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Wöchentliche Marktberichte

Jun 27, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Verspielter Vorteil

EUR USD (1,1180)            

Zumindest was die gestern veröffentlichten Wirtschaftsdaten angeht, hätte es durchaus ein guter Tag für den Euro werden können. So verzeichnete etwa der deutsche Ifo-Geschäftsklimaindex überraschenderweise ein neues Allzeithoch und auch der jüngste Monatsbericht der Deutschen Bundesbank sieht die Wirtschaft auf einem robusten Wachstumspfad. Andererseits gab es hinsichtlich der Entwicklung der langlebigen US-Wirtschaftsgüter eine deftige Enttäuschung und auch der nationale Aktivitätsindex der Fed von Chicago fiel schlechter als erwartet aus. Dennoch reichte es, trotz dieser guten Ausgangssituation, gerade einmal für einen Sprung des Euro auf kurzzeitig 1,1220.

Neben den Wirtschaftsdaten gab es jedoch auch noch Reden von Zentralbankern. Zum einen sprach der Chef des New Yorker Ablegers der US-Notenbank, William Dudley. Dieser wies interessanterweise darauf hin, dass sich die Finanzierungsbedingungen in den USA derzeit soweit verbessert hätten, dass damit ein zusätzliches Argument bei der Entscheidung für eine weitere geldpolitische Straffung gegeben sei. Mit anderen Worten: Selbst wenn die Einschätzung der US-Inflationserwartungen Schwierigkeiten bereiten würde oder unklar wäre, dürfte die Fed ihren eingeschlagenen Pfad (Bilanzabbau, Zinserhöhungen) fortsetzen. Dagegen wirkte auf der anderen Seite EZB-Chef Mario Draghi, der gestern im Vorfeld des EZB-Forums in Sintra (Portugal) eine Rede vor der Lisbon School of Economics hielt, fast schon ein wenig blass, als er ein weiteres Mal die geldpolitischen Maßnahmen der Europäischen Zentralbank verteidigte.

Am Ende gab es einen leichten Tagesverlust für den Euro, der immer noch 1,1240 überwinden muss, um neue Akzente in Richtung 1,1410 zu setzen. Nach wie vor bleibt der Euro stabil, solange die Schlüsselmarke bei 1,1090 unverletzt bleibt.

EUR GBP (0,8790)            

Der in Großbritannien nicht unumstrittene Deal von Premierministerin Theresa May und ihrer konservativen Partei mit der nordirischen DUP zur Duldung einer Minderheitsregierung ist gestern abgeschlossen worden. Damit erhält die Regierung May mit den zehn Stimmen der DUP eine hauchdünne Mehrheit im Unterhaus, um etwa Brexit-Verhandlungen und den Haushalt durchs Parlament zu bringen oder ein etwaiges Misstrauensvotum der Opposition abzuwenden. Auf der anderen Seite fühlen sich die britischen Konsumenten nicht viel besser als nach der Brexit-Abstimmung vor einem Jahr. Dies ergab der Index zum Verbrauchervertrauen vom Umfrageinstitut Yougov und dem Centre for Economic and Business Research für den Monat Juni. Am Ende bewegte sich der Euro gegenüber Sterling gerade einmal um 35 Stellen. Dennoch gehen wir weiterhin von Kurssteigerungen auf 0,8870 und 0,8970 aus. Dabei darf unsere Unterstützung bei 0,8700 nicht unterschritten warden.

EUR CHF (1,0865)            

Nachdem es in der Vorwoche noch so aussah, als könnte sich der Franken etwas deutlicher befestigen, sind die Hoffnungen der Händler auf einen Ausbruch des Euro an der Unterseite seiner Konsolidierungszone spätestens am gestrigen Montag zunichtegemacht worden. Diese reicht nach wie vor von 1,0810 bis 1,0910.

EUR PLN (4,2070)            

Obgleich die gestern veröffentlichte Arbeitslosenquote in Polen wie erwartet auf 7,4 Prozent gefallen ist, hat sich der Zloty weiterhin befestigt. Damit ist der Euro unter die Zone bei 4,2120/40 gerutscht und hat wie befürchtet den Aufwärtsimpuls aus der Vorwoche komplett eingebüßt. Gleichzeitig ist die Gemeinschaftswährung in ihre frühere Seitwärtszone zurückgefallen und läuft nun Gefahr, sich weiter auf 4,1860 abzuschwächen. Dies ist gleichzeitig das Niveau, unterhalb dessen weitere Kursrückgänge in Richtung 4,1550 und tiefer angezeigt wären.


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