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Wöchentliche Marktberichte

Jun 20, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Die Notenbanker haben das Wort

EUR USD (1,1160)

Angesichts fehlender neuer ökonomischer Impulse verharrte der Euro gestern lange Zeit oberhalb der 1,12 Marke und geriet erst etwas ins Rutschen, als der Präsident des New Yorker Ablegers der US-Notenbank, William Dudley, den jüngsten Kurs der Fed bestätigte. Was zunächst lediglich wie eine Wiederholung des Statements des Offenmarktausschusses vom vergangenen Mittwoch aussah, stellte sich dann doch als eine falkenhafte Rede heraus.  Letztlich blieb nicht nur der Eindruck, dass eine weitere Zinserhöhung in diesem Jahr eine ausgemachte Sache sei, sondern dass sich außerdem die US-Konjunktur mit einer Arbeitslosenquote von 4,3 Prozent in einer so guten Lage befinde, dass die Fed auch danach schrittweise weiter an der Zinsschraube drehen werde. Zwar liege die Inflation mit 1,5 Prozent etwas niedriger als gewünscht, so Dudley, doch dürfte sie sich in Folge eines sich weiter verbessernden Arbeitsmarktes und graduell steigender Löhne langsam in Richtung 2 Prozent entwickeln. Interessanterweise meldete sich zur gleichen Zeit der Chef der Fed von Chicago zu Wort, der sich wesentlich taubenhafter als sein Kollege äußerte. Charles Evans ist in Sachen Inflationsentwicklung längst nicht so optimistisch wie Dudley und warnte implizit vor einer zu schnellen Vorgehensweise bei der Erhöhung der Leitzinsen. Die Händler allerdings gaben naturgemäß den Äußerungen Dudleys wegen dessen Nähe zur Fed-Chefin – er gilt als deren enger Vertrauter – vielerorts mehr Gewicht als Evans‘ Statement.

Per Saldo nähert sich der Euro wie bereits nach der Fed-Sitzung vom vergangenen Mittwoch seiner ersten Unterstützung bei 1,1130 an. Dennoch bleibt die Situation für die Gemeinschaftswährung stabil, sie muss jedoch zunächst den Widerstand bei 1,1225/30 überwinden, um zu einem möglichen Ausflug in Richtung 1,1430 ansetzen zu können. Nach wie vor darf dabei die Schlüsselunterstützung bei 1,1090 nicht verletzt werden.

EUR GBP (0,8760)

Der erste Tag der Brexit-Gespräche zwischen Großbritannien und der EU ist zu Ende gegangen, und außer einem Händedruck des Brexit-Ministers Davis mit seinem Verhandlungspartner Barnier sowie dem Austausch von Geschenken hielt dieses Treffen nicht viele Informationen für die Akteure bereit. Die Hoffnungen sollten diesbezüglich auch nicht zu hochgesteckt werden, denn die Verhandlungen dürften sich Monate lang hinziehen, bevor sich ein erster Fortschritt feststellen lässt. Unterdessen ist mit Silvana Tenreyro die Nachfolgerin des scheidenden Mitglieds des Geldpolitischen Ausschusses der Bank von England, Kristin Forbes, ernannt worden. Diese Personalie ist deswegen von Bedeutung, weil Forbes als ausgesprochene Verfechterin einer falkenhaften Position im Rat gilt und neben zwei Kollegen zu denjenigen gehörte, die zuletzt eine Zinserhöhung favorisierten. Im Gegensatz dazu dürfte nach Ansicht vieler Beobachter Silvana Tenreyro zumindest anfangs eine taubenhaftere Position im Ausschuss vertreten. 

Der Euro blieb im Verhältnis zu Pfund Sterling am Ende des Tages unbewegt und verletzte keine der beiden wichtigen Niveaus – 0,8700 an der Unterseite bzw. den ersten signifikanten Widerstand bei 0,8795. 

EUR CHF (1,0880)

Wir dürfen gespannt sein, ob die für heute erwartete Rede des Chefs der Schweizerischen Notenbank (SNB), Thomas Jordan, den Franken aus seiner fast neutralen Position herausbugsieren kann. Immerhin hat der Euro eine ganz leichte positive Note, die sich aber erst verstärken kann, wenn die Gemeinschaftswährung 1,0910 überschritten hat. Ordentliche Unterstützung ist auf der anderen Seite allerdings erst bei 1,0810/15 zu erwarten. 

EUR PLN (4,2200)

In Polen stehen für heute immerhin die Einzelhandelsumsätze und der Produzentenpreisindex zur Veröffentlichung an. Seit dem gestrigen Rücksetzer in Richtung unserer ersten Unterstützung bei 4,1980 hat sich der Euro zwar wieder etwas befestigen können, dürfte aber erst jenseits von 4,2410 etwas mehr Aufwärtsdynamik entfalten.


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