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Wöchentliche Marktberichte

Jun 14, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

(Geld-)Politische Risiken belasten den Dollar

EUR USD (1,1210)            

Bis zum kommenden Wochenende darf sich die Führungsriege der Europäischen Zentralbank eine kurze Auszeit gönnen. Dies liegt weniger am morgigen Feiertag als vielmehr daran, dass sie – wenn auch vermutlich nur für kurze Zeit – aus dem Blickfeld der Akteure rücken wird. Stattdessen richtet sich die Konzentration der Marktteilnehmer – und damit verbunden auch die Interpretation jeder noch so kleinen Bewegung des Dollar – auf Highlights der Makroagenda des heutigen Tages. Dazu zählen insbesondere: der tagende Offenmarktausschuss der US-Notenbank, die Veröffentlichung der US-Inflationsdaten sowie die US-Einzelhandelsumsätze. Ein weiteres Problem sehen viele Akteure zwar auch in den USA, jedoch an ganz anderer Stelle: US-Präsident Trump entwickelt sich in ihren Augen immer mehr zu einem markanten Risiko – für die US-Wirtschaft und für die Finanzmärkte. Entsprechend könnte sich, selbst bei kleineren Überraschungen seitens der zuvor erwähnten Risiken, die seit Anfang April währende Schwäche des US-Dollar intensivieren. 

Der Euro bleibt daher weiterhin in der Lage, sein Aufwärtspotenzial bis etwa 1,15 USD auszuschöpfen. Dabei dürfte er lediglich temporär von Wider¬ständen bei 1,1310 und 1,1430 gestört werden. An der Unterseite liegt die Schlüsselunterstützung nun bei 1,1090.

EUR GBP (0,8795)            

Die gestern veröffentlichten Inflationsdaten brachten Händlern endlich wieder das fast verloren geglaubte Gefühl zurück, fundamentale Fakten seien mitunter für die Kursbewegungen des Britischen Pfundes verantwortlich. In den vergangenen Wochen schien sich die Vermutung zu manifestieren, der Wechselkurs reagiere einzig und allein auf das politische Geschehen in Großbritannien. Der gestern verkündete überraschend kräftige Preisauftrieb – die Inflationsrate stieg auf den höchsten Stand seit fast vier Jahren – lenkte die Aufmerksamkeit der Akteure auf die möglichen Folgen: Nachlassendes Wachstum und damit verbunden eine in die Bredouille rutschende Notenbank. Letztere weiß womöglich bald nicht mehr, was sie zuerst anpacken soll: Weiterhin das Wachstum unterstützen oder die zusehends anziehende Inflation bekämpfen? Die Meldung des britischen "Telegraph", Mitglieder der konservativen Regierung würden geheime Gespräche über einen "weichen" Brexit mit der oppositionellen Labour-Partei führen, nahmen Händler indes eher am Rande zur Kenntnis. Auch dass Premierministerin Theresa May die Brexit-Verhandlungen mit der EU wie geplant in der nächsten Woche beginnen würde, führte nicht zu nennenswerten Marktreaktionen. 

Das Pfund hat den Aufwärtsdrang des Euro rund 25 Stellen vor Erreichen seines Aufwärtspotenzials bei 0,8890 gestoppt und gegengelenkt. Solange diese Korrektur oberhalb von 0,8700 ein Ende findet, würde das dem jüngsten Aufwärtstrend nicht schaden. Unterhalb dieser Marke würde der Euro aber Momentum einbüßen.

EUR CHF (1,0860)            

Tage mit mehr als 25 bis 30 Stellen Schwankungsbreite scheinen diesen Monat eine Rarität zu sein. Verkäufer von Optionsvolatilitäten werden sich über diese Entwicklung freuen. Selbst den Stillhaltern von Puts wird die Abwärtstendenz des Euro, ob seiner sehr sanften Abwertung, kaum auffallen. Dabei bedarf es lediglich ein Überschreiten von 1,0880, damit diese Abwärtsbewegung zum Erliegen kommt. In der Zwischenzeit steht im Fall eines Ausrutschers bei 1,0810/15 die beste Unterstützung als Auffanglinie bereit.

EUR PLN (4,1920)            

Nur einen Tag nach den Inflationsdaten ging gestern mit mageren 75 Stellen der bisher bewegungsärmste Handelstag des Monats zu Ende. Das kurzfristige Kräfteverhältnis zwischen Euro und Zloty wirkt ausgeglichen. Im Gegensatz dazu sieht es derzeit nicht danach aus, als ob der Euro Fahrt in Richtung seines Stabilitätspunkts bei 4,2400 aufnehmen würde. An der Unterseite bleibt die 4,1700er Marke kritisch.

EUR CZK (26,15)              

Die gestrige Ankündigung der CNB zeigte deutlich, wo derzeit ihr Hauptaugenmerk liegt: Heimische Banken müssen nächstes Jahr ihre Kapitalpuffer verdoppeln – eine Vorsichtsmaßnahme gegen mögliche Überhitzungsgefahren des Wohnungsmarktes. CZK bleiben stark und lassen dem Euro kaum Chancen auf Erholung. Letzterer bewegt sich auf 26,05 und könnte bis 25,90 rutschen, solange er unter 26,45 notiert. 


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