Jetzt starten!

Wöchentliche Marktberichte

Jun 26, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Redequantität kein Garant für Volatilität

EUR USD (1,1200)            

Vergangene Woche haben sich zahlreiche Mitglieder des Offenmarktausschusses der US-Notenbank zu Wort gemeldet und wurden dann auch häufig zitiert. Aber hatten sie auch wirklich etwas Wichtiges mitzuteilen? Konnten sie die Finanzmärkte beeindrucken? Beim Blick auf den US-Dollar kann die Antwort nur „Nein!“ lauten. Denn der Euro notiert gegenüber der US-Valuta beharrlich bei der 1,12er Marke und somit seit Mitte Mai weitestgehend unverändert. Daran konnten am Freitag übrigens auch weder die überraschend deutliche Eintrübung des Markit-Einkaufsmanagerindexes noch die im Mai schwächer als erwartet gestiegenen US-Neubauverkäufe, etwas ändern.

Ein Thema, das hingegen durchaus Beachtung findet, sich aber derzeit (noch) nicht erkennbar im Investorenverhalten niederschlägt, ist der schwache Ölpreis. In weiten Teilen Europas sind bei Benzin und anderen Ölprodukten spürbare Preisnachlässe zu verzeichnen. Und auch China hat angekündigt, die Preise für Benzin und Diesel zu reduzieren – zum sechsten Mal in diesem Jahr. In diesem Umfeld wird die EZB ihre Antennen wohl wieder verstärkt auf die Frequenz ausrichten, auf der sich der Markt in Sachen Inflation austauscht. Investoren dürften nächste Woche indes ihr besonderes Augenmerk auf das EZB-Forum legen, das in Sintra, Portugal, stattfindet. Präsident Mario Draghi wird dort insgesamt drei Reden halten. Aber Redequantität von Notenbankern ist – wie jüngste Erfahrungen zeigen – kein Garant für Währungsvolatilität.

Nennenswerte Impulse in Richtung des 1,1410er Widerstands sind weiterhin erst jenseits von 1,1240 zu erwarten. Dieses Szenario beinhaltet nach wie vor, dass unsere Schlüsselmarke bei 1,1090 unverletzt bleibt.

EUR GBP (0,8780)            

Zum Auftakt der Brexit-Verhandlungen am vergangenen Freitag versprach Premierministerin Theresa May den rund 3,2 Millionen in Großbritannien lebenden EU-Bürgern „ein ernsthaftes und faires Angebot“. EU-Ratspräsident Donald Tusk sah das nach dem Ende des EU-Gipfels in Brüssel etwas anders. Er fand, dass Mays Angebot hinter den Erwartungen zurückgeblieben sei. Diese Dissonanz sorgte im Verlauf des Wochenendhandels zunächst für leichte Verstimmung unter den Händlern. Der Euro konnte sich aber schnell wieder gegen das Pfund durchsetzen und schloss die Woche sogar leicht im Plus. Wir favorisieren, wie gehabt, weitere Kurssteigerungen auf 0,8870 und 0,8970. Bedingung bleibt jedoch weiterhin, dass unsere Unterstützung bei 0,8700 nicht unterschritten wird.

EUR CHF (1,0855)            

Vergangene Woche hat der Franken fast seine komplette Seitwärtsrange von oben nach unten durchschritten. Diese Handelspanne reicht von 1,0810 bis 1,0910. Ob sich daran kommende Woche etwas ändern wird, ist angesichts der Tatsache einer ausgesprochenen Datendürre im Schweizer Handelstermin­kalender fraglich. Umso interessanter könnte die Situation werden, wenn es zu einem „kurzen Ausrutscher“ des Euro aus besagter Handelsspanne käme. Ein leichtes Unterschreiten der unteren Begrenzung um 20 oder 30 Stellen könnte von kurzfristigen Händlern als Abwärtstrend ausgelegt werden. Das Risiko, dass Marktteilnehmer sich von solch einem „Signal“ kurzfristig in die Irre führen lassen könnten, schätzen wir als relativ hoch ein.

EUR PLN (4,2220)            

Statt sein Aufwärtspotenzial bei 4,2770 oder gar 4,3100 auszuschöpfen, ist der Euro seit Donnerstag vergangener Woche wieder auf dem Rückzug. Nun läuft er Gefahr, in die seit Anfang Mai bestehende Handelsspanne zurückzufallen. Ein Rutsch unter die 4,2120/40er Unterstützungszone würde dem jüngsten Aufwärtsimpuls schaden und dem Euro die Kraft für einen erneuten Anlauf nach oben rauben.

EUR CZK (26,24)              

Seit der festen Tendenz zu Beginn der vergangenen Woche, war der Euro lediglich damit beschäftigt, seine kurzfristigen Gewinne gegen die Krone zu verteidigen. Um sich aber auch mittelfristig besser positionieren zu können, muss der Euro die Marke von 26,40 überwinden. Solange ihm das nicht gelingt, droht der bestehende Abwärtstrend wieder jederzeit in Richtung 26,17 und 25,95 aufzuflammen.


Erhalten Sie wöchentliche Devisenmarktberichte

Jeden Montag bietet unser Newsletter Trends und Marktinformationen sowie welche wichtigen Ereignisse die Märkte beeinflussen könnten.