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Wöchentliche Marktberichte

Jun 13, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Furcht vor Ruhe

EUR USD (1,1190)            

Die Befürchtung einiger Analysten, die Volatilität des Euro könnte in den kommenden Wochen zurückgehen, wird durch zwei Einflussfaktoren genährt. Zum einen wird die Pressekonferenz der Europäischen Zentralbank in der vergangenen Woche zumindest hinsichtlich ihrer wegweisenden Faktoren (forward guidance) widersprüchlich interpretiert. Einig scheinen sich Beobachter mancherorts immerhin dahingehend zu sein, dass wichtige Entscheidungen der EZB wohl eher ins vierte Quartal dieses Jahres verschoben werden. Andererseits tritt nunmehr das Treffen des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC) in den Vordergrund, das ausgerechnet mit der Veröffentlichung wichtiger Inflationsdaten in den USA zusammenfällt. Dabei werden für heute die Entwicklung der Erzeugerpreise (sowie Zahlen zu den Einzelhandelsumsätzen) und morgen die Entwicklung bei den Konsumentenpreisen erwartet. Während eine Leitzinserhöhung als ausgemacht gilt, bleibt unklar, wie der weitere Kurs der Fed im Falle enttäuschender Inflationsdaten ausfallen wird. Denn neben möglichen weiteren Zinsschritten möchte die Notenbank ihre während der Finanzkrise stark aufgeblähte Bilanzsumme abbauen. Jedenfalls richtet sich das Augenmerk der Akteure in Sachen Inflationsentwicklung auffallend stark auf den Fall, dass die Inflationsdaten hinter den Erwartungen zurückbleiben, während etwa eine positive Überraschung völlig ausgeblendet wird. 

Gestern hat sich die Handelsspanne des Euro im Vergleich zu den Vortagen weiter verengt (rund 40 Stellen). Die Perspektive für die Gemeinschaftswährung bleibt mit einem Aufwärtspotenzial bis etwa 1,1500 positiv, aber ein etwaiger Impuls in diese Richtung würde durch den guten Zwischenwiderstand bei 1,1330 derzeit gestört. An der Unterseite bleibt der Schlüsselpunkt bei 1,1080 erhalten. 

EUR GBP (0,8840)            

Obgleich vielerorts teils lautstark gefordert, scheint ein Rücktritt der Premierministerin Theresa May nicht direkt bevorzustehen. Zumal die Premierministerin Medienberichten zufolge gestern am späten Nachmittag bei einem Treffen mit wichtigen Mitgliedern ihrer Partei das drohende Ende ihrer politischen Karriere vorerst abwenden konnte. Im Gegenzug dürfte die Premierministerin zumindest Teile ihrer einstigen Haltung, einen radikalen Bruch mit der EU vollziehen zu wollen, geopfert haben. Tatsächlich wäre für die Konservativen nichts ungünstiger, als jetzt einen Führungsstreit loszutreten, ganz zu schweigen von etwaigen Neuwahlen, die sicherlich zulasten der Tories gehen würden. Damit besteht allerdings auch die Gefahr, dass die Konservativen womöglich trotz des Zeitdrucks bei den Brexit-Verhandlungen mit der EU versuchen werden, sich irgendwie durchzuwurschteln. Zumindest schadet diese Ungewissheit sowohl der britischen Ökonomie als auch ihrer Währung. Letztere hat gestern gegenüber dem Euro wieder Federn lassen müssen. Allerdings reicht das Aufwärtspotenzial der Gemeinschaftswährung ohne neuen Nachrichten-Impuls lediglich bis 0,8890.  Auf der anderen Seite bleibt das Niveau von 0,8700 maßgeblich, da der Aufwärtstrend unterhalb davon wesentliches Momentum einbüßen würde. 

EUR CHF (1,0855)            

Mangels neuer Impulse tritt der Wechselkurs mit einem Band von 25 Punkten praktisch auf der Stelle. Die derzeitige Abwärtstendenz des Euro ist kaum noch wahrzunehmen und würde wie zuvor bereits nach Überschreiten von 1,0880 völlig zum Erliegen kommen. Die beste Unterstützung liegt auf der anderen Seite bei 1,0815. 

EUR PLN (4,1950)               

Der Zloty ist trotz der gestern erwartungsgemäß ausgefallenen Verbraucherpreisentwicklung (+1,9 Prozent im Jahresvergleich) minimal unter Druck geraten. Allerdings ist der Euro weit davon entfernt, sich zügig in Richtung seines Stabilitätspunkts bei 4,2400 (modifiziert) zu entwickeln. An der Unterseite bleibt das Niveau um 4,1700 kritisch. 


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