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Wöchentliche Marktberichte

Jun 19, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Gefangen im Seitwärtsmodus

EUR USD (1,1200)

Wo notierte der Euro gegenüber dem US-Dollar Mitte vergangener Woche, am Tag vor der jüngsten Serie von Notenbanksitzungen? Wo handelte er zu Monatsbeginn? Wo vor einem Jahr? Momentan ist die Antwort fast immer die gleiche: in der Nähe des aktuellen Kursniveaus, bei zirka 1,12 USD.

Das allein ist sicher keine Analyse und besitzt daher wenig Aussagekraft. Aber es ist, in Anbetracht der Vielzahl verschiedenster marktbeeinflussender Ereignisse innerhalb dieser Zeitspanne, sehr erstaunlich, wie intensiv die Händler mit dem Niveau von 1,12 USD zu flirten scheinen. Daran konnten weder zahlreiche Ereignisrisiken noch überraschende Fundamentaldaten oder eine Fülle erstaunlicher politischer Entwicklungen etwas ändern. Selbst deutliche Anzeichen für markante geldpolitische Kursänderungen der weltweit wichtigen Notenbanken vermochten den Bann nicht zu brechen. Zur Verdeutlichung: Seit Mitte Januar 2015 ist der Euro in 70 Prozent der seitdem vergangenen Handelsmonate mit besagter Marke in Berührung gekommen. Diese Marke hat weder etwas „Magisches“ noch besitzt sie eine Magnetfunktion. Sie bildet nicht einmal die Mitte der breiten Handelsspanne dieses Zeitraumes (rd. 1,03 bis 1,17) ab. Sie verbildlicht lediglich ein Phänomen: Auf der Welt kann eine Menge passieren, aber bislang besaß keines dieser Ereignisse eine solche Tragweite, dass es die Einheitswährung von ihrem Seitwärtsverhalten abzubringen vermochte. Dass sich dies in der laufenden Handelswoche ändern wird, darf trotz eines gut gefüllten Datenkalenders bezweifelt werden.

Seit dem Test unseres Auffangpunkts bei 1,1130 orientiert sich der Euro wieder nach oben. Abgesehen vom Zwischenwiderstand bei 1,1220/30 steht einem Ausflug in Richtung des Aufwärtspotenzials bei 1,1430 nicht viel im Wege. Bedingung dafür bleibt, dass die Schlüsselunterstützung bei 1,1090 nicht verletzt wird.

EUR GBP (0,8765)

Kristin Forbes, Ratsmitglied der Bank of England (BoE), gehört neben zwei Kollegen zu denjenigen, die eine Zinserhöhung favorisieren. Das daraus resultierende, deutlich veränderte Abstimmungsverhältnis sorgte vergangene Woche für reichlich Wirbel. Lange wird Frau Forbes indes der Notenbank nicht mehr zur Verfügung stehen, da sie die BoE Ende Juni verlassen und sich der wissenschaftlichen Forschung widmen wird. Auf diesem Feld hat sie bereits für Gesprächsstoff gesorgt. In einem Aufsatz über die britische Inflation vertritt sie die Auffassung, dass die einzig relevante Größe, um die Entwicklung der britischen Kerninflation zu erklären, das Pfund Sterling sei. Auch wenn sie bald nicht mehr zur BoE gehören wird, dürfte es nicht das letzte Mal gewesen sein, dass der Markt auf Aussagen von Frau Forbes reagiert. Ob es dieses Jahr ohne sie tatsächlich noch zu einer Straffung der Geldpolitik kommt, bleibt jedoch fraglich. 

Der Euro konnte fast annährend die gesamten Verluste wieder wettmachen, die nach der BoE-Sitzung am vergangenen Donnerstag entstanden sind. Unserer wichtige 0,8700er Unterstützung wurde bei der jüngsten Korrektur noch nicht einmal einem Test unterzogen. Nun arbeitet der Euro sogar schon wieder daran, Angebot von der Oberseite abzuschöpfen, das sich bei 0,8795 festgesetzt hat. 

EUR CHF (1,0900)

Trotz der klaren Ansagen am vergangenen Donnerstag bei der SNB-Zinssitzung, nicht vom ultralockeren Kurs abweichen zu wollen, sah sich Direktoriumsmitglied Fritz Zurbrügg am Freitag noch einmal genötigt, nachzulegen. Es wäre „zu früh“, von einer Stabilisierung des Finanzsystems nach der Krise zu sprechen. Reformanstrengungen dürften deshalb noch nicht zurückgefahren werden. Nachdem vergangene Woche die Schwächephase des Euro neutralisiert wurde, könnten nun Aufwärtsimpulse folgen. Dazu müsste die Gemeinschaftswährung aber 1,0905 überwinden. Neue Unterstützung steht indes bei 1,0865 parat. 

EUR PLN (4,2040)

Unsere Vermutung, der Euro hätte sich nur aufgrund des dünnen Feiertagshandels bis auf seinen Stabilitätspunkt bei 4,2400 vorgearbeitet, scheint mit der wiedereinsetzenden Liquidität Bestätigung zu erfahren. Sofort haben Verkäufe eingesetzt und die Einheitswährung in Richtung unserer kurzfristigen Unterstützung bei 4,1980 unter Druck gesetzt. Darunter klafft ein Nachfrageloch bis 4,1740.


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