolge einige Notenbanker die so genannte Sintra-Rede Mario Draghis von der vergangenen Woche zu relativieren. Aus Angst vor zu heftigen Marktreaktionen wird nun laut vernehmbar darüber diskutiert, wie man den geldpolitischen Ausblick hinsichtlich der Wertpapierkäufe bei der kommenden Ratssitzung so vorsichtig formuliert, dass die Finanzmärkte am besten überhaupt nicht reagieren.
Unterdessen hat der Euro im Rahmen seines jüngsten Aufwärtsimpulses, der bis 1,1510, möglicherweise auch bis 1,1600 reichen kann, einen gesunden Rücksetzer hinnehmen müssen und blieb bislang an unserer ersten kleineren Unterstützung von gestern hängen. Ohnehin erwarten wir bessere Nachfrage erst bei 1,1320, während das Schlüsselniveau für den Aufwärtstrend immer noch bei 1,1170/75 liegt. 

EUR GBP (0,8780) 

Der britische Einkaufsmanager-Index der verarbeitenden Industrie hat im Juni auf der ganzen Linie enttäuscht. Dazu passt vordergründig auch ein Statement von Gertjan Vlieghe Mitglied des geldpolitischen Ausschusses der Bank von England (MPC), der einer zuletzt von einigen Mitgliedern des Komitees diskutierten Erhöhung der Leitzinsen eine deutliche Absage erteilte. Allerdings wird Vlieghe dem Lager der Zinstauben innerhalb des MPC zugerechnet, was dessen Statement wiederum relativiert. Am Ende blieb der Wechselkurs EUR/GBP fast unverändert. Trotz seines zuletzt lahmenden Aufwärtstrends kann sich der Euro immer noch in Richtung 0,8970 entwickeln. Allerdings wird dieser Weg steiniger, da sich vor allem bei 0,8820 ein ordentliches Angebotsniveau etabliert hat. An der Unterseite darf 0,8730 nicht unterlaufen werden, um die stabile Situation des Euro nicht zu gefährden.

EUR CHF (1,0950) 

Nach dem gut ausgefallenen KOF-Konjunkturbarometer vom vergangenen Freitag wurde die positive Entwicklung der Schweizer Konjunktur erneut bestätigt, da sich die Einkaufsmanager so zuversichtlich wie lange nicht mehr gezeigt haben (der PMI des verarbeitenden Gewerbes lag so hoch wie zuletzt im Februar 2011). Auch der Rückgang bei den Einzelhandelsumsätzen im Jahresvergleich fiel längst nicht so stark wie befürchtet aus. Dennoch hat EUR/CHF kaum reagiert. Ohnehin glauben wir, dass sich der Euro am Ende gegenüber dem Franken etwas besser durchsetzen kann und sich weiter peu à peu in Richtung 1,0965 bzw. 1,0990 schieben dürfte. In diesem Zusammenhang darf 1,0870 nach wie vor nicht mehr unterlaufen werden.

EUR PLN (4,2475) 

Auch in Polen wurde der Einkaufsmanager-Index des produzierenden Gewerbes publiziert – er blieb jedoch geringfügig unter den Erwartungen. Per Saldo hat sich der Euro etwas befestigt und befindet sich auf Kurs in Richtung 4,2540 und 4,2790. Das wichtigste Nachfrageniveau an der Unterseite bleibt bei 4,2070.


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