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Wöchentliche Marktberichte

Jul 03, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Wenn Tauben zu Falken werden

EUR USD (1,1410) 

Dass sich die menschliche Wahrnehmung an Bezugspunkten orientiert, lässt sich an der Euro-Entwicklung der vergangenen Woche beispielhaft erkennen. Hatten sich die Akteure zum Ausklang des Monats Juni auf eine weiterhin ruhige Lage am Devisenmarkt eingestellt, mussten sie erleben, wie sich der Euro im Wochenvergleich um 2 Prozent befestigte. Damit konnten Investoren kurstechnisch innerhalb einer einzigen Woche das erleben, was sie fünf Wochen zuvor in Form einer Seitwärtsentwicklung mit einer Bandbreite von 1,6 Prozent geboten bekommen hatten. Natürlich sieht eine 2-prozentige Kursveränderung binnen einer Woche vor diesem Hintergrund recht heftig aus, doch stellt sie in der Geschichte des Euro nichts Außergewöhnliches dar. Vielleicht wurde auch wegen dieses auffälligen Kursausschlags Mario Draghis „Verwandlung“ von der Taube zum Falken überstark wahrgenommen. Und weil diese Verwandlung innerhalb von nicht einmal drei Wochen seit der vergangenen EZB-Sitzung (8. Juni) stattgefunden hat, kam die angedeutete geldpolitische Richtungsänderung für viele Investoren einem Paradigmenwechsel gleich. Dabei hatte der EZB-Präsident zwar betont, dass die reflationären Faktoren langsam an Einfluss gewännen, und so erstmals ein langsames Ende der ultra-lockeren Geldpolitik signalisiert – jedoch geknüpft an verschiedene Voraussetzungen. Angesichts dieser Diskussionen wurden am Freitag die mehrheitlich guten Wirtschaftsdaten aus den USA (etwa der Chicagoer Einkaufsmanager-Index) nur als Randnotiz wahrgenommen. 
So reicht unser derzeitiges Aufwärtspotenzial des Euro bis 1,1510, möglicherweise auch bis 1,1600. Erste Nachfrage ist an der Unterseite bei 1,1285 zu erwarten, unsere Schlüssel-Unterstützung bleibt bei 1,1175.

EUR GBP (0,8770) 

Die vergangene Handelswoche hat gezeigt, dass sich im Geldpolitischen Komitee der Bank von England (MPC) möglicherweise demnächst eine Mehrheit für eine Zinserhöhung zu etablieren scheint. Hatten Wochen zuvor Marktbeobachter die anhaltende Pfund-Schwäche noch als Positivum für die Exportwirtschaft Großbritanniens gewertet, scheint man nunmehr die Kosten eines schwachen Pfundkurses, die sich letztlich in Form von steigenden Konsumentenpreisen manifestieren, bekämpfen zu wollen. Die Bank von England dürfte daher einer veränderten Notenbankpolitik von EZB und weiteren Schritten der Fed nicht tatenlos zusehen wollen. Denn das größte Inflations-Risiko wird in einem weiteren Kursverfall des britischen Pfundes gesehen, dem das MPC letztlich mit einer Zinserhöhung entgegen zu wirken glaubt. Dennoch können wir uns immer noch vorstellen, dass der Euro kurzfristig einen erneuten Anlauf in Richtung 0,8970 nehmen kann. Allerdings nur, wenn die 0,8730er Unterstützung unverletzt bleibt.

EUR CHF (1,0950) 

Die Schweizer Wirtschaft dürfte in der nahen Zukunft mit überdurchschnittlichen Wachstumsraten aufwarten, wenn es nach dem KOF-Konjunkturbarometer geht. Denn dessen Anstieg lag nicht nur am oberen Ende der Markterwartungen, sondern befand sich im Juni auch noch deutlich über seinem langfristigen Mittelwert. Dennoch gehen wir davon aus, dass sich der Euro gegenüber dem Franken etwas besser durchsetzen kann und weiter in Richtung 1,0965 bzw. 1,0990 vordringen dürfte. Für den Erhalt des positiven Euro-Szenarios darf 1,0870 nach wie vor nicht mehr unterlaufen werden.

EUR PLN (4,2400) 

Ersten Schätzungen zufolge ist die Inflationsrate in Polen für den Monat Juni mit 1,5 Prozent im Jahresvergleich niedriger als erwartet ausgefallen und liegt auf dem bislang niedrigsten Stand dieses Jahres. Am Wechselkurs hat dies nicht viel geändert, so dass sich der Euro nach wie vor in Richtung 4,2540 und 4,2730 befestigen kann. Das wichtigste Nachfrageniveau an der Unterseite liegt derzeit bei 4,2070.

EUR CZK (26,11) 

Der Euro bleibt erwartungsgemäß auf leichter Talfahrt und hat gute Chancen, sich auf 26,06 und darunter auf nunmehr 25,86 abzuschwächen. Das Limit für dieses Szenario liegt bei 26,35.


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