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Wöchentliche Marktberichte

Jun 12, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Die vernachlässtigte Parlamentswahl

EUR USD (1,1200)            

Die Berichterstattung über die erste Runde zur Parlamentswahl in Frankreich dürfte in der vergangenen Woche für viele Marktteilnehmer nur eine untergeordnete Rolle gespielt haben; zumindest wurde nicht gerade viel darüber berichtet. Nun hat es Frankreichs Präsident Emmanuel Macron immerhin schon im ersten Durchgang geschafft, dass gemäß Hochrechnungen die von ihm angeführte Bewegung La République en marche (LRM) mehr als 400 Abgeordnete in die 577 Sitze starke Nationalversammlung entsenden könnte. Um jedoch in der kommenden Woche Marktbewegendes zu erfahren, wird man sich im schlimmsten Fall bis Mittwoch gedulden müssen, wenn der Offenmarktausschuss der US-Notenbank (FOMC) das Ergebnis seiner Sitzung veröffentlichen wird. Dabei liegt die Wahrscheinlichkeit, dass die Fed den Korridor für Leitzinsen um 25 Basispunkte (auf 1 bis 1,25 Prozent) erhöhen wird, immerhin bei fast 100 Prozent (CME). Daran werden auch die am gleichen Tage zu veröffentlichenden Zahlen zur Entwicklung der US-Konsumentenpreise nicht viel ändern, selbst wenn die Daten abermals enttäuschen sollten. Aber eine niedriger als erwartete Inflationsrate könnte durchaus den Tenor des FOMC-Statements und die Fed-Funds-Projektionen, die so genannten „dots“, der FOMC-Mitglieder beeinflussen.

Obgleich der Euro immer noch in einem günstigen Umfeld gehandelt wird, gab es in der abgelaufenen Woche für den Trend eher einen kleinen Dämpfer. Auch mag der höchste Netto-Stand der spekulativen Euro-Futures an der IMM (Stand 6. Juni) seit mehr als fünf Jahren dazu beitragen, dass die Perspektive für die Gemeinschaftswährung zwar positiv – sie reicht bis 1,1505 – bleibt, aber mit gutem Zwischenwiderstand bei 1,1330 zu rechnen ist. Dabei darf 1,1080 nicht mehr unterlaufen werden. 

EUR GBP (0,8790)            

Ein Kommentator brachte es auf den Punkt: Die britische Premierministerin Theresa May scheint sich in die Liste derjenigen Politiker einzureihen, die sich selbst entgegen der Faktenlage zum Sieger proklamieren. Dennoch scheinen die Tage der Premierministerin vielerorts gezählt, auch wenn sie es nicht wahrhaben möchte. Am Ende müssen sich die Konservativen im Unterhaus bei wichtigen Fragen und auch in Sachen Brexit auf die Zustimmung der erzkonservativen nordirischen Democratic Unionist Party (DUP) verlassen. Auch wenn viele Investoren davon ausgehen, dass sich mit dem derzeitigen sogenannten „hung parliament“ die Chancen eines Soft Brexit erhöht haben, stehen die Verhandlungen dazu unter erheblichem Zeitdruck. Und sollte angesichts der unklaren Situation im Unterhaus mit der EU keine Übereinkunft erzielt werden können, würde dies am Ende doch einen Hard Brexit bedeuten. Allerdings ist Pfund Sterling längst nicht so sehr unter die Räder gekommen, wie das einige Akteure ursprünglich befürchtet hatten, weil zuvor entsprechende Absicherungspositionen bestanden hatten, die nunmehr größtenteils glattgestellt sein dürften. So reicht das Aufwärtspotenzial lediglich bis 0,8890.  Auf der anderen Seite würde bereits mit Versagen von 0,8700 dem Trend ein großer Teil seiner Dynamik genommen. 

EUR CHF (1,0855)            

Die derzeitige Abwärtstendenz des Euro überzeugt nicht und würde bereits nach Überschreiten von 1,0880 zum Erliegen kommen – möglicherweise ist in der Folge auch mit kräftigeren Kursgewinnen zu rechnen. Beste Nachfrage ist indes bei 1,0820 zu erwarten. 

EUR PLN (4,1850)            

Der Euro geriet am Freitag wieder etwas unter Druck und schafft es nicht, seinen Stabilitätspunkt bei nunmehr 4,2375 überhaupt in Angriff zu nehmen. An der Unterseite ist nunmehr das Niveau um 4,1700 als kritisch einzustufen – darunter drohen Kursrückgänge bis auf 4,1200. 


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