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Wöchentliche Marktberichte

Jun 30, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Konzertierte Aktion

EUR USD (1,1440) 

Die Entwicklung der vorläufigen Konsumentenpreise in Deutschland, die gestern am oberen Ende der Erwartungen der Ökonomen lag, scheinen Mario Draghis Rede von Sintra (Portugal) nachträglich ins rechte Licht zu setzen. Sollte sich diese Entwicklung auch für die Kerninflation der Eurozone bestätigen, wofür Einiges spricht, gäbe es für den EZB-Präsidenten zunächst keinen Anlass mehr, seine falkenhaften Ausführungen in dieser Woche rechtfertigen zu müssen. Dabei scheint sich bei den Marktteilnehmern mehr und mehr die Vorstellung zu verfestigen, dass neuerdings in der EZB im Konzert mit der Bank von England, aber auch mit der US-Notenbank sowie der Bank von Kanada ein Abschied von der ultralockeren Geldpolitik eingeläutet wird.

Natürlich kann man sich die Frage stellen, ob der Euro angesichts des falkenhaften Pfades, den diese Zentralbanken nun gemeinsam eingeschlagen haben, mittelfristig überproportional profitieren wird. Vergleicht man den jüngsten Euro-Anstieg mit dem sehr ruhigen Marktverlauf der davorliegenden vier Wochen, spricht viel dafür, dass er die Akteure wachgerüttelt hat. Im größerem Bild bleibt die bisherige Reaktion der Gemeinschaftswährung auf die neuen geldpolitischen Perspektiven allerdings noch recht überschaubar. Auch sollte man sich nicht darauf verlassen, dass der Euro ausgerechnet am oberen Ende eines von vielen als langfristig projizierten Seitwärts-Trendkanals aus dem Jahre 2015 bei rund 1,15 USD hängen bleiben wird. Größere Alt-Positionen aus jener Zeit, die einen Euro Anstieg verhindern könnten, dürfte es ohnehin nicht mehr geben. Somit ist es eher ein Zufall, dass unser derzeitiges Aufwärtspotenzial bis 1,1510 – möglicherweise auch noch höher – reicht. Unterhalb des ersten guten Nachfrage-Niveaus auf der anderen Seite bei 1,1285 bleibt unsere Schlüssel-Unterstützung bei 1,1175.

EUR GBP (0,8785) 

Als der Chefökonom der Bank von England gestern noch einmal betonte, dass man ernsthaft die Möglichkeit steigender Leitzinsen in Betracht ziehe, dürfte vielen Beobachtern klar geworden sein, dass Andrew Haldane gar keine andere Möglichkeit hatte, wollte er nicht einen Kursverfall des Pfundes riskieren. Deswegen hat es auch kaum jemanden interessiert, dass das Verbrauchervertrauen in Großbritannien (GfK) im Juni auf den niedrigsten Stand seit dem Brexit-Votum gefallen ist. 
Wir können uns immer noch vorstellen, dass der Euro einen erneuten Anlauf in Richtung 0,8970 nehmen könnte. Allerdings nur unter der Voraussetzung, dass die 0,8730er Unterstützung unverletzt bleibt.

EUR CHF (1,0945) 

Bislang ist nicht zu erkennen, ob sich die Schweizerische Nationalbank von den hawkishen Tönen der Europäischen Zentralbank anstecken lässt. Diese Unklarheit könnte auch der Grund dafür sein, dass der Euro weiter in Richtung 1,0955 bzw. 1,0985 ziehen dürfte. Für den Erhalt des positiven Euro-Szenarios darf 1,0870 nach wie vor nicht mehr unterlaufen werden.

EUR PLN (4,2400) 

Die Kraft des Euro für einen Angriff auf die Widerstände bei 4,2540 und 4,2730 bleibt erhalten – an der Unterseite erwarten wir Nachfrage bei 4,2200 sowie bei 4,1950.

EUR CZK (26,23) 

Die Tschechische Zentralbank (CNB) könnte, entgegen früherer Aussagen, bereits im dritten Quartal zum ersten Mal nach fast zehn Jahren die Leitzinsen erhöhen. Dies ergab die gestrige Sitzung der Notenbank, die allerdings noch die Zinsen unverändert beließ. Diese überraschenden Neuigkeiten ließen die Krone erstarken, so dass der Euro entsprechende Verluste hinnehmen musste. Allerdings könnte ein zu starker Kurs der Krone wiederum eine frühzeitige Zinserhöhung der CNB obsolet machen. Am Ende bleibt der Euro, wie von uns zu Wochenanfang avisiert, unter Druck und hat weiterhin das Zeug, sich in Richtung 26,06 bzw. 25,94 abzuschwächen. Das Limit für dieses Szenario liegt an der Oberseite bei 26,35.


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